Azimut
Der Azimut beschreibt die seitliche Neigung der Abtastnadel zur Schallplattenoberfläche. Schaust Du von vorn auf den Tonabnehmer, sollte die Nadel möglichst senkrecht in der Rille stehen. Ist sie nach links oder rechts geneigt, spricht man von einem falsch eingestellten Azimut.
Warum ist der Azimut wichtig?
Bei einer Stereo-Schallplatte tragen die beiden Rillenflanken die Informationen für den linken und rechten Kanal. Die Stellung der Nadel beeinflusst, wie sie diese Flanken abtastet. Ein ungünstiger Azimut kann die Kanaltrennung verschlechtern: Signalanteile eines Kanals gelangen dann stärker in den anderen. Auch Verzerrungen können eine Rolle spielen. Wie deutlich Du das hörst, hängt vom Tonabnehmer und vom Ausmaß der Abweichung ab.
Wichtig ist dabei die Nadel selbst. Ein waagerecht aussehendes Tonabnehmergehäuse ist ein guter Ausgangspunkt, aber keine sichere Bestätigung dafür, dass der Diamant exakt senkrecht steht.

Wie lässt sich der Azimut prüfen und einstellen?
Stelle zunächst sicher, dass der Plattenspieler gerade steht. Mit einer geeigneten Ausrichthilfe kannst Du den Tonabnehmer von vorn betrachten und die Stellung der Nadel zur Plattenoberfläche prüfen. Manche Tonarme oder Headshells lassen sich für die Azimuteinstellung leicht um ihre Längsachse drehen. Ob und wie das bei Deinem Gerät vorgesehen ist, steht in dessen Anleitung.
Gehe behutsam vor: Hebe den Tonarm an, bevor Du eine Schraube löst oder etwas verstellst. Wenn keine Azimuteinstellung vorgesehen ist oder die Nadel trotz geradem Gehäuse sichtbar schief steht, solltest Du keine improvisierte Korrektur erzwingen.
Abgrenzung zu anderen Einstellungen
Der Azimut betrifft die Neigung von vorn betrachtet. Die Tonarmhöhe beziehungsweise der vertikale Abtastwinkel betreffen die Ausrichtung von der Seite. Antiskating gleicht dagegen eine seitlich wirkende Kraft am Tonarm aus. Diese Einstellungen hängen bei der Abtastung zusammen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Der Azimut ist ein kleiner Winkel mit praktischer Bedeutung: Die Nadel soll möglichst gerade in der Rille stehen und beide Rillenflanken sauber abtasten. Eine sorgfältige Kontrolle lohnt sich besonders nach dem Einbau oder Wechsel eines Tonabnehmers. Ziel ist eine korrekte Einstellung nach der Anleitung des Tonarms – nicht das endlose Nachjustieren nach Höreindruck.


