Additivverfahren
Das Additivverfahren bezeichnet in der Fotografie und Farbwiedergabetechnik ein Verfahren, bei dem Farben durch das Mischen von Licht entstehen. Grundlage ist die additive Farbmischung, bei der die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau (RGB) in unterschiedlichen Intensitäten kombiniert werden. Treffen alle drei Farben mit gleicher Helligkeit zusammen, entsteht weißes Licht. Fehlt das Licht vollständig, erscheint die Fläche schwarz.
Das Additivverfahren war einer der ersten Ansätze, um Farbfotografien zu erzeugen. Heute bildet es die technische Grundlage nahezu aller digitalen Bildschirme, Projektoren und elektronischen Sucher.
Funktionsweise
Beim Additivverfahren werden drei getrennte Farbkanäle verwendet:
- Rot (Red)
- Grün (Green)
- Blau (Blue)
Durch das Überlagern dieser Lichtfarben entstehen alle weiteren Farben:
| Mischung | Ergebnis |
|---|---|
| Rot + Grün | Gelb |
| Rot + Blau | Magenta |
| Grün + Blau | Cyan |
| Rot + Grün + Blau | Weiß |
Je nach Intensität der drei Farbkanäle lassen sich Millionen verschiedener Farbtöne erzeugen.
Bedeutung in der Fotografie
Historisch wurden verschiedene fotografische Verfahren entwickelt, die auf der additiven Farbmischung basierten. Dazu gehören beispielsweise:
- Kornrasterverfahren (Autochrom)
- Linienrasterverfahren
- Linsenrasterverfahren
Diese Verfahren erzeugten Farbe, indem unterschiedlich gefiltertes Licht beim Betrachten wieder additiv zusammengeführt wurde. Sie waren technisch aufwendig und wurden später weitgehend von den subtraktiven Farbverfahren verdrängt.
Das Additivverfahren heute
Obwohl klassische Farbfilme überwiegend nach dem subtraktiven Prinzip arbeiten, ist das Additivverfahren heute allgegenwärtig. Es kommt unter anderem zum Einsatz bei:
- Computermonitoren
- Fernsehern
- Smartphones und Tablets
- Beamern
- elektronischen Kameradisplays (LCD/OLED)
- elektronischen Suchern moderner Digitalkameras
Jedes Bild besteht aus winzigen roten, grünen und blauen Bildpunkten (Subpixeln), deren Helligkeit das Auge zu einer Farbe zusammenfasst.
Unterschied zum Subtraktivverfahren
Die beiden Verfahren verfolgen unterschiedliche Ansätze:
| Additivverfahren | Subtraktivverfahren |
| Mischt Licht | Mischt Farbstoffe |
| Grundfarben: Rot, Grün, Blau (RGB) | Grundfarben: Cyan, Magenta, Gelb (CMY) |
| Weiß entsteht durch vollständige Addition | Weiß ist das unbedruckte Papier bzw. der helle Bildträger |
| Einsatz bei Bildschirmen und Projektionen | Einsatz bei Farbfilm, Fotodruck und Offsetdruck |
Während digitale Kameras und Monitore auf der additiven Farbmischung basieren, arbeiten Ausdrucke und klassische Farbfilme mit der subtraktiven Farbmischung.
Das Additivverfahren ist eines der grundlegenden Prinzipien der Farbtechnik. Historisch spielte es eine wichtige Rolle bei den ersten Verfahren der Farbfotografie. Heute begegnet es uns täglich – überall dort, wo Bilder durch Licht erzeugt werden. Ohne die additive Farbmischung wären moderne Digitalkameras, Monitore, Fernseher oder Smartphones in ihrer heutigen Form nicht denkbar.


