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Gerry Rafferty – City To City: Mehr als nur ein vertrauter Song
Es gibt diese Songs, die einen schon sehr früh begleiten, ohne dass man sich bewusst mit ihnen beschäftigt. „Baker Street“ von Gerry Rafferty ist für mich genau so ein Stück. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Song früher regelmäßig im Radio lief. Dieses markante Saxophon – sofort eingängig, angenehm, fast beruhigend. Damals war es einfach nur ein Lied, das man gerne gehört hat. Mehr nicht. Erst viele Jahre später habe ich „City To City“ als ganzes Album für mich entdeckt. Und plötzlich bekam dieser vertraute Song einen völlig neuen Kontext. Ein Album aus einer anderen Zeit „City To City“ erschien 1978 – in einer Zeit, in der…
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Das Basslastproblem bei Schallplatten
Physikalische Grenze oder nur ein Mythos? Wer sich intensiver mit Schallplatten beschäftigt, stößt früher oder später auf ein Thema, das zunächst widersprüchlich wirkt: den Bass. Einerseits wird Vinyl oft für seinen warmen, angenehmen Klang geschätzt, andererseits fehlt es ihm – zumindest im direkten Vergleich mit digitalen Formaten – scheinbar an Tiefgang und Druck. Gleichzeitig liest man immer wieder, dass gerade zu viel Bass auf einer Schallplatte problematisch sein kann. Was also stimmt? Hat die Schallplatte ein Bassproblem? Die Antwort ist weniger spektakulär, als man vielleicht vermuten würde – und gleichzeitig technisch hochinteressant. Denn das sogenannte Basslastproblem ist kein Fehler, sondern eine direkte Folge der Art und Weise, wie eine Schallplatte…
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Vom Licht zum Prompt – verliert die Fotografie ihre Bedeutung?
Zwischen Mechanik, Moment und Maschine Meine ersten Erfahrungen mit Fotografie hatten nichts mit Geschwindigkeit zu tun.Eine alte Kamera, manuelles Einstellen, bewusstes Arbeiten. Jeder Auslöser war eine Entscheidung – und jedes Bild hatte Gewicht, weil es nicht beliebig wiederholbar war. Vielleicht liegt genau darin der Unterschied zu heute. Denn während früher Licht, Zeit und ein realer Moment notwendig waren, genügt heute oft ein präzise formulierter Prompt. Das Ergebnis wirkt fotografisch – manchmal perfekter als jede Aufnahme. Und damit stellt sich eine Frage, die weit über Technik hinausgeht:Wenn ein Bild keinen Moment mehr braucht – ist es dann überhaupt noch Fotografie? Fotografie war nie neutral – aber immer an die Wirklichkeit gebunden…
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Wenn Musik Raum bekommt: Man In Motion von Warren Haynes
Manche Alben begegnen einem nicht sofort. Sie tauchen irgendwann auf, werden vorgemerkt, vielleicht ein-, zweimal nebenbei gestreamt – und verschwinden dann wieder in der eigenen Liste. So ging es mir mit „Man In Motion“ von Warren Haynes. Ich kannte Warren Haynes natürlich – vor allem durch Gov’t Mule und seine Zeit bei The Allman Brothers Band. Für mich stand er immer für kraftvollen Blues, lange Gitarrenpassagen und diese unverkennbare Mischung aus Southern Rock und improvisierter Spielfreude. Entsprechend war auch meine Erwartung, als ich das Album zum ersten Mal bewusst hören wollte. An einem ruhigen Abend habe ich mir dann die Vinyl-Ausgabe aufgelegt. Keine Ablenkung, kein Nebenbei – einfach nur Musik.…
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John Hiatt – Bring The Family (Vinyl): Ein Songwriter-Meisterwerk der 80er
Es gibt Alben, die beim ersten Hören sofort beeindrucken – und andere, die ihre Stärke erst nach und nach entfalten. Das Album Bring the Family gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Musik wirkt zunächst unspektakulär: eine kleine Band, keine überladene Produktion, keine großen Effekte. Doch genau darin liegt ihre Stärke. Je öfter sich die Nadel durch die Rillen der Platte arbeitet, desto deutlicher wird, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Als John Hiatt 1987 dieses Album veröffentlichte, befand er sich in einer schwierigen Phase seiner Karriere. Mehrere Alben hatten sich nur mäßig verkauft, und auch persönlich lag eine turbulente Zeit hinter ihm. Vielleicht ist genau das der Grund, warum „Bring…
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Analog denken, digital fotografieren
Digitale Fotografie macht vieles möglich – vielleicht zu vieles. Wer nicht mehr gezwungen ist, sich zu entscheiden, verlernt schnell, bewusst zu fotografieren. Dieser Artikel ist kein Plädoyer für analoges Equipment, sondern für eine andere Haltung: weniger Varianten, mehr Entscheidung. Ich komme von einer Fototour zurück – mit zwanzig Bildern. Nicht zweihundert. Nicht fünfzig. Zwanzig. Und ich kann zu jedem einzelnen sagen, warum ich es gemacht habe. Ich erinnere mich an das Licht, an den Moment, an die Entscheidung. Kein Bild ist zufällig entstanden, keines ist „zur Sicherheit“ dabei. Die digitale Fotografie hat uns viele Dinge erleichtert. Speicher ist praktisch unbegrenzt, jedes Bild sofort verfügbar, jeder Moment beliebig oft wiederholbar. Doch…
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JPEG oder TIFF – welches Bildformat ist heute wirklich sinnvoll?
Wer sich intensiver mit digitaler Fotografie beschäftigt, stolpert früher oder später über eine klassische Frage: Sollten Fotos als JPEG oder als TIFF gespeichert werden? Lange Zeit galt TIFF als das Format für maximale Qualität, während JPEG eher als praktisches Format für den Alltag angesehen wurde. Wenn man sich jedoch anschaut, wie Fotografen heute tatsächlich arbeiten, sieht die Realität oft etwas anders aus. Auch mein eigener Workflow hat sich im Laufe der Jahre verändert. Während TIFF früher häufig empfohlen wurde, verwende ich heute in den meisten Fällen JPEG – allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Ich behalte immer das RAW. Warum das so ist und wann TIFF trotzdem sinnvoll sein kann, schauen…
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Barclay James Harvest – Berlin – A Concert For The People – Ein Konzert zwischen Rockmusik und Zeitgeschichte
Es gibt Livealben, die einfach ein Konzert dokumentieren. Und es gibt Aufnahmen, die einen besonderen Moment der Geschichte festhalten.Berlin – A Concert For The People von Barclay James Harvest gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Als die Band am 30. August 1980 vor dem Reichstag in West-Berlin auftrat, war die Stadt noch immer ein Symbol des Kalten Krieges. Nur wenige Meter entfernt verlief die Berliner Mauer – sichtbares Zeichen einer geteilten Welt. Was an diesem Abend geschah, war jedoch mehr als nur ein Rockkonzert. Rund 250.000 Menschen versammelten sich auf dem Platz der Republik, um gemeinsam Musik zu erleben. Menschen aus West-Berlin, Besucher aus ganz Deutschland – und auch viele, die…
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4630 Bochum – Eine Postleitzahl wird Musikgeschichte
Als Herbert Grönemeyer 1984 sein Album 4630 Bochum veröffentlichte, war der Titel zunächst nichts weiter als eine nüchterne Ortsangabe. 4630 war damals schlicht die Postleitzahl seiner Heimatstadt Bochum. Doch hinter dieser scheinbar unspektakulären Bezeichnung verbarg sich ein Album, das sich bald als eines der bedeutendsten Werke der deutschsprachigen Popmusik herausstellen sollte. Heute gilt „4630 Bochum“ als Klassiker der 1980er Jahre. Das Album verbindet persönliche Geschichten, gesellschaftliche Beobachtungen und eingängige Popmusik zu einem Werk, das über Jahrzehnte hinweg nichts von seiner Wirkung verloren hat. Gerade auf Vinyl entfaltet diese Musik eine besondere Atmosphäre, die den Charakter der Zeit spürbar macht. Der Weg zum Durchbruch Bevor dieses Album erschien, hatte Herbert Grönemeyer…
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Van Morrison – Moondance (2013 Remaster): Wenn Jazz, Soul und Vinyl zusammenfinden
Manche Alben entfalten ihre Wirkung nicht mit einem lauten Paukenschlag, sondern mit einer Atmosphäre, die sich langsam aufbaut. Moondance von Van Morrison gehört genau zu diesen Platten. Schon nach den ersten Takten entsteht eine Stimmung, die sich schwer in Worte fassen lässt – irgendwo zwischen Jazzclub, Sommerabend und einer gewissen melancholischen Leichtigkeit. Es ist ein Album, das nicht einfach nur gehört wird, sondern einen Raum füllt. Ein Wendepunkt in Van Morrisons Karriere Als Moondance 1970 erschien, markierte es einen wichtigen Moment in Morrisons Laufbahn. Sein vorheriges Album Astral Weeks gilt heute als künstlerisches Meisterwerk, fand zur Zeit seiner Veröffentlichung jedoch nur ein vergleichsweise kleines Publikum. Mit Moondance gelang Morrison der…


























