APS-C-Sensor
Ein APS-C-Sensor ist ein digitaler Bildsensor, dessen Fläche kleiner als das Kleinbild- beziehungsweise Vollformat von 36 × 24 Millimetern ist. Er wird vor allem in spiegellosen Systemkameras und digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. APS-C bietet einen guten Mittelweg zwischen Bildqualität, Kameragröße, Gewicht und Kosten.
Herkunft der Bezeichnung APS-C
Die Bezeichnung geht auf das analoge Advanced Photo System, kurz APS, zurück, das 1996 eingeführt wurde. Dieses Filmsystem erlaubte verschiedene Aufnahmeformate. Das „C“ stand für „Classic“ und bezeichnete ein Bildformat mit einem Seitenverhältnis von 3:2.
Heutige APS-C-Sensoren entsprechen diesem Filmformat nur ungefähr. Ihre genaue Größe ist nicht einheitlich festgelegt und unterscheidet sich je nach Hersteller und Kameramodell. Bei Nikon, Sony und Fujifilm liegen typische Abmessungen bei etwa 23,5 × 15,6 Millimetern. Canon verwendet meist etwas kleinere Sensoren von ungefähr 22,3 × 14,9 Millimetern.
Der Crop-Faktor des APS-C-Sensors
Weil ein APS-C-Sensor kleiner als ein Vollformatsensor ist, erfasst er bei gleicher Brennweite nur einen kleineren Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildes. Dieser Unterschied wird als Crop-Faktor bezeichnet. Er beträgt bei den meisten APS-C-Systemen etwa 1,5, bei Canon ungefähr 1,6.
Ein 50-mm-Objektiv zeigt an einer APS-C-Kamera mit Crop-Faktor 1,5 deshalb denselben Bildwinkel wie ein 75-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera. Bei Canon entspricht der Bildwinkel ungefähr dem eines 80-mm-Objektivs.

Die tatsächliche Brennweite des Objektivs verändert sich dabei nicht. Auch die optische Vergrößerung wird nicht erhöht. Der kleinere Sensor zeichnet lediglich einen engeren Bildausschnitt auf. Die häufig verwendete Formulierung von einer „Brennweitenverlängerung“ beschreibt daher nur die Wirkung auf den Bildwinkel.
Vorteile in der fotografischen Praxis
Der engere Bildwinkel kann bei weit entfernten Motiven hilfreich sein. In der Tier-, Sport- und Naturfotografie füllt das Motiv mit derselben Brennweite einen größeren Teil des Bildes aus. Entscheidend ist dabei allerdings nicht allein das Sensorformat, sondern auch die Auflösung des Sensors und die Abbildungsleistung des Objektivs.
APS-C-Sensoren ermöglichen zudem vergleichsweise kompakte Kameras und Objektive. Besonders Objektive, die eigens für das kleinere Sensorformat konstruiert wurden, benötigen einen kleineren Bildkreis und können dadurch leichter und preiswerter ausfallen. Das macht APS-C-Kameras zu vielseitigen Begleitern für Reisen, Reportage, Streetfotografie und den fotografischen Alltag.
Bildqualität und Freistellung
Die Sensorgröße allein entscheidet nicht über die Qualität eines Bildes. Auflösung, Sensortechnik, Objektiv, Belichtung und Bildverarbeitung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei vergleichbarer technischer Generation und gleicher Auflösung besitzt ein größerer Sensor jedoch meist größere einzelne Bildpunkte. Das kann Vorteile beim Bildrauschen und beim Dynamikumfang bieten, besonders bei wenig Licht und hohen ISO-Werten.
Auch die Schärfentiefe wird häufig mit dem Sensorformat verbunden. Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blendenzahl erzeugt eine Vollformatkamera in der Regel eine geringere Schärfentiefe als eine APS-C-Kamera. Für eine starke Freistellung des Motivs benötigt APS-C daher oft eine weiter geöffnete Blende. Umgekehrt kann die größere Schärfentiefe bei Makro-, Landschafts- oder Reisefotografie durchaus von Vorteil sein.
Objektive für APS-C
Viele Hersteller bieten speziell für APS-C gerechnete Objektive an. Bei Nikon wird das Format als DX, bei Canon unter anderem durch die Bezeichnungen EF-S und RF-S gekennzeichnet. Fujifilm verwendet bei seinen Kameras der X-Serie überwiegend APS-C-Sensoren.
Vollformatobjektive lassen sich abhängig vom jeweiligen Kamerasystem häufig auch an APS-C-Kameras verwenden. Der Sensor nutzt dann lediglich den mittleren Bereich des größeren Bildkreises. Umgekehrt können APS-C-Objektive an Vollformatkameras zu dunklen Bildecken führen oder die Kamera automatisch in einen Ausschnittmodus versetzen, wodurch sich die nutzbare Auflösung reduziert.
Bedeutung des APS-C-Formats
Der APS-C-Sensor hat sich seit den Anfängen der digitalen Systemfotografie als eigenständiges und leistungsfähiges Aufnahmeformat etabliert. Er ist nicht lediglich eine kleinere Alternative zum Vollformat, sondern bietet ein ausgewogenes Verhältnis aus Bildqualität, Reichweite, Größe und Gewicht.
Welche Sensorgröße sinnvoll ist, hängt deshalb weniger von einer allgemeinen Rangordnung als von der fotografischen Aufgabe ab. Für viele Anwendungen liefert APS-C eine hohe Bildqualität, ohne dass dafür besonders große oder schwere Ausrüstung erforderlich ist.


