Fotografie-Merksätze auf dem Prüfstand
Wahrscheinlich hast Du viele dieser Merksätze schon einmal gehört – vielleicht nutzt Du einige sogar selbst. Aber stimmen sie wirklich immer? In dieser Serie nehme ich bekannte Fotografie-Weisheiten unter die Lupe. Ich erkläre, woher sie kommen, wann sie hilfreich sind und warum manche heute nicht mehr uneingeschränkt gelten. Denn gute Fotografie lebt nicht von Regeln, sondern davon, zu verstehen, wann sie sinnvoll sind – und wann man sie auch einmal bewusst ignorieren darf.
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Wenn der Himmel nicht mitspielt – oder vielleicht doch?
„Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Fotografen.“ Regen. Nebel. Ein grauer Himmel, der aussieht, als hätte jemand die Farbsättigung auf null gedreht. Vielleicht noch ein kräftiger Wind dazu, damit auch wirklich keine Lust aufkommt, die Kamera aus der Tasche zu holen. Und dann fällt dieser Satz: „Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Fotografen.“ Das klingt wunderbar entschlossen. Fast so, als müsse ein guter Fotograf aus jeder Wetterlage zwangsläufig ein großartiges Bild mit nach Hause bringen. Aber stimmt das…
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Nur ein Treffer? Die Sache mit der „korrekten“ Belichtung
„Eine korrekte Belichtung gibt es nur einmal.“ Auf den ersten Blick klingt das erfreulich eindeutig. Licht messen, die richtige Belichtung einstellen, auslösen – fertig. Irgendwo zwischen zu hell und zu dunkel muss schließlich dieser eine perfekte Punkt liegen. Nur verhält sich Fotografie selten so ordentlich. Schon die Frage, was eine „korrekte“ Belichtung eigentlich sein soll, führt mitten hinein in ein interessantes Missverständnis. Denn Belichtung lässt sich technisch messen. Wie ein Bild aussehen soll, lässt sich dagegen nicht mit einem Belichtungsmesser…
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Das beste Glas vor der falschen Kamera?
„Ein gutes Objektiv ist wichtiger als eine gute Kamera.“ Es ist ein Klassiker unter den Ratschlägen beim Kamerakauf: Spare lieber beim Gehäuse und stecke das Geld ins Objektiv. Schließlich macht das Objektiv das Bild – und die Kamera zeichnet es nur noch auf. Ganz falsch klingt das nicht. Schließlich muss jedes Licht, aus dem später unser Foto entsteht, zuerst durch das Objektiv. Trotzdem ist die Sache nicht ganz so eindeutig. Denn ein hervorragendes Objektiv hilft wenig, wenn die Kamera bei…
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Mehr Megapixel, mehr Bildqualität? Wenn die Zahl auf der Kamera wichtiger wird als das Foto
„Mehr Megapixel bedeuten bessere Bilder.“ Klingt zunächst logisch. Eine Kamera mit 45 Megapixeln nimmt schließlich deutlich mehr Bildpunkte auf als eine mit 20 oder 24 Megapixeln. Mehr Informationen müssten also zwangsläufig zu einem besseren Bild führen. Genau an diesem kleinen Wort „zwangsläufig“ beginnt das Problem. Denn Megapixel beschreiben zunächst einmal die Auflösung eines Bildes. Bildqualität ist dagegen das Ergebnis vieler Faktoren – und einige davon haben mit der Anzahl der Pixel erstaunlich wenig zu tun. Woher kommt der Gedanke? Die…
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Die beste Kamera? Hauptsache, sie ist nicht zu Hause
„Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“ Es gibt Kameras mit beeindruckendem Autofokus, großem Dynamikumfang und Objektiven, deren Preisschild einen kurz darüber nachdenken lässt, ob Fotografie wirklich das richtige Hobby ist. Und dann gibt es diese eine Kamera, die im entscheidenden Moment zu Hause im Schrank liegt. Genau hier setzt einer der bekanntesten Merksätze der modernen Fotografie an. Denn eine technisch hervorragende Kamera hat eine überraschend grundlegende Schwäche: Sie kann nur Bilder machen, wenn sie tatsächlich in Reichweite…
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Unterm Knie, schneide nie – warum Füße über den Bildausschnitt entscheiden
„Unterm Knie, schneide nie.“ Manche fotografischen Merksätze beschäftigen sich mit Belichtungszeit, Blende oder Licht. Dieser hier kümmert sich um etwas viel Bodenständigeres: Beine. Genauer gesagt um die Frage, wo eine Person im Bild enden darf. Denn während Du Dich beim Fotografieren auf Gesicht, Haltung und Licht konzentrierst, kann ein unglücklich gewählter Bildausschnitt die Wirkung eines Porträts erstaunlich stark verändern. „Unterm Knie, schneide nie“ klingt dabei herrlich eindeutig. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Woher kommt der Gedanke? Der Merksatz…
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Ab durch die Mitte? Warum ein zentrales Motiv besser ist als sein Ruf
„Ist es strittig, mach es mittig.“ Manchmal beginnt Bildgestaltung mit einer erstaunlich einfachen Frage: Wohin mit dem Motiv? Nach links? Nach rechts? Auf einen Schnittpunkt der Drittelregel? Vielleicht doch lieber nach dem Goldenen Schnitt? Und während Du noch überlegst, liefert ein alter Fotografenspruch eine angenehm unkomplizierte Antwort: Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, setz das Motiv einfach in die Mitte. Das klingt zunächst nach fotografischer Bequemlichkeit. Tatsächlich steckt dahinter aber ein interessanter Gedanke. Denn die Bildmitte ist keineswegs automatisch langweilig…
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Vordergrund macht Bild gesund – oder steht da einfach nur etwas im Weg?
„Vordergrund macht Bild gesund.“ Der Spruch gehört zu den klassischen Merksätzen der Bildgestaltung. Und wie bei vielen fotografischen Weisheiten steckt darin durchaus etwas Wahres – solange man ihn nicht als Pflichtprogramm versteht. Denn ein Stein, Ast oder Blumentopf im unteren Bildrand macht aus einer langweiligen Aufnahme nicht automatisch ein gutes Foto. Entscheidend ist nicht, dass ein Vordergrund vorhanden ist. Entscheidend ist, was er für das Bild tut. Du stehst vor einer beeindruckenden Landschaft. Berge am Horizont, schönes Licht, vielleicht noch…
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Mittagslicht – wirklich ein Grund für eine Fotopause?
„Zwischen elf und drei hat der Fotograf frei.“ Kaum eine fotografische Regel klingt so sehr nach einer offiziellen Arbeitszeitregelung für Fotografen wie diese. Generationen von Fotografinnen und Fotografen haben diesen Satz gehört. Wer ihn wörtlich nimmt, müsste die Kamera zur Mittagszeit konsequent einpacken und auf besseres Licht warten. Doch schlechte Fotos entstehen nicht automatisch, nur weil die Uhr zwölf zeigt. Trotzdem kommt der alte Merksatz nicht von ungefähr. Die Empfehlung stammt aus einer Zeit, in der die fotografischen Möglichkeiten deutlich…
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Kreativität kann man nicht lernen? – Zum Glück stimmt das nicht ganz.
„Kreativität kann man nicht lernen.“ Kaum ein Satz hält sich in der Fotografie so hartnäckig wie dieser. Manche Menschen scheinen mit einem besonderen Blick geboren zu sein, während andere glauben, ihnen fehle einfach das Talent. Doch ist Kreativität wirklich angeboren – oder lässt sie sich entwickeln? Die gute Nachricht: Kreativität ist weit weniger ein geheimnisvolles Geschenk als vielmehr eine Fähigkeit, die wachsen kann. Herkunft des Merksatzes Der Gedanke stammt aus der Vorstellung, dass Kunst ausschließlich aus Inspiration entsteht. Große Fotografen…




























