{"id":13333,"date":"2026-09-19T13:13:09","date_gmt":"2026-09-19T11:13:09","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=13333"},"modified":"2026-09-19T13:51:05","modified_gmt":"2026-09-19T11:51:05","slug":"fisheye","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/fisheye\/","title":{"rendered":"Fisheye"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenn 180 Grad ins Bild passen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Fisheye-<a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/objektiv\/\" target=\"_self\" title=\"Mehr als nur das Auge der Kamera Wenn &uuml;ber Kameras gesprochen wird, dreht sich vieles um Sensoren, Megapixel, Autofokus oder Serienbildgeschwindigkeit. Dabei entsteht das Bild schon ein gutes St&uuml;ck vorher: im Objektiv. Das Objektiv sammelt das Licht eines Motivs und&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Objektiv<\/a> erkennt man meistens sofort. Gerade Linien biegen sich, R&auml;ume wirken riesig und Motive am Bildrand werden auf eine Weise verzerrt, die mit einem normalen <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/weitwinkelobjektiv\/\" target=\"_self\" title=\"Viel Bildwinkel, aber vor allem viel Gestaltungsspielraum Ein Weitwinkelobjektiv wird h&auml;ufig mit einem einfachen Gedanken verbunden: Damit bekommst Du mehr aufs Bild. Das stimmt zwar, beschreibt aber nur einen Teil seiner fotografischen M&ouml;glichkeiten. Denn ein Weitwinkel zeigt nicht einfach nur&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Weitwinkelobjektiv<\/a> kaum zu erreichen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sieht zun&auml;chst nach einem optischen Fehler aus. Tats&auml;chlich ist genau diese ungew&ouml;hnliche Abbildung das Prinzip eines Fisheyes. Statt die Welt m&ouml;glichst geradlinig wiederzugeben, nimmt es bewusst starke geometrische Verzerrungen in Kauf. Dadurch kann es einen extrem gro&szlig;en <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildwinkel\/\" target=\"_self\" title=\"Wie viel von der Welt auf deinem Foto landet Warum zeigt ein Weitwinkelobjektiv so viel von seiner Umgebung, w&auml;hrend ein Teleobjektiv scheinbar nur einen kleinen Ausschnitt herausgreift? Eine wichtige Antwort darauf liefert der Bildwinkel. Er geh&ouml;rt zu den grundlegenden Begriffen&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildwinkel<\/a> erfassen &ndash; h&auml;ufig rund 180 Grad.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist ein Fisheye?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>Fisheye<\/strong> oder <strong>Fischaugenobjektiv<\/strong> ist ein extremes Weitwinkelobjektiv mit einer speziellen Abbildungsweise. Typisch ist ein Bildwinkel von ungef&auml;hr 180 Grad, bei manchen Konstruktionen sogar dar&uuml;ber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Ultraweitwinkel liegt jedoch nicht einfach in der <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/brennweite\/\" target=\"_self\" title=\"Die Brennweite ist ein wichtiger Begriff in der Fotografie und bezieht sich auf die Entfernung zwischen dem Brennpunkt einer Linse und dem Sensor oder Film in einer Kamera. Die Brennweite wird in Millimetern gemessen und gibt an, wie stark die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Brennweite<\/a> oder im gro&szlig;en Bildwinkel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein normales Weitwinkelobjektiv versucht in der Regel, gerade Linien, die nicht durch die perspektivische Projektion verzerrt werden, auch im Bild gerade darzustellen. Diese Abbildungsart wird als <strong>rektilinear<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Fisheye verfolgt ein anderes Prinzip. Seine Projektion darf gerade Linien au&szlig;erhalb der Bildmitte sichtbar kr&uuml;mmen. Dadurch l&auml;sst sich ein wesentlich gr&ouml;&szlig;erer Ausschnitt der Umgebung auf der begrenzten rechteckigen oder kreisf&ouml;rmigen Bildfl&auml;che unterbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die charakteristische Verzeichnung ist deshalb kein Konstruktionsfehler, sondern ein wesentlicher Bestandteil des optischen Konzepts.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6ab0f92f3e340\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6ab0f92f3e340\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-13334\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2.png 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2-400x267.png 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2-768x512.png 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2-18x12.png 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Fisheye2-1140x760.png 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum verbiegt ein Fisheye die Welt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir vor, Du m&ouml;chtest einen extrem gro&szlig;en Blickwinkel auf einer flachen Fl&auml;che unterbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer rektilinearen Projektion wird das mit zunehmendem Bildwinkel immer schwieriger. Bereiche nahe den Ecken werden stark auseinandergezogen. Ein Fisheye l&ouml;st dieses Problem anders: Es verzichtet darauf, alle geraden Linien gerade abzubilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch entsteht die typische tonnenf&ouml;rmige Verzeichnung. Linien, die durch die Bildmitte verlaufen, k&ouml;nnen weiterhin gerade erscheinen. Je weiter andere Linien jedoch von der Bildmitte entfernt liegen, desto st&auml;rker k&ouml;nnen sie sich nach au&szlig;en w&ouml;lben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat interessante gestalterische Folgen. Befindet sich beispielsweise der Horizont genau durch die Bildmitte, kann er vergleichsweise gerade wirken. Verschiebst Du die Kamera nach oben oder unten, wird seine Kr&uuml;mmung dagegen schnell deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wirkung eines Fisheyes h&auml;ngt deshalb stark davon ab, <strong>wie Du die Kamera ausrichtest<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nicht jedes Fisheye bildet gleich ab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter dem Begriff Fisheye steckt nicht nur eine einzige optische Projektion. Es existieren verschiedene Projektionsarten, bei denen Bildwinkel und Abstand eines Motivpunktes von der Bildmitte unterschiedlich miteinander verkn&uuml;pft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r die fotografische Praxis musst Du die mathematischen Unterschiede normalerweise nicht kennen. Wichtig ist aber: Zwei Fisheye-Objektive mit &auml;hnlicher Brennweite und gleichem nominellen Bildwinkel m&uuml;ssen deshalb nicht exakt dieselbe Bildwirkung besitzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch offensichtlicher ist ein anderer Unterschied: <strong>zirkulares und diagonales Fisheye<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zirkulares Fisheye<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim zirkularen Fisheye wird das gesamte kreisf&ouml;rmige Bild innerhalb des rechteckigen Sensors aufgezeichnet. Rund um diesen Bildkreis bleiben ungenutzte beziehungsweise schwarze Bereiche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit k&ouml;nnen 180 Grad in alle Richtungen des Bildkreises erfasst werden. Ein Beispiel ist ein <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/vollformat\/\" target=\"_self\" title=\"Wer sich mit Digitalkameras besch&auml;ftigt, begegnet fr&uuml;her oder sp&auml;ter dem Begriff Vollformat. H&auml;ufig klingt er dabei ein wenig nach einer Qualit&auml;tsstufe: Vollformat als gro&szlig;e, professionelle Variante &ndash; und alles darunter als Kompromiss. Ganz so einfach ist es nicht. Vollformat bezeichnet&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Vollformat<\/a>-Fisheyezoom, das bei entsprechender Brennweite einen kreisf&ouml;rmigen 180-Grad-Bildausschnitt erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ergebnis sieht beinahe so aus, als w&uuml;rdest Du durch eine Glaskugel auf die Welt schauen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diagonales oder Vollformat-Fisheye<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein diagonales Fisheye f&uuml;llt dagegen die gesamte rechteckige Sensorfl&auml;che aus. Die h&auml;ufig genannten 180 Grad beziehen sich dabei typischerweise auf die Bilddiagonale. Nikon beschreibt beispielsweise sein klassisches 16-mm-Fisheye entsprechend mit einem diagonalen Bildwinkel von 180 Grad.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild wirkt dadurch auf den ersten Blick weniger exotisch als bei einem kreisf&ouml;rmigen Fisheye. Die charakteristische gekr&uuml;mmte Darstellung bleibt jedoch erhalten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Brennweite allein sagt nicht alles<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Fisheyes solltest Du Brennweitenangaben immer zusammen mit dem verwendeten Aufnahmeformat betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Objektiv, das an einer Vollformatkamera einen kreisf&ouml;rmigen Bildkreis erzeugt, kann an einer Kamera mit kleinerem Sensor ganz anders wirken, weil der Sensor nur einen Ausschnitt dieses Bildkreises erfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist grunds&auml;tzlich derselbe Zusammenhang, den Du auch von normalen Objektiven kennst: Der tats&auml;chlich erfasste Bildwinkel h&auml;ngt sowohl von der Brennweite als auch vom Aufnahmeformat ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade beim Fisheye hat das aber besonders auff&auml;llige Folgen. Aus einem kreisf&ouml;rmigen Fisheye-Bild kann durch den kleineren Sensor ein weitgehend bildf&uuml;llender Ausschnitt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist die Aussage &bdquo;Ein Fisheye hat 8 Millimeter&ldquo; oder &bdquo;Ein Fisheye braucht 15 Millimeter&ldquo; ohne Angabe des Sensorformats wenig hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet ein Fisheye f&uuml;r Deine Fotografie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Fisheye ist kein Objektiv, mit dem Du einfach m&ouml;glichst viel aufs Bild bekommst. Daf&uuml;r w&auml;re ein normales Ultraweitwinkel h&auml;ufig die naheliegendere Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine eigentliche St&auml;rke liegt in seiner besonderen Bildsprache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du kannst Vordergrundelemente sehr dominant ins Bild setzen und gleichzeitig erstaunlich viel von der Umgebung zeigen. R&auml;ume k&ouml;nnen geradezu kugelf&ouml;rmig wirken. Architektur bekommt geschwungene Linien und selbst vertraute Orte k&ouml;nnen pl&ouml;tzlich ungewohnt aussehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau darin liegt aber auch die Schwierigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fisheye-Effekt ist so deutlich, dass er schnell wichtiger werden kann als das eigentliche Motiv. Bei gelegentlichem Einsatz kann diese <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/perspektive\/\" target=\"_self\" title=\"Sie ist in der Fotografie &ndash; mehr als nur der Blickwinkel Perspektive geh&ouml;rt zu den wirkungsvollsten Gestaltungsmitteln der Fotografie &ndash; und gleichzeitig zu den Begriffen, die leicht missverst&auml;ndlich verwendet werden. Oft hei&szlig;t es beispielsweise, ein Weitwinkelobjektiv w&uuml;rde die Perspektive verst&auml;rken&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Perspektive<\/a> &uuml;berraschen. Wird jedes zweite Bild auf diese Weise fotografiert, nutzt sich der Effekt leicht ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant wird ein Fisheye deshalb vor allem dann, wenn seine Abbildung <strong>Teil der Bildidee<\/strong> ist.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus der Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir vor, Du stehst in einer kleinen historischen Kirche. Das Kirchenschiff ist schmal, &uuml;ber Dir befindet sich ein eindrucksvolles Gew&ouml;lbe und links und rechts ziehen sich S&auml;ulenreihen in Richtung Altar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem normalen Weitwinkel bekommst Du vielleicht bereits einen gro&szlig;en Teil des Innenraums ins Bild. Trotzdem musst Du Dich entscheiden: mehr Decke, mehr Boden oder mehr von den Seiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem Fisheye kannst Du einen wesentlich gr&ouml;&szlig;eren Teil dieses Raumes in einer einzigen Aufnahme zusammenf&uuml;hren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt wird die Kameraposition entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H&auml;ltst Du die Kamera relativ gerade und nutzt symmetrische Linien, kann die Aufnahme trotz der starken Fisheye-Projektion erstaunlich geordnet wirken. Kippst Du sie dagegen deutlich nach oben, beginnen sich die Linien um die Bildmitte zu w&ouml;lben. Das Gew&ouml;lbe scheint sich regelrecht &uuml;ber den Betrachter zu spannen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beides kann funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du entscheidest nicht mehr nur &uuml;ber den Bildausschnitt, sondern nutzt die Projektion des Objektivs aktiv als Gestaltungsmittel.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fisheye oder Ultraweitwinkel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Objektivtypen k&ouml;nnen enorme Bildwinkel erfassen, trotzdem solltest Du sie nicht gleichsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>rektilineares Ultraweitwinkel<\/strong> versucht gerade Linien m&ouml;glichst gerade wiederzugeben. Besonders bei Architektur und Innenr&auml;umen ist das h&auml;ufig erw&uuml;nscht. Daf&uuml;r werden Objekte nahe den Bildr&auml;ndern bei sehr gro&szlig;en Bildwinkeln teilweise stark gestreckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>Fisheye<\/strong> akzeptiert dagegen gekr&uuml;mmte Linien und kann dadurch extrem gro&szlig;e Bildwinkel anders auf die Fl&auml;che projizieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vereinfacht gesagt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Ultraweitwinkel versucht, die Geometrie geradlinig abzubilden und nimmt daf&uuml;r starke Dehnungen an den R&auml;ndern in Kauf. Ein Fisheye l&auml;sst Linien kr&uuml;mmen und erh&auml;lt dadurch seine charakteristische Abbildung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist ein Fisheye nicht einfach ein &bdquo;noch st&auml;rkeres Weitwinkel&ldquo;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist eine andere Art, einen gro&szlig;en r&auml;umlichen Blickwinkel in ein zweidimensionales Bild zu &uuml;bersetzen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kann man den Fisheye-Effekt nachtr&auml;glich entfernen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teilweise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Software kann Fisheye-Aufnahmen in eine rektilineare Darstellung umrechnen. Nikon bot beziehungsweise bietet solche Umrechnungen beispielsweise f&uuml;r Aufnahmen bestimmter eigener Fisheye-Objektive an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei entsteht allerdings nicht kostenlos ein normales Ultraweitwinkelbild.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die geometrische Transformation muss Bildbereiche unterschiedlich stark strecken. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen durch die Umrechnung Bereiche ohne Bildinformationen entstehen oder ein Beschnitt notwendig werden. Der nutzbare Bildwinkel ver&auml;ndert sich ebenfalls.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine nachtr&auml;gliche Entzerrung kann praktisch sein. Wenn Du von Anfang an ein klassisches, geradliniges Ultraweitwinkelbild m&ouml;chtest, ist ein daf&uuml;r konstruiertes Objektiv normalerweise die sinnvollere L&ouml;sung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Woher kommt eigentlich der Name Fisheye?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee ist &auml;lter als viele vermuten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Physiker Robert W. Wood ver&ouml;ffentlichte bereits <strong>1906<\/strong> einen Beitrag mit dem Titel <em>Fish-Eye Views, and Vision under Water<\/em>. Darin beschrieb er eine Versuchsanordnung, mit der ein Bildwinkel von 180 Grad aufgenommen werden konnte. Die Bezeichnung bezog sich auf die Vorstellung, wie ein Fisch aus dem Wasser heraus seine Umgebung wahrnehmen k&ouml;nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weitere Entwicklung war zun&auml;chst keineswegs nur von kreativer Fotografie gepr&auml;gt. Solche extremen Bildwinkel waren auch f&uuml;r wissenschaftliche Anwendungen interessant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp&auml;ter wurden Fisheye-Konstruktionen zunehmend als fotografische Spezialobjektive eingesetzt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das <strong>OP Fisheye-Nikkor 10 mm f\/5.6 von 1968<\/strong>, das laut Nikon als erstes Wechselobjektiv ein asph&auml;risches Linsenelement verwendete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie extrem solche Konstruktionen werden k&ouml;nnen, zeigte Nikon 1972 mit einem 6-mm-Fisheye und einem Bildwinkel von <strong>220 Grad<\/strong>. Das Objektiv konnte damit sogar einen Bereich erfassen, der geringf&uuml;gig hinter der Ebene der Kamera lag.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Fisheye ist weit mehr als ein Objektiv f&uuml;r m&ouml;glichst spektakul&auml;r verbogene Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine besondere Projektion erm&ouml;glicht enorme Bildwinkel, indem sie auf die geradlinige Darstellung eines klassischen Weitwinkels verzichtet. Genau daraus entsteht seine unverwechselbare Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r Deine Fotografie bedeutet das: Ein Fisheye ist weniger Probleml&ouml;ser als Gestaltungsmittel. Es verlangt nach Motiven, bei denen die ungew&ouml;hnliche Abbildung zum Bild beitr&auml;gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Du das bewusst einsetzt, geht es irgendwann nicht mehr darum, dass man den Fisheye-Effekt sieht. Entscheidend ist, was Du mit diesem ungew&ouml;hnlich gro&szlig;en Blick auf die Welt erz&auml;hlst.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn 180 Grad ins Bild passen Ein Fisheye-Objektiv erkennt man meistens sofort. Gerade Linien biegen sich, R\u00e4ume wirken riesig und Motive am Bildrand werden auf eine Weise verzerrt, die mit einem normalen Weitwinkelobjektiv kaum zu erreichen ist. Das sieht zun\u00e4chst nach einem optischen Fehler aus. Tats\u00e4chlich ist genau diese ungew\u00f6hnliche Abbildung das Prinzip eines Fisheyes. Statt die Welt m\u00f6glichst geradlinig wiederzugeben, nimmt es bewusst starke geometrische Verzerrungen in Kauf. Dadurch kann es einen extrem gro\u00dfen Bildwinkel erfassen \u2013 h\u00e4ufig rund 180 Grad. Was ist ein Fisheye? Ein Fisheye oder Fischaugenobjektiv ist ein extremes Weitwinkelobjektiv mit einer speziellen Abbildungsweise. Typisch ist ein Bildwinkel von ungef\u00e4hr 180 Grad, bei manchen Konstruktionen sogar dar\u00fcber. Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Ultraweitwinkel liegt jedoch nicht einfach in der Brennweite oder im gro\u00dfen Bildwinkel. Ein normales Weitwinkelobjektiv versucht in der Regel, gerade Linien, die nicht durch die perspektivische Projektion verzerrt werden, auch im Bild gerade darzustellen. Diese Abbildungsart wird als rektilinear bezeichnet. Ein Fisheye verfolgt ein anderes Prinzip. Seine Projektion darf gerade Linien au\u00dferhalb der Bildmitte sichtbar kr\u00fcmmen. Dadurch l\u00e4sst sich ein wesentlich gr\u00f6\u00dferer Ausschnitt der Umgebung auf der begrenzten rechteckigen oder kreisf\u00f6rmigen Bildfl\u00e4che unterbringen. Die charakteristische Verzeichnung ist deshalb kein Konstruktionsfehler, sondern ein wesentlicher Bestandteil des optischen Konzepts. Warum verbiegt ein Fisheye die Welt? Stell Dir vor, Du m\u00f6chtest einen extrem gro\u00dfen Blickwinkel auf einer flachen Fl\u00e4che unterbringen. Bei einer rektilinearen Projektion wird das mit zunehmendem Bildwinkel immer schwieriger. Bereiche nahe den Ecken werden stark auseinandergezogen. Ein Fisheye l\u00f6st dieses Problem anders: Es verzichtet darauf, alle geraden Linien gerade abzubilden. Dadurch entsteht die typische tonnenf\u00f6rmige Verzeichnung. Linien, die durch die Bildmitte verlaufen, k\u00f6nnen weiterhin gerade erscheinen. Je weiter andere Linien jedoch von der Bildmitte entfernt liegen, desto st\u00e4rker k\u00f6nnen sie sich nach au\u00dfen w\u00f6lben. Das hat interessante gestalterische Folgen. Befindet sich beispielsweise der Horizont genau durch die Bildmitte, kann er vergleichsweise gerade wirken. Verschiebst Du die Kamera nach oben oder unten, wird seine Kr\u00fcmmung dagegen schnell deutlich. Die Wirkung eines Fisheyes h\u00e4ngt deshalb stark davon ab, wie Du die Kamera ausrichtest. Nicht jedes Fisheye bildet gleich ab Hinter dem Begriff Fisheye steckt nicht nur eine einzige optische Projektion. Es existieren verschiedene Projektionsarten, bei denen Bildwinkel und Abstand eines Motivpunktes von der Bildmitte unterschiedlich miteinander verkn\u00fcpft werden. F\u00fcr die fotografische Praxis musst Du die mathematischen Unterschiede normalerweise nicht kennen. Wichtig ist aber: Zwei Fisheye-Objektive mit \u00e4hnlicher Brennweite und gleichem nominellen Bildwinkel m\u00fcssen deshalb nicht exakt dieselbe Bildwirkung besitzen. Noch offensichtlicher ist ein anderer Unterschied: zirkulares und diagonales Fisheye. Zirkulares Fisheye Beim zirkularen Fisheye wird das gesamte kreisf\u00f6rmige Bild innerhalb des rechteckigen Sensors aufgezeichnet. Rund um diesen Bildkreis bleiben ungenutzte beziehungsweise schwarze Bereiche. Damit k\u00f6nnen 180 Grad in alle Richtungen des Bildkreises erfasst werden. Ein Beispiel ist ein Vollformat-Fisheyezoom, das bei entsprechender Brennweite einen kreisf\u00f6rmigen 180-Grad-Bildausschnitt erzeugt. Das Ergebnis sieht beinahe so aus, als w\u00fcrdest Du durch eine Glaskugel auf die Welt schauen. Diagonales oder Vollformat-Fisheye Ein diagonales Fisheye f\u00fcllt dagegen die gesamte rechteckige Sensorfl\u00e4che aus. Die h\u00e4ufig genannten 180 Grad beziehen sich dabei typischerweise auf die Bilddiagonale. Nikon beschreibt beispielsweise sein klassisches 16-mm-Fisheye entsprechend mit einem diagonalen Bildwinkel von 180 Grad. Das Bild wirkt dadurch auf den ersten Blick weniger exotisch als bei einem kreisf\u00f6rmigen Fisheye. Die charakteristische gekr\u00fcmmte Darstellung bleibt jedoch erhalten. Brennweite allein sagt nicht alles Bei Fisheyes solltest Du Brennweitenangaben immer zusammen mit dem verwendeten Aufnahmeformat betrachten. Ein Objektiv, das an einer Vollformatkamera einen kreisf\u00f6rmigen Bildkreis erzeugt, kann an einer Kamera mit kleinerem Sensor ganz anders wirken, weil der Sensor nur einen Ausschnitt dieses Bildkreises erfasst. Das ist grunds\u00e4tzlich derselbe Zusammenhang, den Du auch von normalen Objektiven kennst: Der tats\u00e4chlich erfasste Bildwinkel h\u00e4ngt sowohl von der Brennweite als auch vom Aufnahmeformat ab. Gerade beim Fisheye hat das aber besonders auff\u00e4llige Folgen. Aus einem kreisf\u00f6rmigen Fisheye-Bild kann durch den kleineren Sensor ein weitgehend bildf\u00fcllender Ausschnitt werden. Deshalb ist die Aussage \u201eEin Fisheye hat 8 Millimeter\u201c oder \u201eEin Fisheye braucht 15 Millimeter\u201c ohne Angabe des Sensorformats wenig hilfreich. Was bedeutet ein Fisheye f\u00fcr Deine Fotografie? Ein Fisheye ist kein Objektiv, mit dem Du einfach m\u00f6glichst viel aufs Bild bekommst. Daf\u00fcr w\u00e4re ein normales Ultraweitwinkel h\u00e4ufig die naheliegendere Wahl. Seine eigentliche St\u00e4rke liegt in seiner besonderen Bildsprache. Du kannst Vordergrundelemente sehr dominant ins Bild setzen und gleichzeitig erstaunlich viel von der Umgebung zeigen. R\u00e4ume k\u00f6nnen geradezu kugelf\u00f6rmig wirken. Architektur bekommt geschwungene Linien und selbst vertraute Orte k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich ungewohnt aussehen. Genau darin liegt aber auch die Schwierigkeit. Der Fisheye-Effekt ist so deutlich, dass er schnell wichtiger werden kann als das eigentliche Motiv. Bei gelegentlichem Einsatz kann diese Perspektive \u00fcberraschen. Wird jedes zweite Bild auf diese Weise fotografiert, nutzt sich der Effekt leicht ab. Interessant wird ein Fisheye deshalb vor allem dann, wenn seine Abbildung Teil der Bildidee ist. Ein Beispiel aus der Praxis Stell Dir vor, Du stehst in einer kleinen historischen Kirche. Das Kirchenschiff ist schmal, \u00fcber Dir befindet sich ein eindrucksvolles Gew\u00f6lbe und links und rechts ziehen sich S\u00e4ulenreihen in Richtung Altar. Mit einem normalen Weitwinkel bekommst Du vielleicht bereits einen gro\u00dfen Teil des Innenraums ins Bild. Trotzdem musst Du Dich entscheiden: mehr Decke, mehr Boden oder mehr von den Seiten. Mit einem Fisheye kannst Du einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Teil dieses Raumes in einer einzigen Aufnahme zusammenf\u00fchren. Jetzt wird die Kameraposition entscheidend. H\u00e4ltst Du die Kamera relativ gerade und nutzt symmetrische Linien, kann die Aufnahme trotz der starken Fisheye-Projektion erstaunlich geordnet wirken. Kippst Du sie dagegen deutlich nach oben, beginnen sich die Linien um die Bildmitte zu w\u00f6lben. Das Gew\u00f6lbe scheint sich regelrecht \u00fcber den Betrachter zu spannen. Beides kann funktionieren. Du entscheidest nicht mehr nur \u00fcber den Bildausschnitt, sondern nutzt die Projektion des Objektivs aktiv als Gestaltungsmittel. Fisheye oder Ultraweitwinkel? Beide Objektivtypen k\u00f6nnen enorme Bildwinkel erfassen, trotzdem solltest Du sie nicht gleichsetzen. Ein rektilineares Ultraweitwinkel versucht gerade Linien m\u00f6glichst gerade wiederzugeben. Besonders bei Architektur und Innenr\u00e4umen ist das h\u00e4ufig erw\u00fcnscht. Daf\u00fcr werden Objekte nahe den Bildr\u00e4ndern bei sehr gro\u00dfen Bildwinkeln teilweise stark gestreckt. Ein Fisheye akzeptiert dagegen gekr\u00fcmmte Linien und kann dadurch extrem gro\u00dfe Bildwinkel anders auf die Fl\u00e4che projizieren. Vereinfacht gesagt: Ein Ultraweitwinkel versucht, die Geometrie geradlinig abzubilden und nimmt daf\u00fcr starke Dehnungen an den R\u00e4ndern in Kauf. Ein Fisheye l\u00e4sst Linien kr\u00fcmmen und erh\u00e4lt dadurch seine charakteristische Abbildung. Deshalb ist ein Fisheye nicht einfach ein \u201enoch st\u00e4rkeres Weitwinkel\u201c. Es ist eine andere Art, einen gro\u00dfen r\u00e4umlichen Blickwinkel in ein zweidimensionales Bild zu \u00fcbersetzen. Kann man den Fisheye-Effekt nachtr\u00e4glich entfernen? Teilweise. Software kann Fisheye-Aufnahmen in eine rektilineare Darstellung umrechnen. Nikon bot beziehungsweise bietet solche Umrechnungen beispielsweise f\u00fcr Aufnahmen bestimmter eigener Fisheye-Objektive an. Dabei entsteht allerdings nicht kostenlos ein normales Ultraweitwinkelbild. Die geometrische Transformation muss Bildbereiche unterschiedlich stark strecken. Au\u00dferdem k\u00f6nnen durch die Umrechnung Bereiche ohne Bildinformationen entstehen oder ein Beschnitt notwendig werden. Der nutzbare Bildwinkel ver\u00e4ndert sich ebenfalls. Eine nachtr\u00e4gliche Entzerrung kann praktisch sein. Wenn Du von Anfang an ein klassisches, geradliniges Ultraweitwinkelbild m\u00f6chtest, ist ein daf\u00fcr konstruiertes Objektiv normalerweise die sinnvollere L\u00f6sung. Woher kommt eigentlich der Name Fisheye? Die Idee ist \u00e4lter als viele vermuten. Der Physiker Robert W. Wood ver\u00f6ffentlichte bereits 1906 einen Beitrag mit dem Titel Fish-Eye Views, and Vision under Water. Darin beschrieb er eine Versuchsanordnung, mit der ein Bildwinkel von 180 Grad aufgenommen werden konnte. Die Bezeichnung bezog sich auf die Vorstellung, wie ein Fisch aus dem Wasser heraus seine Umgebung wahrnehmen k\u00f6nnte. Die weitere Entwicklung war zun\u00e4chst keineswegs nur von kreativer Fotografie gepr\u00e4gt. Solche extremen Bildwinkel waren auch f\u00fcr wissenschaftliche Anwendungen interessant. Sp\u00e4ter wurden Fisheye-Konstruktionen zunehmend als fotografische Spezialobjektive eingesetzt. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das OP Fisheye-Nikkor 10 mm f\/5.6 von 1968, das laut Nikon als erstes Wechselobjektiv ein asph\u00e4risches Linsenelement verwendete. Wie extrem solche Konstruktionen werden k\u00f6nnen, zeigte Nikon 1972 mit einem 6-mm-Fisheye und einem Bildwinkel von 220 Grad. Das Objektiv konnte damit sogar einen Bereich erfassen, der geringf\u00fcgig hinter der Ebene der Kamera lag. Ein Fisheye ist weit mehr als ein Objektiv f\u00fcr m\u00f6glichst spektakul\u00e4r verbogene Bilder. Seine besondere Projektion erm\u00f6glicht enorme Bildwinkel, indem sie auf die geradlinige Darstellung eines klassischen Weitwinkels verzichtet. Genau daraus entsteht seine unverwechselbare Wirkung. F\u00fcr Deine Fotografie bedeutet das: Ein Fisheye ist weniger Probleml\u00f6ser als Gestaltungsmittel. Es verlangt nach Motiven, bei denen die ungew\u00f6hnliche Abbildung zum Bild beitr\u00e4gt. Wenn Du das bewusst einsetzt, geht es irgendwann nicht mehr darum, dass man den Fisheye-Effekt sieht. Entscheidend ist, was Du mit diesem ungew\u00f6hnlich gro\u00dfen Blick auf die Welt erz\u00e4hlst.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":13335,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":""},"tags":[674,408,862,863,55,865,716,864,562],"encyclopedia-category":[622],"class_list":["post-13333","encyclopedia","type-encyclopedia","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-bildwinkel","tag-brennweite","tag-fischaugenobjektiv","tag-fisheye","tag-objektiv","tag-objektivtechnik","tag-ultraweitwinkel","tag-verzeichnung","tag-weitwinkel","encyclopedia-category-fotografie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Fisheye: Funktionsweise, Bildwirkung und Unterschied zum Ultraweitwinkel - Fotografie &amp; Vinyl<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was ist ein Fisheye-Objektiv? 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