{"id":13256,"date":"2026-09-14T19:04:17","date_gmt":"2026-09-14T17:04:17","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=13256"},"modified":"2026-09-14T19:06:32","modified_gmt":"2026-09-14T17:06:32","slug":"raw","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/raw\/","title":{"rendered":"RAW"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Was steckt hinter dem Rohdatenformat?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich etwas intensiver mit digitaler Fotografie besch&auml;ftigt, begegnet fr&uuml;her oder sp&auml;ter der Wahl zwischen JPEG und RAW. W&auml;hrend ein JPEG praktisch fertig aus der Kamera kommt, l&auml;sst Dir RAW bei der sp&auml;teren Bildentwicklung deutlich mehr Spielraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch RAW ist nicht einfach nur ein Dateiformat f&uuml;r &bdquo;bessere <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildqualitaet\/\" target=\"_self\" title=\"Die Bildqualit&auml;t in der Fotografie h&auml;ngt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Aufl&ouml;sung der Kamera, die Gr&ouml;&szlig;e des Bildsensors, die Qualit&auml;t der verwendeten Objektive, die Belichtungseinstellungen, die Sch&auml;rfe und Farbgenauigkeit sowie die Post-Processing-Techniken. Eine h&ouml;here Aufl&ouml;sung bedeutet im Allgemeinen eine&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildqualit&auml;t<\/a>&ldquo;. Um seine Vorteile sinnvoll nutzen zu k&ouml;nnen, lohnt es sich zu verstehen, was die Kamera dabei eigentlich speichert &ndash; und was noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Definition: Was ist RAW?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW bezeichnet in der Digitalfotografie eine Datei, in der die vom <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildsensor\/\" target=\"_self\" title=\"Das digitale Herz der Kamera Objektiv, Blende und Verschlusszeit bekommen beim Fotografieren viel Aufmerksamkeit. Doch am Ende ihrer Reise trifft das Licht auf ein Bauteil, ohne das eine Digitalkamera kein Bild aufzeichnen k&ouml;nnte: den Bildsensor. Er &uuml;bernimmt vereinfacht gesagt die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildsensor<\/a> erfassten Aufnahmedaten weitgehend in ihrer urspr&uuml;nglichen Form gespeichert werden. Zus&auml;tzlich enth&auml;lt die Datei Metadaten zur Aufnahme und Informationen, die eine RAW-Software ben&ouml;tigt, um daraus ein sichtbares Farbbild zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Begriff stammt vom englischen Wort &bdquo;raw&ldquo;, also &bdquo;roh&ldquo;. RAW ist allerdings kein einheitliches Dateiformat mit der Dateiendung <code>.raw<\/code>. Kamerahersteller verwenden unterschiedliche Formate und Dateiendungen. Daneben gibt es mit DNG ein &ouml;ffentlich dokumentiertes Rohdatenformat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vereinfacht gesagt: Bei RAW &uuml;berl&auml;sst Du einen gr&ouml;&szlig;eren Teil der Bildentwicklung nicht der Kamera, sondern Deiner sp&auml;teren Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was passiert bei einer RAW-Aufnahme?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Ausl&ouml;sen trifft Licht auf den Sensor. Dessen einzelne Sensorelemente erfassen zun&auml;chst Helligkeitsinformationen. Bei den verbreiteten Sensoren mit Farbfiltermosaik erfassen die einzelnen Sensel dabei nicht jeweils vollst&auml;ndige RGB-Farbinformationen. Erst die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/raw-entwicklung\/\" target=\"_self\" title=\"Aus Sensordaten wird ein fertiges Foto Wer im RAW-Format fotografiert, bekommt aus der Kamera zun&auml;chst kein vollst&auml;ndig fertig entwickeltes Bild. Die Datei enth&auml;lt vielmehr die Ausgangsdaten, aus denen eine RAW-Software das sichtbare Foto erzeugt. Genau dieser Vorgang wird als RAW-Entwicklung&hellip;\" class=\"encyclopedia\">RAW-Entwicklung<\/a> interpretiert diese Daten und berechnet daraus ein Farbbild &ndash; ein Vorgang, der als Demosaicing bezeichnet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird auch verst&auml;ndlich, warum eine RAW-Datei nicht einfach ein fertiges Foto ohne Kompression ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein RAW-Konverter muss die gespeicherten Sensordaten zun&auml;chst interpretieren. Dabei spielen unter anderem <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/weissabgleich\/\" target=\"_self\" title=\"Nat&uuml;rliche Farben trotz unterschiedlichem Licht Eine wei&szlig;e Hauswand bleibt f&uuml;r uns wei&szlig; &ndash; egal, ob wir sie im warmen Licht einer Gl&uuml;hlampe, im Schatten oder unter einem bedeckten Himmel betrachten. Unser Sehsystem passt sich erstaunlich gut an unterschiedliche Lichtfarben an.&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Wei&szlig;abgleich<\/a>, Tonwertwiedergabe, Farben, Kontrast und Sch&auml;rfung eine Rolle. Das sichtbare Bild entsteht also erst durch eine Entwicklung der Rohdaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei JPEG &uuml;bernimmt dagegen bereits die Kamera einen wesentlichen Teil dieser Arbeit. Sie verarbeitet die aufgenommenen Daten entsprechend ihrer Einstellungen und Algorithmen und speichert anschlie&szlig;end ein fertiges, komprimiertes Bild.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erkl&auml;rt einen wichtigen Unterschied: RAW bedeutet nicht automatisch, dass das Bild sch&ouml;ner aussieht. RAW bedeutet zun&auml;chst einmal, dass Du sp&auml;ter mehr Entscheidungen selbst treffen kannst.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ist RAW f&uuml;r die Fotografie interessant?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der praktische Vorteil zeigt sich vor allem bei der <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildbearbeitung\/\" target=\"_self\" title=\"Bildbearbeitung in der Fotografie bezieht sich auf jede Form der &Auml;nderung oder Verbesserung von digitalen oder analogen Fotos, um das Aussehen oder die Qualit&auml;t des Bildes zu ver&auml;ndern. Dies kann durch verschiedene Software-Tools erfolgen, die eine Vielzahl von Funktionen bieten,&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildbearbeitung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer RAW-Datei kannst Du beispielsweise den Wei&szlig;abgleich nachtr&auml;glich sehr flexibel ver&auml;ndern. Auch bei Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe besitzt Du in der Regel mehr Bearbeitungsspielraum als bei einem bereits entwickelten JPEG. RAW-Dateien speichern daf&uuml;r mehr Tonwert- und Farbinformationen, w&auml;hrend ein JPEG bereits von der Kamera verarbeitet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders hilfreich kann dieser Spielraum bei kontrastreichen Motiven sein. Zeichnung in sehr hellen oder dunklen Bereichen l&auml;sst sich bei geeigneter <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/belichtung\/\" target=\"_self\" title=\"Belichtung geh&ouml;rt zu den Begriffen, an denen in der Fotografie kein Weg vorbeif&uuml;hrt. Denn unabh&auml;ngig davon, ob Du mit einer modernen Systemkamera, einer analogen Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone fotografierst: Am Anfang eines Fotos steht immer Licht. Dabei geht es bei&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Belichtung<\/a> h&auml;ufig besser herausarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW sollte dabei allerdings nicht als Versicherung gegen jede Fehlbelichtung verstanden werden. Sind beispielsweise helle Bildbereiche so stark &uuml;berbelichtet, dass der Sensor dort keine verwertbare Abstufung mehr aufgezeichnet hat, kann auch eine RAW-Entwicklung diese Information nicht zur&uuml;ckholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorteil liegt deshalb weniger darin, Fehler beliebig reparieren zu k&ouml;nnen. Du bekommst vielmehr eine bessere Ausgangsbasis, um die tats&auml;chlich aufgenommenen Informationen f&uuml;r Dein fertiges Bild zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6aa845a931654\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6aa845a931654\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13258\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/RAW2-Web-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus der Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir eine Landschaft kurz vor Sonnenuntergang vor. Der Himmel ist noch sehr hell, w&auml;hrend der Vordergrund bereits im Schatten liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotografierst Du als JPEG, entscheidet die Kamera schon bei der Aufnahme dar&uuml;ber, wie Farben, Kontrast, Wei&szlig;abgleich und Tonwerte umgesetzt werden. Das Ergebnis kann durchaus hervorragend aussehen &ndash; Du arbeitest anschlie&szlig;end aber mit einem bereits entwickelten Bild.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit RAW verschiebst Du einen Teil dieser Entscheidungen an den Computer. Dort kannst Du beispielsweise den Wei&szlig;abgleich an die gew&uuml;nschte Stimmung anpassen, die hellen Bereiche des Himmels vorsichtig bearbeiten und die Schatten differenzierter abstimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Motiv bleibt nat&uuml;rlich dasselbe. Der Unterschied liegt darin, wie viel Einfluss Du auf seine endg&uuml;ltige Interpretation nehmen kannst.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">RAW ist nicht gleich RAW<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine h&auml;ufige Vorstellung lautet, RAW sei ein universelles Bildformat wie JPEG. Tats&auml;chlich existieren zahlreiche hersteller- und teilweise kameraspezifische Rohdatenformate. Eine RAW-Software muss das jeweilige Format deshalb unterst&uuml;tzen und korrekt interpretieren k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Besonderheit ist DNG, kurz f&uuml;r &bdquo;Digital Negative&ldquo;. Adobe entwickelte DNG als &ouml;ffentlich dokumentiertes Format zur Speicherung von Kamera-Rohdaten. Es soll unter anderem die langfristige Lesbarkeit und den Austausch von RAW-Dateien erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Aussage &bdquo;RAW ist unkomprimiert&ldquo; sollte man nicht als allgemeing&uuml;ltige Definition verwenden. RAW-Dateien k&ouml;nnen je nach Kamera und Format durchaus komprimiert gespeichert werden. Entscheidend ist nicht das v&ouml;llige Fehlen einer Kompression, sondern dass die Datei Rohdaten f&uuml;r die sp&auml;tere Interpretation und Entwicklung bereitstellt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">RAW oder JPEG?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW hat klare Vorteile, aber deshalb ist JPEG nicht automatisch die schlechtere Wahl.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vorteile von RAW<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du erh&auml;ltst mehr Spielraum bei der sp&auml;teren Bildentwicklung, kannst wichtige Parameter wie den Wei&szlig;abgleich flexibel festlegen und hast eine gute Ausgangsbasis f&uuml;r eine gezielte Bearbeitung. Die urspr&uuml;nglichen Rohdaten k&ouml;nnen bei einem nichtdestruktiven RAW-Workflow erhalten bleiben, w&auml;hrend die Entwicklungseinstellungen separat gespeichert werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nachteile von RAW<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW-Dateien ben&ouml;tigen &uuml;blicherweise mehr Speicherplatz und m&uuml;ssen entwickelt beziehungsweise exportiert werden, bevor sie f&uuml;r viele typische Anwendungen als fertiges Bild verwendet werden k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem muss die eingesetzte Software das jeweilige RAW-Format der Kamera unterst&uuml;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">JPEG ist dagegen praktisch, wenn ein Bild schnell verf&uuml;gbar sein soll und Du mit der kamerainternen Verarbeitung zufrieden bist. RAW lohnt sich besonders dann, wenn Du Deine Bilder anschlie&szlig;end bewusst entwickeln m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht also weniger um die Frage, welches Format grunds&auml;tzlich &bdquo;besser&ldquo; ist. Entscheidend ist, welcher Arbeitsablauf besser zu Deiner Fotografie passt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">RAW und das digitale Negativ<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW-Dateien werden gern mit dem Negativ aus der analogen Fotografie verglichen. Auch Adobe verwendet diesen Vergleich, weil sich dieselben Rohdaten immer wieder unterschiedlich interpretieren und entwickeln lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz w&ouml;rtlich sollte man die Analogie allerdings nicht nehmen. Eine RAW-Datei ist kein digitales St&uuml;ck Film. Sie enth&auml;lt Sensordaten und Metadaten, die von Software interpretiert werden m&uuml;ssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als gedankliches Modell funktioniert der Vergleich trotzdem gut: Die Aufnahme ist die Grundlage, aber das endg&uuml;ltige Erscheinungsbild des Bildes entsteht erst bei der Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW gibt Dir vor allem eines: Entscheidungsspielraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kamera legt weniger von der endg&uuml;ltigen Bildwirkung fest, und Du kannst viele Entscheidungen sp&auml;ter bei der Entwicklung treffen. Das ist besonders interessant, wenn Du Belichtung, Farben und Tonwerte bewusst gestalten m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RAW macht aus einer schlechten Aufnahme nicht automatisch eine gute. Und JPEG macht aus einem guten Foto keineswegs ein schlechteres. Der eigentliche Unterschied liegt darin, <strong>wann und von wem die Entscheidungen &uuml;ber das fertige Bild getroffen werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau deshalb ist RAW weniger eine Frage maximaler Technik als eine Frage des fotografischen Workflows.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was steckt hinter dem Rohdatenformat? Wer sich etwas intensiver mit digitaler Fotografie besch\u00e4ftigt, begegnet fr\u00fcher oder sp\u00e4ter der Wahl zwischen JPEG und RAW. W\u00e4hrend ein JPEG praktisch fertig aus der Kamera kommt, l\u00e4sst Dir RAW bei der sp\u00e4teren Bildentwicklung deutlich mehr Spielraum. Doch RAW ist nicht einfach nur ein Dateiformat f\u00fcr \u201ebessere Bildqualit\u00e4t\u201c. Um seine Vorteile sinnvoll nutzen zu k\u00f6nnen, lohnt es sich zu verstehen, was die Kamera dabei eigentlich speichert \u2013 und was noch nicht. Definition: Was ist RAW? RAW bezeichnet in der Digitalfotografie eine Datei, in der die vom Bildsensor erfassten Aufnahmedaten weitgehend in ihrer urspr\u00fcnglichen Form gespeichert werden. Zus\u00e4tzlich enth\u00e4lt die Datei Metadaten zur Aufnahme und Informationen, die eine RAW-Software ben\u00f6tigt, um daraus ein sichtbares Farbbild zu entwickeln. Der Begriff stammt vom englischen Wort \u201eraw\u201c, also \u201eroh\u201c. RAW ist allerdings kein einheitliches Dateiformat mit der Dateiendung .raw. Kamerahersteller verwenden unterschiedliche Formate und Dateiendungen. Daneben gibt es mit DNG ein \u00f6ffentlich dokumentiertes Rohdatenformat. Vereinfacht gesagt: Bei RAW \u00fcberl\u00e4sst Du einen gr\u00f6\u00dferen Teil der Bildentwicklung nicht der Kamera, sondern Deiner sp\u00e4teren Entscheidung. Was passiert bei einer RAW-Aufnahme? Beim Ausl\u00f6sen trifft Licht auf den Sensor. Dessen einzelne Sensorelemente erfassen zun\u00e4chst Helligkeitsinformationen. Bei den verbreiteten Sensoren mit Farbfiltermosaik erfassen die einzelnen Sensel dabei nicht jeweils vollst\u00e4ndige RGB-Farbinformationen. Erst die RAW-Entwicklung interpretiert diese Daten und berechnet daraus ein Farbbild \u2013 ein Vorgang, der als Demosaicing bezeichnet wird. Damit wird auch verst\u00e4ndlich, warum eine RAW-Datei nicht einfach ein fertiges Foto ohne Kompression ist. Ein RAW-Konverter muss die gespeicherten Sensordaten zun\u00e4chst interpretieren. Dabei spielen unter anderem Wei\u00dfabgleich, Tonwertwiedergabe, Farben, Kontrast und Sch\u00e4rfung eine Rolle. Das sichtbare Bild entsteht also erst durch eine Entwicklung der Rohdaten. Bei JPEG \u00fcbernimmt dagegen bereits die Kamera einen wesentlichen Teil dieser Arbeit. Sie verarbeitet die aufgenommenen Daten entsprechend ihrer Einstellungen und Algorithmen und speichert anschlie\u00dfend ein fertiges, komprimiertes Bild. Das erkl\u00e4rt einen wichtigen Unterschied: RAW bedeutet nicht automatisch, dass das Bild sch\u00f6ner aussieht. RAW bedeutet zun\u00e4chst einmal, dass Du sp\u00e4ter mehr Entscheidungen selbst treffen kannst. Warum ist RAW f\u00fcr die Fotografie interessant? Der praktische Vorteil zeigt sich vor allem bei der Bildbearbeitung. Bei einer RAW-Datei kannst Du beispielsweise den Wei\u00dfabgleich nachtr\u00e4glich sehr flexibel ver\u00e4ndern. Auch bei Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe besitzt Du in der Regel mehr Bearbeitungsspielraum als bei einem bereits entwickelten JPEG. RAW-Dateien speichern daf\u00fcr mehr Tonwert- und Farbinformationen, w\u00e4hrend ein JPEG bereits von der Kamera verarbeitet wurde. Besonders hilfreich kann dieser Spielraum bei kontrastreichen Motiven sein. Zeichnung in sehr hellen oder dunklen Bereichen l\u00e4sst sich bei geeigneter Belichtung h\u00e4ufig besser herausarbeiten. RAW sollte dabei allerdings nicht als Versicherung gegen jede Fehlbelichtung verstanden werden. Sind beispielsweise helle Bildbereiche so stark \u00fcberbelichtet, dass der Sensor dort keine verwertbare Abstufung mehr aufgezeichnet hat, kann auch eine RAW-Entwicklung diese Information nicht zur\u00fcckholen. Der Vorteil liegt deshalb weniger darin, Fehler beliebig reparieren zu k\u00f6nnen. Du bekommst vielmehr eine bessere Ausgangsbasis, um die tats\u00e4chlich aufgenommenen Informationen f\u00fcr Dein fertiges Bild zu nutzen. Ein Beispiel aus der Praxis Stell Dir eine Landschaft kurz vor Sonnenuntergang vor. Der Himmel ist noch sehr hell, w\u00e4hrend der Vordergrund bereits im Schatten liegt. Fotografierst Du als JPEG, entscheidet die Kamera schon bei der Aufnahme dar\u00fcber, wie Farben, Kontrast, Wei\u00dfabgleich und Tonwerte umgesetzt werden. Das Ergebnis kann durchaus hervorragend aussehen \u2013 Du arbeitest anschlie\u00dfend aber mit einem bereits entwickelten Bild. Mit RAW verschiebst Du einen Teil dieser Entscheidungen an den Computer. Dort kannst Du beispielsweise den Wei\u00dfabgleich an die gew\u00fcnschte Stimmung anpassen, die hellen Bereiche des Himmels vorsichtig bearbeiten und die Schatten differenzierter abstimmen. Das Motiv bleibt nat\u00fcrlich dasselbe. Der Unterschied liegt darin, wie viel Einfluss Du auf seine endg\u00fcltige Interpretation nehmen kannst. RAW ist nicht gleich RAW Eine h\u00e4ufige Vorstellung lautet, RAW sei ein universelles Bildformat wie JPEG. Tats\u00e4chlich existieren zahlreiche hersteller- und teilweise kameraspezifische Rohdatenformate. Eine RAW-Software muss das jeweilige Format deshalb unterst\u00fctzen und korrekt interpretieren k\u00f6nnen. Eine Besonderheit ist DNG, kurz f\u00fcr \u201eDigital Negative\u201c. Adobe entwickelte DNG als \u00f6ffentlich dokumentiertes Format zur Speicherung von Kamera-Rohdaten. Es soll unter anderem die langfristige Lesbarkeit und den Austausch von RAW-Dateien erleichtern. Auch die Aussage \u201eRAW ist unkomprimiert\u201c sollte man nicht als allgemeing\u00fcltige Definition verwenden. RAW-Dateien k\u00f6nnen je nach Kamera und Format durchaus komprimiert gespeichert werden. Entscheidend ist nicht das v\u00f6llige Fehlen einer Kompression, sondern dass die Datei Rohdaten f\u00fcr die sp\u00e4tere Interpretation und Entwicklung bereitstellt. RAW oder JPEG? RAW hat klare Vorteile, aber deshalb ist JPEG nicht automatisch die schlechtere Wahl. Vorteile von RAW Du erh\u00e4ltst mehr Spielraum bei der sp\u00e4teren Bildentwicklung, kannst wichtige Parameter wie den Wei\u00dfabgleich flexibel festlegen und hast eine gute Ausgangsbasis f\u00fcr eine gezielte Bearbeitung. Die urspr\u00fcnglichen Rohdaten k\u00f6nnen bei einem nichtdestruktiven RAW-Workflow erhalten bleiben, w\u00e4hrend die Entwicklungseinstellungen separat gespeichert werden. Nachteile von RAW RAW-Dateien ben\u00f6tigen \u00fcblicherweise mehr Speicherplatz und m\u00fcssen entwickelt beziehungsweise exportiert werden, bevor sie f\u00fcr viele typische Anwendungen als fertiges Bild verwendet werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem muss die eingesetzte Software das jeweilige RAW-Format der Kamera unterst\u00fctzen. JPEG ist dagegen praktisch, wenn ein Bild schnell verf\u00fcgbar sein soll und Du mit der kamerainternen Verarbeitung zufrieden bist. RAW lohnt sich besonders dann, wenn Du Deine Bilder anschlie\u00dfend bewusst entwickeln m\u00f6chtest. Es geht also weniger um die Frage, welches Format grunds\u00e4tzlich \u201ebesser\u201c ist. Entscheidend ist, welcher Arbeitsablauf besser zu Deiner Fotografie passt. RAW und das digitale Negativ RAW-Dateien werden gern mit dem Negativ aus der analogen Fotografie verglichen. Auch Adobe verwendet diesen Vergleich, weil sich dieselben Rohdaten immer wieder unterschiedlich interpretieren und entwickeln lassen. Ganz w\u00f6rtlich sollte man die Analogie allerdings nicht nehmen. Eine RAW-Datei ist kein digitales St\u00fcck Film. Sie enth\u00e4lt Sensordaten und Metadaten, die von Software interpretiert werden m\u00fcssen. Als gedankliches Modell funktioniert der Vergleich trotzdem gut: Die Aufnahme ist die Grundlage, aber das endg\u00fcltige Erscheinungsbild des Bildes entsteht erst bei der Entwicklung. RAW gibt Dir vor allem eines: Entscheidungsspielraum. Die Kamera legt weniger von der endg\u00fcltigen Bildwirkung fest, und Du kannst viele Entscheidungen sp\u00e4ter bei der Entwicklung treffen. Das ist besonders interessant, wenn Du Belichtung, Farben und Tonwerte bewusst gestalten m\u00f6chtest. RAW macht aus einer schlechten Aufnahme nicht automatisch eine gute. Und JPEG macht aus einem guten Foto keineswegs ein schlechteres. Der eigentliche Unterschied liegt darin, wann und von wem die Entscheidungen \u00fcber das fertige Bild getroffen werden. 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