{"id":12826,"date":"2026-08-25T14:25:23","date_gmt":"2026-08-25T12:25:23","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=12826"},"modified":"2026-08-25T14:25:24","modified_gmt":"2026-08-25T12:25:24","slug":"drittelregel","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/drittelregel\/","title":{"rendered":"Drittelregel"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ein einfaches Raster bei der Bildgestaltung helfen kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drittelregel geh&ouml;rt zu den bekanntesten Grundlagen der Bildgestaltung. Viele Kameras und Smartphones k&ouml;nnen das passende Raster sogar direkt im Sucher oder auf dem Display einblenden. Zwei horizontale und zwei vertikale Linien teilen das Bild dabei in neun gleich gro&szlig;e Bereiche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So einfach das klingt, so leicht entsteht allerdings ein Missverst&auml;ndnis: Die Drittelregel ist keine Vorschrift f&uuml;r ein gutes Foto. Sie ist vielmehr eine Orientierungshilfe. Sie kann Dir dabei helfen, Motive bewusster im Bild anzuordnen und eine Alternative zur h&auml;ufig intuitiv gew&auml;hlten Platzierung in der Bildmitte zu finden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist die Drittelregel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Drittelregel teilst Du Dein Bild gedanklich horizontal und vertikal jeweils in drei gleich gro&szlig;e Bereiche. Dadurch entsteht ein Raster aus neun Feldern mit vier Schnittpunkten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtige Bildelemente k&ouml;nnen entlang dieser Linien oder in der N&auml;he der Schnittpunkte positioniert werden. Bei einer Landschaft kann beispielsweise der Horizont ungef&auml;hr auf der oberen oder unteren horizontalen Drittellinie liegen. Bei einem Portr&auml;t k&ouml;nnen die Augen in die N&auml;he der oberen Linie r&uuml;cken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist dabei das Wort <strong>k&ouml;nnen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drittelregel beschreibt eine M&ouml;glichkeit der Bildgestaltung und kein Gesetz, nach dem ein Motiv zwangsl&auml;ufig angeordnet werden muss.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was steckt hinter der Drittelregel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die praktische Idee dahinter wird besonders verst&auml;ndlich, wenn Du Dir zun&auml;chst das Gegenteil ansiehst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir eine Landschaft mit einem deutlich sichtbaren Horizont vor. Legst Du diesen genau durch die Bildmitte, bekommen Himmel und Landschaft jeweils ungef&auml;hr die H&auml;lfte der Bildfl&auml;che. Das kann sehr ruhig und symmetrisch wirken &ndash; manchmal aber auch unentschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verschiebst Du den Horizont dagegen nach oben, bekommt die Landschaft mehr Raum. Verschiebst Du ihn nach unten, wird der Himmel st&auml;rker betont.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drittelregel gibt Dir f&uuml;r diese Entscheidung zwei leicht auffindbare Orientierungslinien. Statt automatisch eine Aufteilung von 50:50 zu w&auml;hlen, entscheidest Du Dich bewusst daf&uuml;r, welcher Teil des Motivs mehr Gewicht bekommen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&Auml;hnlich funktioniert es bei einzelnen Motiven. Ein Baum, eine Person oder ein Geb&auml;ude muss nicht zwangsl&auml;ufig in der Bildmitte stehen. Eine seitliche Platzierung kann Raum f&uuml;r die Umgebung schaffen und damit zus&auml;tzliche Informationen oder Spannung ins Bild bringen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sind die Schnittpunkte so bekannt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus den beiden horizontalen und vertikalen Drittellinien entstehen vier Schnittpunkte. H&auml;ufig wird empfohlen, besonders wichtige Motive oder Details ungef&auml;hr dort anzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann gut funktionieren. Allerdings solltest Du die vier Punkte nicht als geheimnisvolle Stellen verstehen, an denen unser Auge automatisch h&auml;ngen bleibt. Die Wirkung einer Bildkomposition h&auml;ngt von weit mehr ab: Kontrast, Farbe, Helligkeit, Sch&auml;rfe, Gr&ouml;&szlig;e, Blickrichtung und Motivinhalt k&ouml;nnen die Aufmerksamkeit wesentlich st&auml;rker beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein helles Gesicht vor einem dunklen Hintergrund wird beispielsweise kaum deshalb &uuml;bersehen, weil es nicht exakt auf einem Drittelschnittpunkt liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Nutzen der Schnittpunkte ist viel praktischer: Sie geben Dir eine unkomplizierte Orientierung, wenn Du ein wichtiges Motiv bewusst au&szlig;erhalb der Mitte platzieren m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet die Drittelregel f&uuml;r Deine Fotografie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade beim Einstieg in die Bildgestaltung ist die Drittelregel hilfreich, weil sie Dich dazu bringt, vor dem Ausl&ouml;sen &uuml;ber die Anordnung der Bildelemente nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statt die Kamera einfach auf das Hauptmotiv zu richten und es dadurch automatisch in die Mitte zu setzen, kannst Du Dich fragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was ist in diesem Bild wichtig &ndash; und wie viel Raum m&ouml;chte ich den einzelnen Elementen geben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit wird aus einer vermeintlichen Regel ein Werkzeug zur bewussten Gestaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Kameras bieten daf&uuml;r ein entsprechendes Gitternetz im Sucher oder auf dem Display. Auch bei Smartphones l&auml;sst sich h&auml;ufig ein Raster aktivieren. Du musst die Drittel also nicht exakt absch&auml;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Exaktheit ist ohnehin nicht das Ziel. Ob ein Auge wenige Millimeter neben einer Rasterlinie liegt, entscheidet nicht dar&uuml;ber, ob ein Portr&auml;t funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Beispiel aus der Landschaftsfotografie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Du stehst am Abend an einem See. Am Horizont zeichnet sich eine Bergkette ab, dar&uuml;ber leuchten interessante Wolken im letzten Licht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt k&ouml;nntest Du den Horizont genau durch die Bildmitte legen. Himmel und Landschaft erhalten dadurch ungef&auml;hr gleich viel Platz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Drittelregel stellst Du Dir stattdessen zun&auml;chst eine andere Frage: <strong>Was ist f&uuml;r dieses Foto wichtiger?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist es der dramatische Himmel, kannst Du den Horizont ungef&auml;hr auf die untere Drittellinie legen. Rund zwei Drittel der Bildfl&auml;che stehen dann dem Himmel zur Verf&uuml;gung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist dagegen die Spiegelung auf dem Wasser besonders interessant, kannst Du den Horizont weiter nach oben verschieben. Nun bekommt die Landschaft beziehungsweise das Wasser mehr Gewicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drittelregel trifft die Entscheidung also nicht f&uuml;r Dich. Sie hilft Dir lediglich dabei, diese Entscheidung bewusst zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6a8dc9336ab20\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a8dc9336ab20\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12827\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Drittelregel2-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drittelregel und Blickrichtung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders anschaulich wird das Prinzip bei Menschen oder Tieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotografierst Du beispielsweise eine Person im Profil, kannst Du sie ungef&auml;hr auf einer vertikalen Drittellinie platzieren und vor ihrem Gesicht mehr Raum lassen als hinter dem Kopf. Die Person scheint dadurch in das Bild hineinzublicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&Auml;hnliches funktioniert bei Bewegung. Ein Fahrradfahrer, der von links nach rechts f&auml;hrt, kann links im Bild platziert werden. Der freie Raum rechts bekommt dadurch eine Funktion: Er zeigt gewisserma&szlig;en, wohin die Bewegung f&uuml;hrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier ist die Drittelregel aber nur ein m&ouml;glicher Ausgangspunkt. Wenig Raum vor einer Person oder einem bewegten Motiv kann genauso bewusst eingesetzt werden und eine v&ouml;llig andere Bildwirkung erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drittelregel oder Goldener Schnitt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittelregel und <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/goldener-schnitt\/\" target=\"_self\" title=\"Harmonische Bildgestaltung mit Ma&szlig; und Gef&uuml;hl Der Goldene Schnitt begegnet Dir in der Fotografie meist als eine Regel zur Bildgestaltung. Ein Hauptmotiv wird nicht einfach irgendwo im Bild platziert, sondern orientiert sich an bestimmten Linien oder Schnittpunkten. 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F&uuml;r den Einstieg hat die Drittelregel einen entscheidenden Vorteil: Sie l&auml;sst sich sehr einfach vorstellen und ist als Raster in vielen Kameras direkt verf&uuml;gbar.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Woher kommt die Drittelregel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise ist die Drittelregel &auml;lter als die Fotografie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine fr&uuml;he und h&auml;ufig als erste bekannte Verwendung des Ausdrucks &bdquo;Rule of Thirds&ldquo; bezeichnete Quelle findet sich 1797 bei John Thomas Smith in seinem Buch <em>Remarks on Rural Scenery<\/em>. Smith besch&auml;ftigte sich darin mit bildnerischen Proportionen und bezog seine &Uuml;berlegungen unter anderem auf Landschaftsdarstellungen. Er betrachtete ein Verh&auml;ltnis von ungef&auml;hr einem zu zwei beziehungsweise zwei zu eins als harmonischer als eine gleichm&auml;&szlig;ige Halbierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings entspricht Smiths Beschreibung nicht vollst&auml;ndig der heute in der Fotografie verbreiteten Vorstellung eines Gitters mit vier bevorzugten Schnittpunkten. Seine &Uuml;berlegungen waren breiter angelegt und bezogen sich unter anderem auf die Verteilung von Licht, Schatten, Formen und Bildbereichen. Die moderne fotografische Drittelregel sollte deshalb nicht einfach eins zu eins in das Jahr 1797 zur&uuml;ckprojiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundidee ist dennoch bemerkenswert aktuell: Eine Bildfl&auml;che muss nicht immer gleichm&auml;&szlig;ig aufgeteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorteile und Grenzen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro&szlig;e St&auml;rke der Drittelregel liegt in ihrer Einfachheit. Sie ist schnell verstanden, l&auml;sst sich schon w&auml;hrend der Aufnahme anwenden und kann dabei helfen, eine allzu automatische Zentrierung des Hauptmotivs zu vermeiden. Besonders bei Landschaften, Portr&auml;ts oder einzelnen Motiven vor einer deutlich sichtbaren Umgebung liefert sie einen guten Ausgangspunkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Einfachheit ist gleichzeitig ihre gr&ouml;&szlig;te Schw&auml;che.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Du jedes Foto nach demselben Raster gestaltest, kann aus einer Orientierungshilfe schnell ein Schema werden. Manche Motive profitieren gerade von einer strengen Symmetrie. Bei Spiegelungen, Architektur, abstrakten Motiven oder sehr reduzierten Kompositionen kann eine zentrale Platzierung ausgesprochen wirkungsvoll sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch ein Motiv weit am Bildrand kann genau die Spannung erzeugen, die ein Foto ben&ouml;tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: <strong>Habe ich die Drittelregel eingehalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanter ist: <strong>Warum habe ich mein Motiv genau dort platziert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drittelregel ist vor allem deshalb n&uuml;tzlich, weil sie einfach ist. Sie gibt Dir ein gedankliches Raster, mit dem Du &uuml;ber Fl&auml;chen, Motivpositionen und die Gewichtung einzelner Bildelemente nachdenken kannst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade am Anfang kann sie helfen, die Bildgestaltung bewusster wahrzunehmen. Mit zunehmender Erfahrung wird das Raster selbst immer unwichtiger. Dann geht es weniger darum, ein Motiv auf einer Drittellinie unterzubringen, sondern darum, zu erkennen, welche Anordnung zu Deinem Bild passt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist das die sinnvollste Art, die Drittelregel zu verwenden: <strong>Lerne sie nicht als Vorschrift, sondern als eine von mehreren M&ouml;glichkeiten, ein Bild bewusst aufzubauen.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum ein einfaches Raster bei der Bildgestaltung helfen kann Die Drittelregel geh\u00f6rt zu den bekanntesten Grundlagen der Bildgestaltung. Viele Kameras und Smartphones k\u00f6nnen das passende Raster sogar direkt im Sucher oder auf dem Display einblenden. Zwei horizontale und zwei vertikale Linien teilen das Bild dabei in neun gleich gro\u00dfe Bereiche. So einfach das klingt, so leicht entsteht allerdings ein Missverst\u00e4ndnis: Die Drittelregel ist keine Vorschrift f\u00fcr ein gutes Foto. Sie ist vielmehr eine Orientierungshilfe. Sie kann Dir dabei helfen, Motive bewusster im Bild anzuordnen und eine Alternative zur h\u00e4ufig intuitiv gew\u00e4hlten Platzierung in der Bildmitte zu finden. Was ist die Drittelregel? Bei der Drittelregel teilst Du Dein Bild gedanklich horizontal und vertikal jeweils in drei gleich gro\u00dfe Bereiche. Dadurch entsteht ein Raster aus neun Feldern mit vier Schnittpunkten. Wichtige Bildelemente k\u00f6nnen entlang dieser Linien oder in der N\u00e4he der Schnittpunkte positioniert werden. Bei einer Landschaft kann beispielsweise der Horizont ungef\u00e4hr auf der oberen oder unteren horizontalen Drittellinie liegen. Bei einem Portr\u00e4t k\u00f6nnen die Augen in die N\u00e4he der oberen Linie r\u00fccken. Entscheidend ist dabei das Wort k\u00f6nnen. Die Drittelregel beschreibt eine M\u00f6glichkeit der Bildgestaltung und kein Gesetz, nach dem ein Motiv zwangsl\u00e4ufig angeordnet werden muss. Was steckt hinter der Drittelregel? Die praktische Idee dahinter wird besonders verst\u00e4ndlich, wenn Du Dir zun\u00e4chst das Gegenteil ansiehst. Stell Dir eine Landschaft mit einem deutlich sichtbaren Horizont vor. Legst Du diesen genau durch die Bildmitte, bekommen Himmel und Landschaft jeweils ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Bildfl\u00e4che. Das kann sehr ruhig und symmetrisch wirken \u2013 manchmal aber auch unentschieden. Verschiebst Du den Horizont dagegen nach oben, bekommt die Landschaft mehr Raum. Verschiebst Du ihn nach unten, wird der Himmel st\u00e4rker betont. 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Die Wirkung einer Bildkomposition h\u00e4ngt von weit mehr ab: Kontrast, Farbe, Helligkeit, Sch\u00e4rfe, Gr\u00f6\u00dfe, Blickrichtung und Motivinhalt k\u00f6nnen die Aufmerksamkeit wesentlich st\u00e4rker beeinflussen. Ein helles Gesicht vor einem dunklen Hintergrund wird beispielsweise kaum deshalb \u00fcbersehen, weil es nicht exakt auf einem Drittelschnittpunkt liegt. Der eigentliche Nutzen der Schnittpunkte ist viel praktischer: Sie geben Dir eine unkomplizierte Orientierung, wenn Du ein wichtiges Motiv bewusst au\u00dferhalb der Mitte platzieren m\u00f6chtest. Was bedeutet die Drittelregel f\u00fcr Deine Fotografie? Gerade beim Einstieg in die Bildgestaltung ist die Drittelregel hilfreich, weil sie Dich dazu bringt, vor dem Ausl\u00f6sen \u00fcber die Anordnung der Bildelemente nachzudenken. Statt die Kamera einfach auf das Hauptmotiv zu richten und es dadurch automatisch in die Mitte zu setzen, kannst Du Dich fragen: Was ist in diesem Bild wichtig \u2013 und wie viel Raum m\u00f6chte ich den einzelnen Elementen geben? Damit wird aus einer vermeintlichen Regel ein Werkzeug zur bewussten Gestaltung. Viele Kameras bieten daf\u00fcr ein entsprechendes Gitternetz im Sucher oder auf dem Display. Auch bei Smartphones l\u00e4sst sich h\u00e4ufig ein Raster aktivieren. Du musst die Drittel also nicht exakt absch\u00e4tzen. Exaktheit ist ohnehin nicht das Ziel. Ob ein Auge wenige Millimeter neben einer Rasterlinie liegt, entscheidet nicht dar\u00fcber, ob ein Portr\u00e4t funktioniert. Ein Beispiel aus der Landschaftsfotografie Du stehst am Abend an einem See. Am Horizont zeichnet sich eine Bergkette ab, dar\u00fcber leuchten interessante Wolken im letzten Licht. Jetzt k\u00f6nntest Du den Horizont genau durch die Bildmitte legen. Himmel und Landschaft erhalten dadurch ungef\u00e4hr gleich viel Platz. Mit der Drittelregel stellst Du Dir stattdessen zun\u00e4chst eine andere Frage: Was ist f\u00fcr dieses Foto wichtiger? Ist es der dramatische Himmel, kannst Du den Horizont ungef\u00e4hr auf die untere Drittellinie legen. Rund zwei Drittel der Bildfl\u00e4che stehen dann dem Himmel zur Verf\u00fcgung. Ist dagegen die Spiegelung auf dem Wasser besonders interessant, kannst Du den Horizont weiter nach oben verschieben. Nun bekommt die Landschaft beziehungsweise das Wasser mehr Gewicht. Die Drittelregel trifft die Entscheidung also nicht f\u00fcr Dich. Sie hilft Dir lediglich dabei, diese Entscheidung bewusst zu treffen. Drittelregel und Blickrichtung Besonders anschaulich wird das Prinzip bei Menschen oder Tieren. Fotografierst Du beispielsweise eine Person im Profil, kannst Du sie ungef\u00e4hr auf einer vertikalen Drittellinie platzieren und vor ihrem Gesicht mehr Raum lassen als hinter dem Kopf. Die Person scheint dadurch in das Bild hineinzublicken. \u00c4hnliches funktioniert bei Bewegung. Ein Fahrradfahrer, der von links nach rechts f\u00e4hrt, kann links im Bild platziert werden. Der freie Raum rechts bekommt dadurch eine Funktion: Er zeigt gewisserma\u00dfen, wohin die Bewegung f\u00fchrt. Auch hier ist die Drittelregel aber nur ein m\u00f6glicher Ausgangspunkt. Wenig Raum vor einer Person oder einem bewegten Motiv kann genauso bewusst eingesetzt werden und eine v\u00f6llig andere Bildwirkung erzeugen. Drittelregel oder Goldener Schnitt? Drittelregel und Goldener Schnitt werden gelegentlich gleichgesetzt, sind aber nicht identisch. Bei der Drittelregel wird eine Strecke in drei gleich gro\u00dfe Teile geteilt. Die entsprechenden Linien liegen bei ungef\u00e4hr einem Drittel und zwei Dritteln der Bildbreite beziehungsweise Bildh\u00f6he. Der Goldene Schnitt basiert dagegen auf einem anderen mathematischen Teilungsverh\u00e4ltnis. Seine Gestaltungslinien liegen deshalb etwas n\u00e4her an der Bildmitte als die Drittellinien. In der fotografischen Praxis k\u00f6nnen beide Prinzipien zu \u00e4hnlichen Kompositionen f\u00fchren. F\u00fcr den Einstieg hat die Drittelregel einen entscheidenden Vorteil: Sie l\u00e4sst sich sehr einfach vorstellen und ist als Raster in vielen Kameras direkt verf\u00fcgbar. Woher kommt die Drittelregel? Interessanterweise ist die Drittelregel \u00e4lter als die Fotografie. Eine fr\u00fche und h\u00e4ufig als erste bekannte Verwendung des Ausdrucks \u201eRule of Thirds\u201c bezeichnete Quelle findet sich 1797 bei John Thomas Smith in seinem Buch Remarks on Rural Scenery. Smith besch\u00e4ftigte sich darin mit bildnerischen Proportionen und bezog seine \u00dcberlegungen unter anderem auf Landschaftsdarstellungen. Er betrachtete ein Verh\u00e4ltnis von ungef\u00e4hr einem zu zwei beziehungsweise zwei zu eins als harmonischer als eine gleichm\u00e4\u00dfige Halbierung. Allerdings entspricht Smiths Beschreibung nicht vollst\u00e4ndig der heute in der Fotografie verbreiteten Vorstellung eines Gitters mit vier bevorzugten Schnittpunkten. Seine \u00dcberlegungen waren breiter angelegt und bezogen sich unter anderem auf die Verteilung von Licht, Schatten, Formen und Bildbereichen. Die moderne fotografische Drittelregel sollte deshalb nicht einfach eins zu eins in das Jahr 1797 zur\u00fcckprojiziert werden. Die Grundidee ist dennoch bemerkenswert aktuell: Eine Bildfl\u00e4che muss nicht immer gleichm\u00e4\u00dfig aufgeteilt werden. Vorteile und Grenzen Die gro\u00dfe St\u00e4rke der Drittelregel liegt in ihrer Einfachheit. Sie ist schnell verstanden, l\u00e4sst sich schon w\u00e4hrend der Aufnahme anwenden und kann dabei helfen, eine allzu automatische Zentrierung des Hauptmotivs zu vermeiden. Besonders bei Landschaften, Portr\u00e4ts oder einzelnen Motiven vor einer deutlich sichtbaren Umgebung liefert sie einen guten Ausgangspunkt. Ihre Einfachheit ist gleichzeitig ihre gr\u00f6\u00dfte Schw\u00e4che. Wenn Du jedes Foto nach demselben Raster gestaltest, kann aus einer Orientierungshilfe schnell ein Schema werden. Manche Motive profitieren gerade von einer strengen Symmetrie. Bei Spiegelungen, Architektur, abstrakten Motiven oder sehr reduzierten Kompositionen kann eine zentrale Platzierung ausgesprochen wirkungsvoll sein. Auch ein Motiv weit am Bildrand kann genau die Spannung erzeugen, die ein Foto ben\u00f6tigt. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Habe ich die Drittelregel eingehalten? Interessanter ist: Warum habe ich mein Motiv genau dort platziert? Die Drittelregel ist vor allem deshalb n\u00fctzlich, weil sie einfach ist. Sie gibt Dir ein gedankliches Raster, mit dem Du \u00fcber Fl\u00e4chen, Motivpositionen und die Gewichtung einzelner Bildelemente nachdenken kannst. Gerade am Anfang kann sie helfen, die Bildgestaltung bewusster wahrzunehmen. Mit zunehmender Erfahrung wird das Raster selbst immer unwichtiger. Dann geht es weniger darum, ein Motiv auf einer Drittellinie unterzubringen, sondern darum, zu erkennen, welche Anordnung zu Deinem Bild passt. 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