• Lexikon Fotografie

    Balgenkamera

    Kaum ein Kameratyp prägt das historische Bild der Fotografie so sehr wie die Balgenkamera. Mit ihrem charakteristischen lichtdichten Faltenbalg verbindet sie Objektiv und Kameragehäuse und ermöglichte bereits im 19. Jahrhundert Aufnahmen in einer Qualität, die bis heute beeindruckt. Viele der berühmtesten Fotografien aus der Frühzeit der Fotografie entstanden mit Balgenkameras. Auch heute sind sie nicht vollständig verschwunden. In der Großformatfotografie sowie bei einigen Liebhabern analoger Fotografie werden Balgenkameras weiterhin geschätzt – nicht aus Nostalgie, sondern wegen ihrer außergewöhnlichen Bildqualität und der kreativen Möglichkeiten bei der Perspektivkontrolle. Was ist eine Balgenkamera? Eine Balgenkamera ist eine Kamera, bei der Objektiv und Filmebene beziehungsweise Sensor durch einen flexiblen, lichtdichten Balgen miteinander verbunden sind.…

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    Belichtungsdreieck

    Das Belichtungsdreieck gehört zu den wichtigsten Grundlagen der Fotografie. Es beschreibt das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit. Diese drei Einstellungen bestimmen gemeinsam, wie hell oder dunkel ein Foto wird – gleichzeitig beeinflussen sie jedoch auch die Bildgestaltung. Wer das Belichtungsdreieck versteht, gewinnt deutlich mehr Kontrolle über seine Kamera und kann bewusst kreative Entscheidungen treffen. Gerade Anfänger empfinden die drei Werte oft als kompliziert. Tatsächlich folgt das Belichtungsdreieck jedoch einer einfachen Logik: Verändert sich einer der drei Werte, muss mindestens einer der anderen angepasst werden, damit die Belichtung gleich bleibt. Warum spricht man von einem Dreieck? Der Begriff verdeutlicht, dass alle drei Faktoren miteinander verbunden sind. Jeder der Eckpunkte erfüllt…

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    Back-Focus-Button

    Der Back-Focus-Button (auch Back Button Focus, kurz BBF) ist eine Kamerafunktion, bei der der Autofokus nicht mehr durch das halb gedrückte Auslösen aktiviert wird, sondern über eine separate Taste auf der Rückseite der Kamera. Meist handelt es sich dabei um die AF-ON-Taste oder eine frei belegbare Funktionstaste. Diese Methode erfreut sich insbesondere bei Sport-, Tier- und Naturfotografen großer Beliebtheit, wird aber auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt. Sie ermöglicht eine deutlich flexiblere Kontrolle über den Autofokus und trennt das Scharfstellen vom eigentlichen Auslösen. Was ist ein Back-Focus-Button? Standardmäßig übernimmt der Auslöser bei den meisten Kameras zwei Aufgaben: Beim Back-Focus-Button werden diese beiden Funktionen getrennt. Der Autofokus wird ausschließlich über eine…

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    ADOX

    ADOX ist eine traditionsreiche deutsche Marke für fotografische Filme, Fotopapiere und Fotochemikalien. Besonders unter Analogfotografen genießt ADOX einen hervorragenden Ruf, da das Unternehmen klassische Schwarzweißmaterialien mit modernen Produktionsverfahren verbindet. Die Marke steht heute gleichermaßen für historische Fotografie wie für die Weiterentwicklung analoger Materialien. Die Geschichte von ADOX Die Ursprünge von ADOX reichen bis in das Jahr 1860 zurück. Damals gründete Dr. Carl Schleussner in Frankfurt am Main eine Fabrik für fotografische Materialien. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem der Pioniere der Fotochemie und spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung von Trockenplatten, Rollfilmen und später auch Röntgenfilmen. Der Markenname ADOX entstand später aus der Bezeichnung Aktiengesellschaft Dr. C. Schleussner. In…

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    Arbeiterfotografie

    Die Arbeiterfotografie ist eine fotografische Bewegung, die in den 1920er-Jahren entstand und das Leben, die Arbeitsbedingungen sowie den Alltag der arbeitenden Bevölkerung dokumentierte. Im Mittelpunkt standen nicht künstlerische Inszenierungen oder bürgerliche Motive, sondern die soziale Realität von Fabrikarbeitern, Bergleuten, Handwerkern und ihren Familien. Charakteristisch für die Arbeiterfotografie ist, dass viele Bilder nicht von professionellen Fotografen, sondern von den Arbeitern selbst aufgenommen wurden. Die Kamera wurde zu einem Mittel der Dokumentation, Aufklärung und gesellschaftlichen Kritik. Entstehung der Arbeiterfotografie Die Bewegung entwickelte sich vor allem während der Weimarer Republik. Mit der zunehmenden Verbreitung erschwinglicher Kameras konnten erstmals auch Menschen aus der Arbeiterschaft ihren Alltag selbst dokumentieren. Eng verbunden war die Arbeiterfotografie mit…

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    Asphärische Linsen

    Asphärische Linsen sind speziell geformte Linsen, deren Oberfläche nicht einem einfachen Kugelabschnitt entspricht. Während herkömmliche sphärische Linsen eine gleichmäßig gekrümmte Oberfläche besitzen, verändert sich die Krümmung einer asphärischen Linse gezielt über ihren Radius. Durch diese besondere Form lassen sich optische Fehler deutlich besser korrigieren. Deshalb kommen asphärische Linsen heute in zahlreichen hochwertigen Kameraobjektiven zum Einsatz – von kompakten Festbrennweiten bis hin zu professionellen Zoomobjektiven. Geschichte der asphärischen Linsen Die Idee asphärischer Linsen reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Lange Zeit war ihre Herstellung jedoch äußerst aufwendig und teuer, da jede Linse mit hoher Präzision geschliffen und poliert werden musste. Erst mit modernen Fertigungstechniken wie CNC-Schleifen, Präzisionspressverfahren und computergestützter Qualitätskontrolle wurden…

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    Apochromat

    Ein Apochromat ist ein besonders hochwertig korrigiertes Objektiv, bei dem chromatische Aberrationen (Farbfehler) auf ein Minimum reduziert werden. Im Gegensatz zu einem Achromaten werden bei einem Apochromaten drei Wellenlängen des sichtbaren Lichts auf denselben Brennpunkt fokussiert. Dadurch entstehen Bilder mit einer außergewöhnlich hohen Schärfe, hervorragendem Kontrast und praktisch ohne störende Farbsäume. Apochromatische Objektive zählen heute zu den hochwertigsten Konstruktionen in der Fotografie und finden sich sowohl bei professionellen Kameraobjektiven als auch in der Makrofotografie, Astrofotografie und bei hochwertigen Ferngläsern oder Spektiven. Was ist ein Apochromat? Licht besteht aus unterschiedlichen Wellenlängen, die beim Durchgang durch Glas verschieden stark gebrochen werden. Dieser Effekt führt dazu, dass verschiedene Farben nicht exakt auf derselben…

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    Available Light

    Als Available Light wird in der Fotografie das Licht bezeichnet, das an einem Aufnahmeort bereits vorhanden ist. Fotografiert wird ohne zusätzlich eingesetzten Blitz oder eigens für die Aufnahme aufgestellte Dauerleuchten. Dabei kann es sich sowohl um natürliches Licht als auch um vorhandene künstliche Lichtquellen handeln. Fotografieren mit vorhandenem Licht Der englische Begriff „Available Light“ bedeutet wörtlich „verfügbares Licht“. Dazu gehören Tageslicht, Mondlicht und Feuerschein ebenso wie Straßenlaternen, Schaufenster, Kerzen oder die Beleuchtung eines Innenraums. Entscheidend ist nicht die Art der Lichtquelle, sondern dass sie nicht speziell für die Aufnahme hinzugefügt wurde. Available Light wird häufig mit schwachem Licht gleichgesetzt. Das ist jedoch nur teilweise richtig. Auch helles Sonnenlicht oder das…

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    Autofokus

    Der Autofokus, kurz AF, ist ein System zur automatischen Scharfstellung einer Kamera. Er ermittelt, auf welcher Entfernung sich das ausgewählte Motiv befindet, und steuert das Objektiv so, dass dieses möglichst scharf auf dem Film oder Bildsensor abgebildet wird. Bei modernen Kameras kann der Autofokus nicht nur einen festen Punkt erfassen, sondern auch Personen, Tiere, Fahrzeuge und andere bewegte Motive verfolgen. Wie funktioniert der Autofokus? Damit ein Bild scharf erscheint, müssen die vom Motiv ausgehenden Lichtstrahlen möglichst genau auf der Bildebene zusammentreffen. Beim manuellen Fokussieren verändert der Fotograf die Stellung der Linsen über den Fokusring. Beim Autofokus übernimmt diese Aufgabe ein elektronisch gesteuerter Motor im Objektiv oder – bei einigen älteren…

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    Autochromverfahren

    Das Autochromverfahren war das erste praxistaugliche und kommerziell erfolgreiche Verfahren, mit dem sich farbige Fotografien in nur einer Aufnahme herstellen ließen. Es wurde von den französischen Brüdern Auguste und Louis Lumière entwickelt und 1907 auf den Markt gebracht. Die Bilder entstanden als transparente Farbpositive auf Glas und mussten im Durchlicht oder mithilfe eines Projektors betrachtet werden. Die Anfänge der Farbfotografie Bereits im 19. Jahrhundert gab es verschiedene Versuche, die Farben eines Motivs fotografisch festzuhalten. Viele frühe Verfahren waren jedoch kompliziert und erforderten mehrere getrennte Aufnahmen durch unterschiedliche Farbfilter. Bewegte Motive ließen sich damit kaum wiedergeben. Die Brüder Lumière suchten deshalb nach einer Möglichkeit, alle benötigten Farbinformationen mit einer einzigen Belichtung…