{"id":13166,"date":"2026-09-12T10:36:32","date_gmt":"2026-09-12T08:36:32","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=13166"},"modified":"2026-09-12T10:43:32","modified_gmt":"2026-09-12T08:43:32","slug":"weiches-licht","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/weiches-licht\/","title":{"rendered":"Weiches Licht"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht geh&ouml;rt zu den Begriffen, die in der Fotografie st&auml;ndig auftauchen. Portr&auml;tfotografen schw&auml;rmen davon, bei bedecktem Himmel entsteht es scheinbar ganz von selbst und im Studio werden gro&szlig;e Softboxen eingesetzt, um es gezielt zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber was macht Licht eigentlich &bdquo;weich&ldquo;?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner Helligkeit hat das zun&auml;chst erstaunlich wenig zu tun. Auch sehr helles Licht kann weich sein. Entscheidend ist vielmehr, <strong>wie das Licht auf das Motiv trifft und wie die &Uuml;berg&auml;nge zwischen Licht und Schatten aussehen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Definition: Was ist weiches Licht?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als weiches Licht bezeichnet man in der Fotografie Licht, das <strong>Schatten mit vergleichsweise sanften &Uuml;berg&auml;ngen<\/strong> erzeugt. Die Grenze zwischen beleuchteten und beschatteten Bereichen ist also nicht scharf gezeichnet, sondern erstreckt sich &uuml;ber einen mehr oder weniger breiten &Uuml;bergangsbereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders gut l&auml;sst sich das an einem Portr&auml;t erkennen. Bei <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/enzyklopaedie\/hartes-licht\/\" data-type=\"encyclopedia\" data-id=\"13163\">hartem Licht<\/a> kann beispielsweise die Nase einen klar begrenzten Schatten auf die Wange werfen. Bei weichem Licht l&auml;uft dieser Schatten dagegen allm&auml;hlich aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei bedeutet weich nicht automatisch schattenlos. Auch weiches Licht kann deutlich aus einer Richtung kommen und ein Gesicht modellieren. Seine Schatten besitzen lediglich weichere Kanten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum wird Licht weich?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Faktor ist die <strong>scheinbare Gr&ouml;&szlig;e der Lichtquelle im Verh&auml;ltnis zum Motiv<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je gr&ouml;&szlig;er eine Lichtquelle aus Sicht des Motivs erscheint, desto weicher werden in der Regel die Schatten. Eine kleine beziehungsweise scheinbar kleine Lichtquelle erzeugt dagegen h&auml;rtere Schatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer sehr kleinen Lichtquelle erreicht das Licht einen Punkt des Motivs aus einem relativ eng begrenzten Winkelbereich. Wird dieser Lichtweg beispielsweise durch die Nase eines Menschen unterbrochen, entsteht dahinter eine vergleichsweise klar abgegrenzte Schattenzone.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer gro&szlig;en Lichtquelle kommt Licht dagegen aus vielen leicht unterschiedlichen Richtungen. Ein Bereich, der von einem Teil der Lichtquelle bereits abgeschattet wird, kann von einem anderen Teil noch Licht erhalten. Zwischen vollst&auml;ndig beleuchteten und vollst&auml;ndig beschatteten Bereichen entsteht dadurch ein breiterer Halbschatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau dieser &Uuml;bergang l&auml;sst die Schatten weich erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nicht nur die Gr&ouml;&szlig;e z&auml;hlt &ndash; auch der Abstand<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gro&szlig;e Lichtquelle ist nicht automatisch weich und eine kleine nicht unter allen Umst&auml;nden hart. Entscheidend ist ihre <strong>scheinbare Gr&ouml;&szlig;e vom Motiv aus betrachtet<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb spielt der Abstand eine wichtige Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Softbox, die dicht neben einem Gesicht steht, erscheint aus Sicht der fotografierten Person sehr gro&szlig;. Stellst Du dieselbe Softbox mehrere Meter entfernt auf, wird ihre scheinbare Gr&ouml;&szlig;e kleiner &ndash; und das Licht tendenziell h&auml;rter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist auch der Grund, warum die Sonne trotz ihres gewaltigen tats&auml;chlichen Durchmessers an einem klaren Tag ausgesprochen harte Schatten erzeugen kann: Sie ist extrem weit entfernt und erscheint uns am Himmel nur als relativ kleine Scheibe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gro&szlig;e Lichtquelle nahe am Motiv erzeugt dagegen typischerweise weichere Schatten. Dieses Prinzip wird bei Studioaufnahmen ganz bewusst genutzt. Profoto beschreibt beispielsweise f&uuml;r weiches Portr&auml;tlicht gro&szlig;e Softboxen in geringer Entfernung zum Modell; auch Nikon zeigt, wie ein gro&szlig;er Diffusor eine urspr&uuml;nglich kleine Blitzlichtquelle effektiv vergr&ouml;&szlig;ern kann.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum Wolken das Sonnenlicht weicher machen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bedeckter Himmel ist ein klassisches Beispiel f&uuml;r weiches nat&uuml;rliches Licht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wird die Sonne nat&uuml;rlich nicht gr&ouml;&szlig;er. Stattdessen wird ihr Licht durch die Wolkendecke gestreut. Aus fotografischer Sicht kommt das Licht dadurch nicht mehr nur aus Richtung der kleinen Sonnenscheibe. Ein gro&szlig;er Bereich des Himmels wird zur wirksamen Lichtquelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb verschwinden die scharf abgegrenzten Schatten eines wolkenlosen Sonnentages oder werden deutlich weicher. Nikon beschreibt einen bew&ouml;lkten Himmel entsprechend als sehr gro&szlig;e, weiche Lichtquelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&Auml;hnliches kannst Du an einem Fenster beobachten. Direktes Sonnenlicht, das durch ein Fenster f&auml;llt, kann ausgesprochen hart sein. Wird der Himmel von Wolken bedeckt oder h&auml;ngt ein lichtdurchl&auml;ssiger Vorhang vor dem Fenster, ver&auml;ndert sich der Charakter des Lichts deutlich.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Bedeutung hat weiches Licht f&uuml;r die Fotografie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht wird besonders h&auml;ufig mit Portr&auml;tfotografie verbunden. Das hat einen praktischen Grund: Sanfte Schatten&uuml;berg&auml;nge lassen Hautstrukturen h&auml;ufig weniger dominant erscheinen und k&ouml;nnen Gesichtsz&uuml;ge zur&uuml;ckhaltender modellieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber weiches Licht ist keineswegs nur f&uuml;r Menschen interessant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Produkt-, Food-, Makro- und Stilllebenfotografie kann es helfen, starke Helligkeitsspr&uuml;nge zu vermeiden und Formen gleichm&auml;&szlig;ig sichtbar zu machen. Nikon empfiehlt beispielsweise f&uuml;r Food-Fotografie weiches, gefiltertes Fensterlicht; Reflektoren k&ouml;nnen zus&auml;tzlich genutzt werden, um Schatten aufzuhellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig sollte daraus keine Regel werden, nach der weiches Licht grunds&auml;tzlich &bdquo;besser&ldquo; w&auml;re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Harte Schatten k&ouml;nnen Struktur, Spannung und R&auml;umlichkeit erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage lautet deshalb nicht: <strong>Ist weiches Licht besser?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sondern: <strong>Passt dieser Lichtcharakter zu dem Bild, das Du machen m&ouml;chtest?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6aa6cd1c4981f\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6aa6cd1c4981f\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-13167\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Weiches-Licht2-Web-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein praktisches Beispiel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir vor, Du m&ouml;chtest zu Hause ein Portr&auml;t fotografieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du stellst die Person einen Meter von einem gro&szlig;en Fenster entfernt auf. Drau&szlig;en ist der Himmel bedeckt. Das Fenster wird damit aus Sicht der Person zu einer ziemlich gro&szlig;en Lichtfl&auml;che.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesicht wird von einer Seite beleuchtet. Auf der gegen&uuml;berliegenden Gesichtsh&auml;lfte entstehen weiterhin Schatten, aber der &Uuml;bergang von hell zu dunkel ist sanft. Das Gesicht wirkt dadurch plastisch, ohne dass sich harte Schattenkanten bilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun stell Dir dieselbe Situation nachts vor. Statt des Fensters verwendest Du einen kleinen Blitz, der mehrere Meter entfernt direkt auf die Person gerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lichtquelle erscheint aus Sicht des Motivs wesentlich kleiner. Entsprechend deutlich werden Schattenkanten sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du k&ouml;nntest den Blitz nun gegen eine gro&szlig;e wei&szlig;e Wand richten oder ihn durch einen ausreichend gro&szlig;en Diffusor beziehungsweise eine Softbox schicken. Dadurch wird die <strong>wirksame Lichtquelle gr&ouml;&szlig;er<\/strong>. Beim indirekten Blitzen &uuml;ber W&auml;nde oder Decken ver&auml;ndert sich zus&auml;tzlich die Lichtrichtung; Nikon zeigt dieses Prinzip beim Bouncen eines Blitzger&auml;ts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird aus demselben Blitzger&auml;t ein Licht mit v&ouml;llig anderem Charakter.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiches Licht und diffuses Licht &ndash; ist das dasselbe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Begriffe werden im fotografischen Alltag h&auml;ufig &auml;hnlich verwendet, beschreiben aber nicht exakt dasselbe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weich<\/strong> beschreibt vor allem den Charakter der Schatten beziehungsweise ihrer &Uuml;berg&auml;nge. <strong>Diffus<\/strong> beschreibt zun&auml;chst die Streuung des Lichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diffusion kann allerdings dazu genutzt werden, eine gr&ouml;&szlig;ere wirksame Lichtfl&auml;che zu erzeugen &ndash; und damit weicheres Licht. Ein gro&szlig;es Diffusionstuch zwischen Blitz und Motiv ist daf&uuml;r ein typisches Beispiel. Nikon demonstriert genau dieses Prinzip mit einem gro&szlig;en Diffusor, der aus einer kleinen Blitzquelle eine wesentlich gr&ouml;&szlig;ere wirksame Lichtquelle macht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb h&auml;ngen beide Begriffe eng miteinander zusammen, sollten aber nicht einfach als Synonyme behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weiches Licht bedeutet nicht automatisch flaches Licht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das ist eine wichtige Unterscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht kann durchaus gerichtet sein. Eine gro&szlig;e Softbox seitlich neben einem Gesicht erzeugt beispielsweise eine deutlich erkennbare Licht- und Schattenseite. Die &Uuml;berg&auml;nge sind weich, trotzdem bleibt das Gesicht plastisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Flaches Licht entsteht dagegen, wenn die Beleuchtung wenig modellierende Schatten beziehungsweise geringe Richtungswirkung besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Bild kann deshalb gleichzeitig weich beleuchtet und dennoch r&auml;umlich wirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist fotografisch wichtig, denn gerade die Kombination aus <strong>weichen Schatten&uuml;berg&auml;ngen und einer bewussten Lichtrichtung<\/strong> kann sehr wirkungsvoll sein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorteile und Grenzen von weichem Licht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht kann sanfte Schatten&uuml;berg&auml;nge erzeugen, starke Kontraste abmildern und bei Portr&auml;ts oder Produkten eine ruhige Bildwirkung unterst&uuml;tzen. Es l&auml;sst sich sowohl mit nat&uuml;rlichem Licht als auch mit Blitz- oder <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/dauerlicht\/\" target=\"_self\" title=\"Dauerlicht in der Fotografie bezieht sich auf eine kontinuierliche Lichtquelle, die w&auml;hrend der Aufnahme ununterbrochen leuchtet, im Gegensatz zu einem Blitzlicht, das nur kurzzeitig aufleuchtet. Dauerlicht wird oft in der Video- und Filmproduktion verwendet, da es eine gleichm&auml;&szlig;ige und konstante&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Dauerlicht<\/a> erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine vermeintliche St&auml;rke kann aber auch zur Schw&auml;che werden. Wird eine Szene sehr gleichm&auml;&szlig;ig ausgeleuchtet, k&ouml;nnen markante Schatten, Oberfl&auml;chenstrukturen und r&auml;umliche Wirkung zur&uuml;cktreten. Au&szlig;erdem ist eine gro&szlig;e Lichtquelle allein noch keine Garantie f&uuml;r interessantes Licht &ndash; Richtung, Abstand, Hintergrund und Verh&auml;ltnis zum Umgebungslicht bleiben wichtige gestalterische Faktoren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht ist deshalb kein Qualit&auml;tsmerkmal an sich, sondern eine gestalterische Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiches Licht erkennst Du vor allem an seinen <strong>sanften Schatten&uuml;berg&auml;ngen<\/strong>. Wie weich diese ausfallen, h&auml;ngt wesentlich davon ab, wie gro&szlig; die wirksame Lichtquelle aus Sicht des Motivs erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird auch verst&auml;ndlich, warum ein bew&ouml;lkter Himmel, ein gro&szlig;es Fenster, eine nahe Softbox oder ein gro&szlig;es Diffusionstuch weiches Licht erzeugen k&ouml;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der praktische Gedanke dahinter ist wichtiger als jede feste Lichtregel: M&ouml;chtest Du das Licht weicher machen, solltest Du nicht zuerst an Kameraeinstellungen denken. Schau Dir die Lichtquelle an &ndash; und &uuml;berlege, <strong>wie gro&szlig; sie aus Sicht Deines Motivs erscheint<\/strong>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiches Licht geh\u00f6rt zu den Begriffen, die in der Fotografie st\u00e4ndig auftauchen. Portr\u00e4tfotografen schw\u00e4rmen davon, bei bedecktem Himmel entsteht es scheinbar ganz von selbst und im Studio werden gro\u00dfe Softboxen eingesetzt, um es gezielt zu erzeugen. Aber was macht Licht eigentlich \u201eweich\u201c? Mit seiner Helligkeit hat das zun\u00e4chst erstaunlich wenig zu tun. Auch sehr helles Licht kann weich sein. Entscheidend ist vielmehr, wie das Licht auf das Motiv trifft und wie die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Licht und Schatten aussehen. Definition: Was ist weiches Licht? Als weiches Licht bezeichnet man in der Fotografie Licht, das Schatten mit vergleichsweise sanften \u00dcberg\u00e4ngen erzeugt. Die Grenze zwischen beleuchteten und beschatteten Bereichen ist also nicht scharf gezeichnet, sondern erstreckt sich \u00fcber einen mehr oder weniger breiten \u00dcbergangsbereich. Besonders gut l\u00e4sst sich das an einem Portr\u00e4t erkennen. Bei hartem Licht kann beispielsweise die Nase einen klar begrenzten Schatten auf die Wange werfen. Bei weichem Licht l\u00e4uft dieser Schatten dagegen allm\u00e4hlich aus. Dabei bedeutet weich nicht automatisch schattenlos. Auch weiches Licht kann deutlich aus einer Richtung kommen und ein Gesicht modellieren. Seine Schatten besitzen lediglich weichere Kanten. Warum wird Licht weich? Der entscheidende Faktor ist die scheinbare Gr\u00f6\u00dfe der Lichtquelle im Verh\u00e4ltnis zum Motiv. Je gr\u00f6\u00dfer eine Lichtquelle aus Sicht des Motivs erscheint, desto weicher werden in der Regel die Schatten. Eine kleine beziehungsweise scheinbar kleine Lichtquelle erzeugt dagegen h\u00e4rtere Schatten. Warum? Bei einer sehr kleinen Lichtquelle erreicht das Licht einen Punkt des Motivs aus einem relativ eng begrenzten Winkelbereich. Wird dieser Lichtweg beispielsweise durch die Nase eines Menschen unterbrochen, entsteht dahinter eine vergleichsweise klar abgegrenzte Schattenzone. Bei einer gro\u00dfen Lichtquelle kommt Licht dagegen aus vielen leicht unterschiedlichen Richtungen. Ein Bereich, der von einem Teil der Lichtquelle bereits abgeschattet wird, kann von einem anderen Teil noch Licht erhalten. Zwischen vollst\u00e4ndig beleuchteten und vollst\u00e4ndig beschatteten Bereichen entsteht dadurch ein breiterer Halbschatten. Genau dieser \u00dcbergang l\u00e4sst die Schatten weich erscheinen. Nicht nur die Gr\u00f6\u00dfe z\u00e4hlt \u2013 auch der Abstand Eine gro\u00dfe Lichtquelle ist nicht automatisch weich und eine kleine nicht unter allen Umst\u00e4nden hart. Entscheidend ist ihre scheinbare Gr\u00f6\u00dfe vom Motiv aus betrachtet. Deshalb spielt der Abstand eine wichtige Rolle. Eine Softbox, die dicht neben einem Gesicht steht, erscheint aus Sicht der fotografierten Person sehr gro\u00df. Stellst Du dieselbe Softbox mehrere Meter entfernt auf, wird ihre scheinbare Gr\u00f6\u00dfe kleiner \u2013 und das Licht tendenziell h\u00e4rter. Das ist auch der Grund, warum die Sonne trotz ihres gewaltigen tats\u00e4chlichen Durchmessers an einem klaren Tag ausgesprochen harte Schatten erzeugen kann: Sie ist extrem weit entfernt und erscheint uns am Himmel nur als relativ kleine Scheibe. Eine gro\u00dfe Lichtquelle nahe am Motiv erzeugt dagegen typischerweise weichere Schatten. Dieses Prinzip wird bei Studioaufnahmen ganz bewusst genutzt. Profoto beschreibt beispielsweise f\u00fcr weiches Portr\u00e4tlicht gro\u00dfe Softboxen in geringer Entfernung zum Modell; auch Nikon zeigt, wie ein gro\u00dfer Diffusor eine urspr\u00fcnglich kleine Blitzlichtquelle effektiv vergr\u00f6\u00dfern kann. Warum Wolken das Sonnenlicht weicher machen Ein bedeckter Himmel ist ein klassisches Beispiel f\u00fcr weiches nat\u00fcrliches Licht. Dabei wird die Sonne nat\u00fcrlich nicht gr\u00f6\u00dfer. Stattdessen wird ihr Licht durch die Wolkendecke gestreut. Aus fotografischer Sicht kommt das Licht dadurch nicht mehr nur aus Richtung der kleinen Sonnenscheibe. Ein gro\u00dfer Bereich des Himmels wird zur wirksamen Lichtquelle. Deshalb verschwinden die scharf abgegrenzten Schatten eines wolkenlosen Sonnentages oder werden deutlich weicher. Nikon beschreibt einen bew\u00f6lkten Himmel entsprechend als sehr gro\u00dfe, weiche Lichtquelle. \u00c4hnliches kannst Du an einem Fenster beobachten. Direktes Sonnenlicht, das durch ein Fenster f\u00e4llt, kann ausgesprochen hart sein. Wird der Himmel von Wolken bedeckt oder h\u00e4ngt ein lichtdurchl\u00e4ssiger Vorhang vor dem Fenster, ver\u00e4ndert sich der Charakter des Lichts deutlich. Welche Bedeutung hat weiches Licht f\u00fcr die Fotografie? Weiches Licht wird besonders h\u00e4ufig mit Portr\u00e4tfotografie verbunden. Das hat einen praktischen Grund: Sanfte Schatten\u00fcberg\u00e4nge lassen Hautstrukturen h\u00e4ufig weniger dominant erscheinen und k\u00f6nnen Gesichtsz\u00fcge zur\u00fcckhaltender modellieren. Aber weiches Licht ist keineswegs nur f\u00fcr Menschen interessant. Bei Produkt-, Food-, Makro- und Stilllebenfotografie kann es helfen, starke Helligkeitsspr\u00fcnge zu vermeiden und Formen gleichm\u00e4\u00dfig sichtbar zu machen. Nikon empfiehlt beispielsweise f\u00fcr Food-Fotografie weiches, gefiltertes Fensterlicht; Reflektoren k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich genutzt werden, um Schatten aufzuhellen. Gleichzeitig sollte daraus keine Regel werden, nach der weiches Licht grunds\u00e4tzlich \u201ebesser\u201c w\u00e4re. Harte Schatten k\u00f6nnen Struktur, Spannung und R\u00e4umlichkeit erzeugen. Die Frage lautet deshalb nicht: Ist weiches Licht besser? Sondern: Passt dieser Lichtcharakter zu dem Bild, das Du machen m\u00f6chtest? Ein praktisches Beispiel Stell Dir vor, Du m\u00f6chtest zu Hause ein Portr\u00e4t fotografieren. Du stellst die Person einen Meter von einem gro\u00dfen Fenster entfernt auf. Drau\u00dfen ist der Himmel bedeckt. Das Fenster wird damit aus Sicht der Person zu einer ziemlich gro\u00dfen Lichtfl\u00e4che. Das Gesicht wird von einer Seite beleuchtet. Auf der gegen\u00fcberliegenden Gesichtsh\u00e4lfte entstehen weiterhin Schatten, aber der \u00dcbergang von hell zu dunkel ist sanft. Das Gesicht wirkt dadurch plastisch, ohne dass sich harte Schattenkanten bilden. Nun stell Dir dieselbe Situation nachts vor. Statt des Fensters verwendest Du einen kleinen Blitz, der mehrere Meter entfernt direkt auf die Person gerichtet ist. Die Lichtquelle erscheint aus Sicht des Motivs wesentlich kleiner. Entsprechend deutlich werden Schattenkanten sichtbar. Du k\u00f6nntest den Blitz nun gegen eine gro\u00dfe wei\u00dfe Wand richten oder ihn durch einen ausreichend gro\u00dfen Diffusor beziehungsweise eine Softbox schicken. Dadurch wird die wirksame Lichtquelle gr\u00f6\u00dfer. Beim indirekten Blitzen \u00fcber W\u00e4nde oder Decken ver\u00e4ndert sich zus\u00e4tzlich die Lichtrichtung; Nikon zeigt dieses Prinzip beim Bouncen eines Blitzger\u00e4ts. Damit wird aus demselben Blitzger\u00e4t ein Licht mit v\u00f6llig anderem Charakter. Weiches Licht und diffuses Licht \u2013 ist das dasselbe? Die Begriffe werden im fotografischen Alltag h\u00e4ufig \u00e4hnlich verwendet, beschreiben aber nicht exakt dasselbe. Weich beschreibt vor allem den Charakter der Schatten beziehungsweise ihrer \u00dcberg\u00e4nge. Diffus beschreibt zun\u00e4chst die Streuung des Lichts. Diffusion kann allerdings dazu genutzt werden, eine gr\u00f6\u00dfere wirksame Lichtfl\u00e4che zu erzeugen \u2013 und damit weicheres Licht. Ein gro\u00dfes Diffusionstuch zwischen Blitz und Motiv ist daf\u00fcr ein typisches Beispiel. Nikon demonstriert genau dieses Prinzip mit einem gro\u00dfen Diffusor, der aus einer kleinen Blitzquelle eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere wirksame Lichtquelle macht. Deshalb h\u00e4ngen beide Begriffe eng miteinander zusammen, sollten aber nicht einfach als Synonyme behandelt werden. Weiches Licht bedeutet nicht automatisch flaches Licht Auch das ist eine wichtige Unterscheidung. Weiches Licht kann durchaus gerichtet sein. Eine gro\u00dfe Softbox seitlich neben einem Gesicht erzeugt beispielsweise eine deutlich erkennbare Licht- und Schattenseite. Die \u00dcberg\u00e4nge sind weich, trotzdem bleibt das Gesicht plastisch. Flaches Licht entsteht dagegen, wenn die Beleuchtung wenig modellierende Schatten beziehungsweise geringe Richtungswirkung besitzt. Ein Bild kann deshalb gleichzeitig weich beleuchtet und dennoch r\u00e4umlich wirken. Das ist fotografisch wichtig, denn gerade die Kombination aus weichen Schatten\u00fcberg\u00e4ngen und einer bewussten Lichtrichtung kann sehr wirkungsvoll sein. Vorteile und Grenzen von weichem Licht Weiches Licht kann sanfte Schatten\u00fcberg\u00e4nge erzeugen, starke Kontraste abmildern und bei Portr\u00e4ts oder Produkten eine ruhige Bildwirkung unterst\u00fctzen. Es l\u00e4sst sich sowohl mit nat\u00fcrlichem Licht als auch mit Blitz- oder Dauerlicht erzeugen. Seine vermeintliche St\u00e4rke kann aber auch zur Schw\u00e4che werden. Wird eine Szene sehr gleichm\u00e4\u00dfig ausgeleuchtet, k\u00f6nnen markante Schatten, Oberfl\u00e4chenstrukturen und r\u00e4umliche Wirkung zur\u00fccktreten. Au\u00dferdem ist eine gro\u00dfe Lichtquelle allein noch keine Garantie f\u00fcr interessantes Licht \u2013 Richtung, Abstand, Hintergrund und Verh\u00e4ltnis zum Umgebungslicht bleiben wichtige gestalterische Faktoren. Weiches Licht ist deshalb kein Qualit\u00e4tsmerkmal an sich, sondern eine gestalterische Entscheidung. Weiches Licht erkennst Du vor allem an seinen sanften Schatten\u00fcberg\u00e4ngen. Wie weich diese ausfallen, h\u00e4ngt wesentlich davon ab, wie gro\u00df die wirksame Lichtquelle aus Sicht des Motivs erscheint. Damit wird auch verst\u00e4ndlich, warum ein bew\u00f6lkter Himmel, ein gro\u00dfes Fenster, eine nahe Softbox oder ein gro\u00dfes Diffusionstuch weiches Licht erzeugen k\u00f6nnen. Der praktische Gedanke dahinter ist wichtiger als jede feste Lichtregel: M\u00f6chtest Du das Licht weicher machen, solltest Du nicht zuerst an Kameraeinstellungen denken. 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