Canon EX Auto – Der günstige Einstieg in die Welt der Spiegelreflexkameras

In meiner Sammlung befindet sich eine Canon EX Auto mit drei Satz-Objektiven. Leicht modifiziert löste sie 1972 die 1969 erschienene Canon EX EE ab. Die EX mit eigenem Objektivsystem gehört zwar nicht zu den Kameras der F-Serie, ist aber mit ihr verwandt und basiert auch auf dem Aluminiumgehäuse der Canon FX . Sie ist ist genauso solide gebaut wie die Canon-Modelle mit komplett auswechselbaren Objektiven.

Diese Linsen werden mit einem M 39-Gewinde am fest im Gehäuse verbauten Teil befestigt. Der vordere Teil der Linse benötigt keinen Blendenmechanismus oder Fokussierung, da sich die Blende und das Schneckenrad im Gehäuse befindet. Daher waren diese Linsen billiger als Wechselobjektive mit Blendenvorrichtung und Fokussierung. Der 125-mm-Aufsatz hat ein auffallend großes Objektiv für die Lichtintensität 1: 3,5,. Dritthersteller haben für die Canon EX EE und die EX Auto keine Objektive angeboten.

Vier Objektive sind Verfügbar

  • EX 35mm f3,5
  • EX 50mm f1,8
  • EX 90mm f3,5
  • EX 125mm f3,5

Mir fehlt nur das EX 90mm f3,5. Mal sehen, ob ich das noch zu einem realistischen Preis finde.

Der eingebaute Prismensucher hat eine Mattscheibe mit einem Mikroprismenring . Er ist sehr hell, was aber vor allem daran liegt, daß die Mattscheibe kaum mattiert ist, so dass es ratsam ist, mit den Mikroprismen zu fokussieren. Auf der rechten Seite befindet sich eine Blendenanzeige.

Belichtungsmessung

Die Canon EX hat eine mittenbetonte Integralmessung mit einer CdS-Zelle. Die Filmempfindlichkeit wird am Einstellrad für die Verschlusszeit eingestellt werden, sie reicht von ISO 25/15° bis ISO 800/30° mit dem Normalobjektiv mit seiner Lichtstärke von f1,8 und bis ISO 500/28° mit den Objektiven mit f3,5 . Der Messbereich für ISO 100/21° reicht von 1 ⁄ 8s bei f1,8 bis 1 ⁄ 500s bei f16.

Canon EX Auto

Die Rückspulkurbel ist von einem Einstellring umgeben, der auf Aus, EE und stufenlos auf einen Wert zwischen 1,8 und 16 eingestellt werden konnte. EE steht für Electronic Eye , eine Bezeichnung, die auch von anderen Herstellern für die vollautomatische Belichtungssteuerung gewählt wurde. In dieser Stellung wählte die Kamera zur eingestellten Verschlusszeit eine passende Blende und zeigte sie im Sucher an. In der manuellen Einstellung muß man die Blende ebenfalls im Sucher ablesen, das Einstellrad ist nur mit den Endwerten 1,8 und 16 beschriftet.

Verschluss

Als Einsteigerkamera ist der horizontal laufende Tuchverschluss in der EX EE auf Verschlusszeiten von 1 ⁄ 8s bis 1 ⁄ 500s und B begrenzt, die Blitzsynchronzeit beträgt 1 ⁄ 60s. Ein Selbstauslöser ist vorhanden.




Stromversorgung

Die EX benötigt eine PX 625 für den Belichtungsmesser. Diese nicht ganz billige Batterie ist auch heute noch im Versand erhältlich. Sie ist auf die exakte 1,35 V Spannung dieses Batterietyps angewiesen. Einen richtigen Batterietest gibt es nicht, vielmehr soll man die Filmempfindlichkeit auf ISO 100/21 °, das Verschlußzeitenrad auf 30 stellen und dann den Himmel oder ein helles Objekt messen, wobei der Zeiger mindestens f / 16 anzeigen soll.

Ist die Batterie nicht eingelegt, funktionieren nur die Belichtungsmessung und die Anzeige im Sucher nicht, die manuell eingestellte Blende wird mechanisch übertragen.

Blitzautomatik

Genau wie die Canon EF bietet auch die EX Auto eine vollautomatische Belichtungssteuerung. Dazu muß das Blitzgerät Canolite D aufgesteckt werden, wobei die Entfernungseinstellung von der Kamera selbst bestimmt wird und daher kein Blitzkoppelring am Objektiv benötigt wird, wie es bei der EF der Fall war. Das Canolite D wurde auch an einigen Canonet-Kameras verwendet, es hatte eine Leitzahl von 16 bei ISO 100/21°.

Mit Erscheinen der Canon A-Serie, lief die Produktion Canon EX Auto aus. Angesichts der preiswerten Produktion lohnte es sich nicht mehr, an einer Einsteigerkamera mit festen Objektiven festzuhalten.

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