{"id":13354,"date":"2026-09-22T14:53:43","date_gmt":"2026-09-22T12:53:43","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=13354"},"modified":"2026-09-22T14:53:46","modified_gmt":"2026-09-22T12:53:46","slug":"rodinal","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/rodinal\/","title":{"rendered":"Rodinal"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Klassiker unter den Schwarzwei&szlig;-Entwicklern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Produkte begleiten die Fotografie ein paar Jahre, andere ein paar Jahrzehnte. Und dann gibt es Rodinal. Der Schwarzwei&szlig;-Filmentwickler geht auf das Jahr 1891 zur&uuml;ck und wird in weiterentwickelter Form bis heute verwendet. Damit geh&ouml;rt er zu den gro&szlig;en Konstanten der analogen Fotografie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine lange Geschichte allein w&auml;re allerdings noch kein Grund, heute einen Film damit zu entwickeln. Interessant ist Rodinal vor allem wegen seiner besonderen Arbeitsweise: Der Entwickler ist hoch konzentriert, wird f&uuml;r den Gebrauch stark verd&uuml;nnt und ist vor allem f&uuml;r eine hohe Kantensch&auml;rfe bekannt. Das sichtbare Filmkorn kann dabei durchaus deutlicher hervortreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau diese Kombination macht Rodinal bis heute interessant &ndash; aber nicht automatisch f&uuml;r jeden Film und jedes gew&uuml;nschte Ergebnis.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist Rodinal?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal ist ein <strong>fl&uuml;ssiger Entwickler f&uuml;r Schwarzwei&szlig;-Negativfilm<\/strong>. Das Konzentrat wird unmittelbar vor der Filmentwicklung mit Wasser verd&uuml;nnt und die angesetzte Arbeitsl&ouml;sung anschlie&szlig;end normalerweise nur einmal verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Typische Verd&uuml;nnungen sind <strong>1+25<\/strong> und <strong>1+50<\/strong>. Bei 1+25 bedeutet das beispielsweise: ein Teil Rodinal-Konzentrat wird mit 25 Teilen Wasser gemischt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal geh&ouml;rt zu den sogenannten sch&auml;rfesteigernden beziehungsweise akutanzbetonten Entwicklern. Gemeint ist damit nicht, dass der Entwickler pl&ouml;tzlich zus&auml;tzliche Bilddetails erzeugen k&ouml;nnte. Vielmehr kann er &Uuml;berg&auml;nge zwischen hellen und dunklen Bereichen so wiedergeben, dass Kanten deutlich erscheinen und das Negativ einen ausgepr&auml;gten Sch&auml;rfeeindruck vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade dieser Charakter unterscheidet Rodinal von Entwicklern, deren Schwerpunkt st&auml;rker auf m&ouml;glichst feinem Korn liegt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie funktioniert Rodinal?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Entwicklung eines Schwarzwei&szlig;films werden die bei der <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/belichtung\/\" target=\"_self\" title=\"Belichtung geh&ouml;rt zu den Begriffen, an denen in der Fotografie kein Weg vorbeif&uuml;hrt. Denn unabh&auml;ngig davon, ob Du mit einer modernen Systemkamera, einer analogen Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone fotografierst: Am Anfang eines Fotos steht immer Licht. Dabei geht es bei&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Belichtung<\/a> entstandenen latenten Bildinformationen chemisch sichtbar gemacht. Vereinfacht gesagt reduziert der Entwickler die belichteten Silberhalogenide der Emulsion zu metallischem Silber. Daraus entsteht das negative Schwarzwei&szlig;bild.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal verwendet <strong>p-Aminophenol<\/strong> beziehungsweise dessen Verbindungen als wesentliche Entwicklersubstanz. Seine fotografische Besonderheit liegt aber weniger im Namen eines einzelnen chemischen Bestandteils als im Zusammenspiel von Rezeptur, Verd&uuml;nnung, Film und Entwicklungsmethode.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal wird stark verd&uuml;nnt eingesetzt. An st&auml;rker belichteten Stellen des Films wird Entwickler entsprechend intensiv verbraucht. In unmittelbarer Umgebung kann dadurch die lokale Entwicklungsaktivit&auml;t sinken. Solche Effekte k&ouml;nnen den Eindruck einer ausgepr&auml;gten Kantensch&auml;rfe unterst&uuml;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen <strong><a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/aufloesung\/\" target=\"_self\" title=\"Was Pixel, Megapixel und PPI in der Fotografie wirklich bedeuten. Aufl&ouml;sung geh&ouml;rt zu den Begriffen, die in der Fotografie st&auml;ndig auftauchen. Kameras werden mit 24, 45 oder 60 Megapixeln beworben, beim Drucken begegnen Dir pl&ouml;tzlich 300 ppi und beim Export&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Aufl&ouml;sung<\/a> und Sch&auml;rfeeindruck<\/strong>. Rodinal kann keine Strukturen auf den Film zaubern, die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/objektiv\/\" target=\"_self\" title=\"Mehr als nur das Auge der Kamera Wenn &uuml;ber Kameras gesprochen wird, dreht sich vieles um Sensoren, Megapixel, Autofokus oder Serienbildgeschwindigkeit. Dabei entsteht das Bild schon ein gutes St&uuml;ck vorher: im Objektiv. Das Objektiv sammelt das Licht eines Motivs und&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Objektiv<\/a> und Film nicht aufgezeichnet haben. Ein Negativ kann durch die ausgepr&auml;gte Wiedergabe feiner Kanten jedoch subjektiv sehr scharf wirken.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sch&auml;rfe gegen feines Korn?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier zeigt Rodinal seinen charakteristischen Kompromiss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Feinkornentwickler versucht unter anderem, die sichtbare Kornstruktur m&ouml;glichst unauff&auml;llig erscheinen zu lassen. Rodinal verfolgt diesen Schwerpunkt nicht in gleichem Ma&szlig;e. Seine St&auml;rke liegt eher bei hoher Kantensch&auml;rfe und einem klaren, detailreichen Bildeindruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet allerdings nicht, dass Rodinal grunds&auml;tzlich &bdquo;grobk&ouml;rnige Bilder&ldquo; produziert. Wie deutlich Korn sichtbar wird, h&auml;ngt ebenso vom verwendeten Film, seinem Aufnahmeformat, der Belichtung, der Entwicklung und nat&uuml;rlich von der sp&auml;teren Vergr&ouml;&szlig;erung oder Digitalisierung ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem niedrig- oder mittelempfindlichen Film kann die Kombination ausgesprochen fein wirken. Bei einem hochempfindlichen Kleinbildfilm kann das Korn dagegen wesentlich deutlicher hervortreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das muss kein Nachteil sein. Gerade in der Schwarzwei&szlig;fotografie kann sichtbares Korn Teil der Bildwirkung sein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6ab28af33e0ec\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6ab28af33e0ec\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13356\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Rodinal2-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ist Rodinal f&uuml;r Fotografen interessant?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein praktischer Vorteil liegt in seiner einfachen Verwendung. Du musst keine gr&ouml;&szlig;ere Menge Stamml&ouml;sung ansetzen und anschlie&szlig;end deren Alter oder bereits erfolgte Filmentwicklungen ber&uuml;cksichtigen. Du entnimmst die ben&ouml;tigte Menge Konzentrat, verd&uuml;nnst sie mit Wasser und verwendest diese Arbeitsl&ouml;sung f&uuml;r eine Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt die hohe Ergiebigkeit. Da Rodinal stark verd&uuml;nnt eingesetzt wird, reicht bereits eine vergleichsweise kleine Menge Konzentrat f&uuml;r zahlreiche Filme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanter ist aus fotografischer Sicht jedoch der Bildcharakter. Rodinal eignet sich besonders dann, wenn Du Wert auf einen ausgepr&auml;gten Sch&auml;rfeeindruck legst und eine sichtbarere Kornstruktur nicht grunds&auml;tzlich vermeiden m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei gr&ouml;&szlig;eren Filmformaten verliert die Diskussion &uuml;ber sichtbares Korn zudem an Bedeutung. Beim Mittelformat oder Gro&szlig;format muss das Negativ f&uuml;r dieselbe Ausgabegr&ouml;&szlig;e wesentlich weniger stark vergr&ouml;&szlig;ert werden als ein Kleinbildnegativ. Die St&auml;rken eines sch&auml;rfesteigernden Entwicklers lassen sich dadurch nutzen, ohne dass das Korn zwangsl&auml;ufig zum dominierenden Bildelement wird.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1+25 oder 1+50?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Rodinal geh&ouml;ren seine Verd&uuml;nnungen beinahe so selbstverst&auml;ndlich wie die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/entwicklungsdose\/\" target=\"_self\" title=\"Die kleine Dunkelkammer f&uuml;r deinen Film Wer einen Schwarzwei&szlig;film selbst entwickeln m&ouml;chte, braucht erstaunlich wenig Ausr&uuml;stung. Ein Gegenstand ist dabei allerdings kaum wegzudenken: die Entwicklungsdose. Sie sieht zun&auml;chst unspektakul&auml;r aus &ndash; meist ein schwarzer Kunststoffbeh&auml;lter mit Deckel und einer oder&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Entwicklungsdose<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1+25<\/strong> bedeutet einen Teil Konzentrat auf 25 Teile Wasser, <strong>1+50<\/strong> entsprechend einen Teil Konzentrat auf 50 Teile Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die h&ouml;here Verd&uuml;nnung bedeutet dabei nicht einfach nur &bdquo;weniger Entwickler&ldquo;. Sie ver&auml;ndert auch die Entwicklungszeit und kann die Charakteristik der Entwicklung beeinflussen. <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/adox\/\" target=\"_self\" title=\"ADOX ist eine traditionsreiche deutsche Marke f&uuml;r fotografische Filme, Fotopapiere und Fotochemikalien. Besonders unter Analogfotografen genie&szlig;t ADOX einen hervorragenden Ruf, da das Unternehmen klassische Schwarzwei&szlig;materialien mit modernen Produktionsverfahren verbindet. Die Marke steht heute gleicherma&szlig;en f&uuml;r historische Fotografie wie f&uuml;r die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">ADOX<\/a> beschreibt f&uuml;r h&ouml;here Verd&uuml;nnungen eine zunehmende Ausgleichswirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Variante besser passt, h&auml;ngt deshalb vom verwendeten Film und vom gew&uuml;nschten Negativ ab. Eine universelle Empfehlung nach dem Motto &bdquo;Rodinal funktioniert am besten mit 1+50&ldquo; w&auml;re zu einfach.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend sind immer <strong>Film, Verd&uuml;nnung, Temperatur, Entwicklungszeit und Bewegung gemeinsam<\/strong>. Wenn Du reproduzierbare Ergebnisse m&ouml;chtest, solltest Du deshalb mit dokumentierten Entwicklungszeiten f&uuml;r Deine konkrete Film-Entwickler-Kombination beginnen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus der Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir vor, Du fotografierst mit einem klassischen Schwarzwei&szlig;film bei <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/iso\/\" target=\"_self\" title=\"Was der ISO-Wert wirklich bedeutet ISO 100, ISO 800, ISO 3200 &ndash; kaum eine Kamera kommt ohne diese Zahlen aus. Besonders praktisch wird ISO immer dann, wenn das vorhandene Licht knapp wird: Du erh&ouml;hst den Wert und kannst pl&ouml;tzlich mit&hellip;\" class=\"encyclopedia\">ISO<\/a> 100. Deine Motive sind alte Werkhallen, Mauerwerk, Metallkonstruktionen und verwitterte Oberfl&auml;chen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kann Rodinal gut zu Deiner Bildidee passen. Feine Strukturen, Kanten und Oberfl&auml;chen d&uuml;rfen deutlich sichtbar sein. Ein etwas pr&auml;senteres Korn w&uuml;rde nicht unbedingt st&ouml;ren und k&ouml;nnte den Charakter der Aufnahmen sogar unterst&uuml;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotografierst Du dagegen auf Kleinbild einen empfindlichen Film und m&ouml;chtest anschlie&szlig;end sehr gro&szlig;e, m&ouml;glichst glatt wirkende Vergr&ouml;&szlig;erungen herstellen, k&ouml;nnte ein st&auml;rker auf Feink&ouml;rnigkeit ausgelegter Entwickler die passendere Wahl sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird ein wichtiger Punkt deutlich: <strong>Der Entwickler ist Teil der Bildgestaltung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung f&uuml;r Rodinal sollte deshalb nicht nur lauten: &bdquo;Welcher Entwickler macht meinen Film scharf?&ldquo;, sondern eher: &bdquo;Welche Art von Negativ m&ouml;chte ich erhalten?&ldquo;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rodinal, R09 und Adonal &ndash; ist das alles dasselbe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kann es verwirrend werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben von ADOX sind das heutige <strong>ADOX Rodinal und ADONAL identisch<\/strong>; unterschiedliche Bezeichnungen wurden beziehungsweise werden aus markenrechtlichen Gr&uuml;nden verwendet. ADOX gibt au&szlig;erdem an, seine heutige Rodinal-Rezeptur entspreche der letzten von <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/agfa\/\" target=\"_self\" title=\"AGFA geh&ouml;rt zu den traditionsreichsten Namen der Fotografiegeschichte. &Uuml;ber viele Jahrzehnte war das Unternehmen einer der bedeutendsten Hersteller von Filmen, Fotopapieren, Kameras und Labortechnik. Generationen von Fotografen &ndash; vom Hobbyfotografen bis zum Profi &ndash; verbanden den roten AGFA-Rhombus mit zuverl&auml;ssigen&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Agfa<\/a> verwendeten Rezeptur aus dem Jahr 2004.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Davon zu unterscheiden ist <strong>R09 beziehungsweise APH09<\/strong>. Diese Entwickler gehen zwar ebenfalls auf die Rodinal-Tradition zur&uuml;ck, sind aber nicht einfach nur ein anderer Name f&uuml;r die aktuelle Rodinal-Rezeptur. ADOX beschreibt APH09 als auf der fr&uuml;heren ORWO-R09-Rezeptur basierend und nennt Unterschiede unter anderem bei Korn und Sch&auml;rfewirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Entwicklungszeiten aus Tabellen oder Foren lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, welches konkrete Produkt gemeint ist.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Entwickler mit erstaunlich langer Geschichte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal wurde 1891 von dem Chemiker <strong>Momme Andresen<\/strong> in Berlin formuliert. ADOX bezeichnet Rodinal als das &auml;lteste fotochemische Patent und f&uuml;hrt die Entstehung der fotografischen Abteilung von Agfa auf diese Entwicklung zur&uuml;ck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich unterschiedliche Linien. In Westdeutschland wurde Rodinal bei Agfa weiterentwickelt, w&auml;hrend in Wolfen die Tradition unter der Bezeichnung <strong>ORWO R09<\/strong> fortgef&uuml;hrt wurde. Dadurch erkl&auml;ren sich auch einige der unterschiedlichen Rodinal- und R09-Rezepturen beziehungsweise Produktnamen, denen man in der analogen Fotografie begegnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute wird Rodinal von ADOX angeboten. Nach Herstellerangaben basiert das Produkt auf der letzten Agfa-Leverkusen-Rezeptur von 2004.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist Rodinal mehr als nur ein historischer Name. Die Grundidee eines hochkonzentrierten Fl&uuml;ssigentwicklers hat mehr als 130 Jahre Fotografie &uuml;berstanden &ndash; und wird noch immer praktisch eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vor- und Nachteile<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den St&auml;rken von Rodinal geh&ouml;ren die einfache Dosierung des Fl&uuml;ssigkonzentrats, die hohe Ergiebigkeit und vor allem sein ausgepr&auml;gter Sch&auml;rfeeindruck. Die M&ouml;glichkeit verschiedener Verd&uuml;nnungen macht ihn zudem recht flexibel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem steht gegen&uuml;ber, dass Rodinal nicht in erster Linie auf m&ouml;glichst unauff&auml;lliges Korn ausgelegt ist. Besonders bei h&ouml;her empfindlichen Kleinbildfilmen kann die Kornstruktur deutlich sichtbar werden. Wer ein ausgesprochen feink&ouml;rniges Negativ anstrebt, findet deshalb andere Entwickler, die st&auml;rker auf dieses Ziel abgestimmt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob das ein Nachteil ist, h&auml;ngt letztlich vom Bild ab. Ein Entwickler besitzt keinen universell &bdquo;besten&ldquo; Charakter. Er muss zu Film, Aufnahmeformat und gew&uuml;nschter Bildwirkung passen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodinal ist ein sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r, dass alte Fototechnik nicht automatisch veraltet sein muss. Sein Prinzip stammt aus dem 19. Jahrhundert, seine Eigenschaften k&ouml;nnen aber auch f&uuml;r heutige analoge Fotografen interessant sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine St&auml;rke liegt vor allem in einem ausgepr&auml;gten Sch&auml;rfeeindruck, der einfachen Verwendung als hochverd&uuml;nnter Einmalentwickler und seiner Ergiebigkeit. Daf&uuml;r geh&ouml;rt maximale Feink&ouml;rnigkeit nicht zu seinen wichtigsten Eigenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Du Rodinal ausprobierst, lohnt es sich deshalb, nicht nur auf Entwicklungszeiten und Verd&uuml;nnungen zu schauen. Vergleiche die Negative und sp&auml;teren Bilder. Wie wirken feine Strukturen? Wie pr&auml;sent ist das Korn? Wie gefallen Dir Tonwerte und Gesamteindruck?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn letztlich ist auch der Filmentwickler kein Selbstzweck. Er ist ein weiteres Werkzeug auf dem Weg zu dem Bild, das Du haben m&ouml;chtest.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Klassiker unter den Schwarzwei\u00df-Entwicklern Manche Produkte begleiten die Fotografie ein paar Jahre, andere ein paar Jahrzehnte. Und dann gibt es Rodinal. Der Schwarzwei\u00df-Filmentwickler geht auf das Jahr 1891 zur\u00fcck und wird in weiterentwickelter Form bis heute verwendet. Damit geh\u00f6rt er zu den gro\u00dfen Konstanten der analogen Fotografie. Seine lange Geschichte allein w\u00e4re allerdings noch kein Grund, heute einen Film damit zu entwickeln. Interessant ist Rodinal vor allem wegen seiner besonderen Arbeitsweise: Der Entwickler ist hoch konzentriert, wird f\u00fcr den Gebrauch stark verd\u00fcnnt und ist vor allem f\u00fcr eine hohe Kantensch\u00e4rfe bekannt. Das sichtbare Filmkorn kann dabei durchaus deutlicher hervortreten. Genau diese Kombination macht Rodinal bis heute interessant \u2013 aber nicht automatisch f\u00fcr jeden Film und jedes gew\u00fcnschte Ergebnis. Was ist Rodinal? Rodinal ist ein fl\u00fcssiger Entwickler f\u00fcr Schwarzwei\u00df-Negativfilm. Das Konzentrat wird unmittelbar vor der Filmentwicklung mit Wasser verd\u00fcnnt und die angesetzte Arbeitsl\u00f6sung anschlie\u00dfend normalerweise nur einmal verwendet. Typische Verd\u00fcnnungen sind 1+25 und 1+50. Bei 1+25 bedeutet das beispielsweise: ein Teil Rodinal-Konzentrat wird mit 25 Teilen Wasser gemischt. Rodinal geh\u00f6rt zu den sogenannten sch\u00e4rfesteigernden beziehungsweise akutanzbetonten Entwicklern. Gemeint ist damit nicht, dass der Entwickler pl\u00f6tzlich zus\u00e4tzliche Bilddetails erzeugen k\u00f6nnte. Vielmehr kann er \u00dcberg\u00e4nge zwischen hellen und dunklen Bereichen so wiedergeben, dass Kanten deutlich erscheinen und das Negativ einen ausgepr\u00e4gten Sch\u00e4rfeeindruck vermittelt. Gerade dieser Charakter unterscheidet Rodinal von Entwicklern, deren Schwerpunkt st\u00e4rker auf m\u00f6glichst feinem Korn liegt. Wie funktioniert Rodinal? Bei der Entwicklung eines Schwarzwei\u00dffilms werden die bei der Belichtung entstandenen latenten Bildinformationen chemisch sichtbar gemacht. Vereinfacht gesagt reduziert der Entwickler die belichteten Silberhalogenide der Emulsion zu metallischem Silber. Daraus entsteht das negative Schwarzwei\u00dfbild. Rodinal verwendet p-Aminophenol beziehungsweise dessen Verbindungen als wesentliche Entwicklersubstanz. Seine fotografische Besonderheit liegt aber weniger im Namen eines einzelnen chemischen Bestandteils als im Zusammenspiel von Rezeptur, Verd\u00fcnnung, Film und Entwicklungsmethode. Rodinal wird stark verd\u00fcnnt eingesetzt. An st\u00e4rker belichteten Stellen des Films wird Entwickler entsprechend intensiv verbraucht. In unmittelbarer Umgebung kann dadurch die lokale Entwicklungsaktivit\u00e4t sinken. Solche Effekte k\u00f6nnen den Eindruck einer ausgepr\u00e4gten Kantensch\u00e4rfe unterst\u00fctzen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Aufl\u00f6sung und Sch\u00e4rfeeindruck. Rodinal kann keine Strukturen auf den Film zaubern, die Objektiv und Film nicht aufgezeichnet haben. Ein Negativ kann durch die ausgepr\u00e4gte Wiedergabe feiner Kanten jedoch subjektiv sehr scharf wirken. Sch\u00e4rfe gegen feines Korn? Hier zeigt Rodinal seinen charakteristischen Kompromiss. Ein Feinkornentwickler versucht unter anderem, die sichtbare Kornstruktur m\u00f6glichst unauff\u00e4llig erscheinen zu lassen. Rodinal verfolgt diesen Schwerpunkt nicht in gleichem Ma\u00dfe. Seine St\u00e4rke liegt eher bei hoher Kantensch\u00e4rfe und einem klaren, detailreichen Bildeindruck. Das bedeutet allerdings nicht, dass Rodinal grunds\u00e4tzlich \u201egrobk\u00f6rnige Bilder\u201c produziert. Wie deutlich Korn sichtbar wird, h\u00e4ngt ebenso vom verwendeten Film, seinem Aufnahmeformat, der Belichtung, der Entwicklung und nat\u00fcrlich von der sp\u00e4teren Vergr\u00f6\u00dferung oder Digitalisierung ab. Bei einem niedrig- oder mittelempfindlichen Film kann die Kombination ausgesprochen fein wirken. Bei einem hochempfindlichen Kleinbildfilm kann das Korn dagegen wesentlich deutlicher hervortreten. Das muss kein Nachteil sein. Gerade in der Schwarzwei\u00dffotografie kann sichtbares Korn Teil der Bildwirkung sein. Warum ist Rodinal f\u00fcr Fotografen interessant? Ein praktischer Vorteil liegt in seiner einfachen Verwendung. Du musst keine gr\u00f6\u00dfere Menge Stamml\u00f6sung ansetzen und anschlie\u00dfend deren Alter oder bereits erfolgte Filmentwicklungen ber\u00fccksichtigen. Du entnimmst die ben\u00f6tigte Menge Konzentrat, verd\u00fcnnst sie mit Wasser und verwendest diese Arbeitsl\u00f6sung f\u00fcr eine Entwicklung. Hinzu kommt die hohe Ergiebigkeit. Da Rodinal stark verd\u00fcnnt eingesetzt wird, reicht bereits eine vergleichsweise kleine Menge Konzentrat f\u00fcr zahlreiche Filme. Interessanter ist aus fotografischer Sicht jedoch der Bildcharakter. Rodinal eignet sich besonders dann, wenn Du Wert auf einen ausgepr\u00e4gten Sch\u00e4rfeeindruck legst und eine sichtbarere Kornstruktur nicht grunds\u00e4tzlich vermeiden m\u00f6chtest. Gerade bei gr\u00f6\u00dferen Filmformaten verliert die Diskussion \u00fcber sichtbares Korn zudem an Bedeutung. Beim Mittelformat oder Gro\u00dfformat muss das Negativ f\u00fcr dieselbe Ausgabegr\u00f6\u00dfe wesentlich weniger stark vergr\u00f6\u00dfert werden als ein Kleinbildnegativ. Die St\u00e4rken eines sch\u00e4rfesteigernden Entwicklers lassen sich dadurch nutzen, ohne dass das Korn zwangsl\u00e4ufig zum dominierenden Bildelement wird. 1+25 oder 1+50? Zu Rodinal geh\u00f6ren seine Verd\u00fcnnungen beinahe so selbstverst\u00e4ndlich wie die Entwicklungsdose. 1+25 bedeutet einen Teil Konzentrat auf 25 Teile Wasser, 1+50 entsprechend einen Teil Konzentrat auf 50 Teile Wasser. Die h\u00f6here Verd\u00fcnnung bedeutet dabei nicht einfach nur \u201eweniger Entwickler\u201c. Sie ver\u00e4ndert auch die Entwicklungszeit und kann die Charakteristik der Entwicklung beeinflussen. ADOX beschreibt f\u00fcr h\u00f6here Verd\u00fcnnungen eine zunehmende Ausgleichswirkung. Welche Variante besser passt, h\u00e4ngt deshalb vom verwendeten Film und vom gew\u00fcnschten Negativ ab. Eine universelle Empfehlung nach dem Motto \u201eRodinal funktioniert am besten mit 1+50\u201c w\u00e4re zu einfach. Entscheidend sind immer Film, Verd\u00fcnnung, Temperatur, Entwicklungszeit und Bewegung gemeinsam. Wenn Du reproduzierbare Ergebnisse m\u00f6chtest, solltest Du deshalb mit dokumentierten Entwicklungszeiten f\u00fcr Deine konkrete Film-Entwickler-Kombination beginnen. Ein Beispiel aus der Praxis Stell Dir vor, Du fotografierst mit einem klassischen Schwarzwei\u00dffilm bei ISO 100. Deine Motive sind alte Werkhallen, Mauerwerk, Metallkonstruktionen und verwitterte Oberfl\u00e4chen. Hier kann Rodinal gut zu Deiner Bildidee passen. Feine Strukturen, Kanten und Oberfl\u00e4chen d\u00fcrfen deutlich sichtbar sein. Ein etwas pr\u00e4senteres Korn w\u00fcrde nicht unbedingt st\u00f6ren und k\u00f6nnte den Charakter der Aufnahmen sogar unterst\u00fctzen. Fotografierst Du dagegen auf Kleinbild einen empfindlichen Film und m\u00f6chtest anschlie\u00dfend sehr gro\u00dfe, m\u00f6glichst glatt wirkende Vergr\u00f6\u00dferungen herstellen, k\u00f6nnte ein st\u00e4rker auf Feink\u00f6rnigkeit ausgelegter Entwickler die passendere Wahl sein. Damit wird ein wichtiger Punkt deutlich: Der Entwickler ist Teil der Bildgestaltung. Die Entscheidung f\u00fcr Rodinal sollte deshalb nicht nur lauten: \u201eWelcher Entwickler macht meinen Film scharf?\u201c, sondern eher: \u201eWelche Art von Negativ m\u00f6chte ich erhalten?\u201c Rodinal, R09 und Adonal \u2013 ist das alles dasselbe? Hier kann es verwirrend werden. Nach Angaben von ADOX sind das heutige ADOX Rodinal und ADONAL identisch; unterschiedliche Bezeichnungen wurden beziehungsweise werden aus markenrechtlichen Gr\u00fcnden verwendet. ADOX gibt au\u00dferdem an, seine heutige Rodinal-Rezeptur entspreche der letzten von Agfa verwendeten Rezeptur aus dem Jahr 2004. Davon zu unterscheiden ist R09 beziehungsweise APH09. Diese Entwickler gehen zwar ebenfalls auf die Rodinal-Tradition zur\u00fcck, sind aber nicht einfach nur ein anderer Name f\u00fcr die aktuelle Rodinal-Rezeptur. ADOX beschreibt APH09 als auf der fr\u00fcheren ORWO-R09-Rezeptur basierend und nennt Unterschiede unter anderem bei Korn und Sch\u00e4rfewirkung. Bei Entwicklungszeiten aus Tabellen oder Foren lohnt sich deshalb ein genauer Blick darauf, welches konkrete Produkt gemeint ist. Ein Entwickler mit erstaunlich langer Geschichte Rodinal wurde 1891 von dem Chemiker Momme Andresen in Berlin formuliert. ADOX bezeichnet Rodinal als das \u00e4lteste fotochemische Patent und f\u00fchrt die Entstehung der fotografischen Abteilung von Agfa auf diese Entwicklung zur\u00fcck. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich unterschiedliche Linien. In Westdeutschland wurde Rodinal bei Agfa weiterentwickelt, w\u00e4hrend in Wolfen die Tradition unter der Bezeichnung ORWO R09 fortgef\u00fchrt wurde. Dadurch erkl\u00e4ren sich auch einige der unterschiedlichen Rodinal- und R09-Rezepturen beziehungsweise Produktnamen, denen man in der analogen Fotografie begegnet. Heute wird Rodinal von ADOX angeboten. Nach Herstellerangaben basiert das Produkt auf der letzten Agfa-Leverkusen-Rezeptur von 2004. Damit ist Rodinal mehr als nur ein historischer Name. Die Grundidee eines hochkonzentrierten Fl\u00fcssigentwicklers hat mehr als 130 Jahre Fotografie \u00fcberstanden \u2013 und wird noch immer praktisch eingesetzt. Vor- und Nachteile Zu den St\u00e4rken von Rodinal geh\u00f6ren die einfache Dosierung des Fl\u00fcssigkonzentrats, die hohe Ergiebigkeit und vor allem sein ausgepr\u00e4gter Sch\u00e4rfeeindruck. Die M\u00f6glichkeit verschiedener Verd\u00fcnnungen macht ihn zudem recht flexibel. Dem steht gegen\u00fcber, dass Rodinal nicht in erster Linie auf m\u00f6glichst unauff\u00e4lliges Korn ausgelegt ist. Besonders bei h\u00f6her empfindlichen Kleinbildfilmen kann die Kornstruktur deutlich sichtbar werden. Wer ein ausgesprochen feink\u00f6rniges Negativ anstrebt, findet deshalb andere Entwickler, die st\u00e4rker auf dieses Ziel abgestimmt sind. Ob das ein Nachteil ist, h\u00e4ngt letztlich vom Bild ab. Ein Entwickler besitzt keinen universell \u201ebesten\u201c Charakter. Er muss zu Film, Aufnahmeformat und gew\u00fcnschter Bildwirkung passen. Rodinal ist ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, dass alte Fototechnik nicht automatisch veraltet sein muss. Sein Prinzip stammt aus dem 19. Jahrhundert, seine Eigenschaften k\u00f6nnen aber auch f\u00fcr heutige analoge Fotografen interessant sein. Seine St\u00e4rke liegt vor allem in einem ausgepr\u00e4gten Sch\u00e4rfeeindruck, der einfachen Verwendung als hochverd\u00fcnnter Einmalentwickler und seiner Ergiebigkeit. Daf\u00fcr geh\u00f6rt maximale Feink\u00f6rnigkeit nicht zu seinen wichtigsten Eigenschaften. Wenn Du Rodinal ausprobierst, lohnt es sich deshalb, nicht nur auf Entwicklungszeiten und Verd\u00fcnnungen zu schauen. Vergleiche die Negative und sp\u00e4teren Bilder. Wie wirken feine Strukturen? Wie pr\u00e4sent ist das Korn? Wie gefallen Dir Tonwerte und Gesamteindruck? Denn letztlich ist auch der Filmentwickler kein Selbstzweck. Er ist ein weiteres Werkzeug auf dem Weg zu dem Bild, das Du haben m\u00f6chtest.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":13355,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":""},"tags":[17,744,878,395,879,868,92],"encyclopedia-category":[622],"class_list":["post-13354","encyclopedia","type-encyclopedia","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-analogfotografie","tag-dunkelkammer","tag-filmentwickler","tag-filmentwicklung","tag-rodinal","tag-schwarzweissfilm","tag-schwarzweissfotografie","encyclopedia-category-fotografie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rodinal: Der klassische Schwarzwei\u00df-Filmentwickler erkl\u00e4rt - Fotografie &amp; Vinyl<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was ist Rodinal und warum wird der Schwarzwei\u00df-Entwickler seit \u00fcber 130 Jahren verwendet? 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