{"id":12788,"date":"2026-08-23T14:24:53","date_gmt":"2026-08-23T12:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/juergenpubanz.de\/?post_type=encyclopedia&#038;p=12788"},"modified":"2026-08-23T14:33:07","modified_gmt":"2026-08-23T12:33:07","slug":"micro-four-thirds","status":"publish","type":"encyclopedia","link":"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/micro-four-thirds\/","title":{"rendered":"Micro Four Thirds"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">MFT &ndash; kompakt gedacht, aber nicht nur klein<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds geh&ouml;rt zu den Kamerasystemen, bei denen die Sensorgr&ouml;&szlig;e von Anfang an Teil eines gr&ouml;&szlig;eren Konzepts war. Es ging nicht einfach darum, einen kleineren <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildsensor\/\" target=\"_self\" title=\"Das digitale Herz der Kamera Objektiv, Blende und Verschlusszeit bekommen beim Fotografieren viel Aufmerksamkeit. Doch am Ende ihrer Reise trifft das Licht auf ein Bauteil, ohne das eine Digitalkamera kein Bild aufzeichnen k&ouml;nnte: den Bildsensor. Er &uuml;bernimmt vereinfacht gesagt die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildsensor<\/a> in eine Kamera einzubauen. Sensor, Objektivanschluss und spiegellose Bauweise sollten gemeinsam ein vergleichsweise kompaktes System mit Wechselobjektiven erm&ouml;glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das macht Micro Four Thirds bis heute interessant. Denn die bildsensorgr&ouml;&szlig;e beeinflusst nicht nur die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildqualitaet\/\" target=\"_self\" title=\"Die Bildqualit&auml;t in der Fotografie h&auml;ngt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Aufl&ouml;sung der Kamera, die Gr&ouml;&szlig;e des Bildsensors, die Qualit&auml;t der verwendeten Objektive, die Belichtungseinstellungen, die Sch&auml;rfe und Farbgenauigkeit sowie die Post-Processing-Techniken. Eine h&ouml;here Aufl&ouml;sung bedeutet im Allgemeinen eine&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildqualit&auml;t<\/a>, sondern auch Bildwinkel, Sch&auml;rfentiefe und letztlich die Gr&ouml;&szlig;e der Objektive. Wer MFT versteht, versteht deshalb auch ein gutes St&uuml;ck davon, warum unterschiedliche Kamerasysteme so unterschiedlich aufgebaut sind.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet Micro Four Thirds?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds, h&auml;ufig als <strong>MFT<\/strong> oder <strong>Micro 4\/3<\/strong> abgek&uuml;rzt, ist ein Standard f&uuml;r spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven. Er wurde 2008 von Olympus und Panasonic vorgestellt und basiert auf dem &auml;lteren Four-Thirds-System.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Typische MFT-Sensoren besitzen eine Bildfl&auml;che von etwa <strong>17,3 &times; 13,0 Millimetern<\/strong>. Damit sind sie deutlich kleiner als ein Kleinbild- beziehungsweise Vollformatsensor mit ungef&auml;hr 36 &times; 24 Millimetern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Name &bdquo;Four Thirds&ldquo; sollte dabei nicht als direkte Angabe der Sensorbreite oder -h&ouml;he verstanden werden. Die Gr&ouml;&szlig;enbezeichnung geht auf eine &auml;ltere, historisch gewachsene Art der Formatangabe zur&uuml;ck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Charakteristisch ist au&szlig;erdem das native Seitenverh&auml;ltnis von <strong>4:3<\/strong> &ndash; daher wirkt ein unbearbeitetes MFT-Foto etwas weniger breit als das bei vielen <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/aps-c-sensor\/\" target=\"_self\" title=\"Ein APS-C-Sensor ist ein digitaler Bildsensor, dessen Fl&auml;che kleiner als das Kleinbild- beziehungsweise Vollformat von 36 &times; 24 Millimetern ist. Er wird vor allem in spiegellosen Systemkameras und digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. APS-C bietet einen guten Mittelweg zwischen Bildqualit&auml;t, Kameragr&ouml;&szlig;e, Gewicht&hellip;\" class=\"encyclopedia\">APS-C<\/a>- und Vollformatkameras &uuml;bliche 3:2-Format.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds bezeichnet allerdings mehr als die Sensorgr&ouml;&szlig;e. Zum Systemstandard geh&ouml;rt auch ein gemeinsamer Objektivanschluss. Dadurch k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich MFT-Objektive verschiedener Hersteller an MFT-Kameras verwendet werden. Bestimmte herstellerspezifische Funktionen k&ouml;nnen sich dennoch unterscheiden, denn der Standard vereinheitlicht nicht jede einzelne Funktion eines Kamera-Objektiv-Gespanns.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6a8b657881ce9\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a8b657881ce9\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12789\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds2-Web-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was steckt technisch dahinter?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Gedanke hinter Micro Four Thirds ist das Zusammenspiel aus vergleichsweise kleinem Sensor und spiegelloser Konstruktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim vorherigen Four-Thirds-System kamen noch digitale Spiegelreflexkameras zum Einsatz. F&uuml;r Micro Four Thirds fiel der Spiegelkasten weg. Dadurch lie&szlig; sich der Abstand zwischen Objektivanschluss und Sensor gegen&uuml;ber Four Thirds erheblich reduzieren. Panasonic beschreibt f&uuml;r die Entwicklung des Systems eine Verringerung auf ungef&auml;hr 20 Millimeter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das er&ouml;ffnete neue M&ouml;glichkeiten bei der Konstruktion kompakter Kameras und Objektive.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei ist wichtig: <strong>MFT bedeutet nicht automatisch, dass jede Kamera und jedes Objektiv besonders klein sein muss.<\/strong> Gerade lichtstarke Objektive, lange Telebrennweiten oder auf professionelle Videoanwendungen ausgelegte Kamerageh&auml;use k&ouml;nnen durchaus stattlich ausfallen. Der Standard schafft lediglich g&uuml;nstigere Voraussetzungen f&uuml;r kompakte Konstruktionen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Cropfaktor von Micro Four Thirds<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders h&auml;ufig begegnet Dir bei MFT der sogenannte Cropfaktor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diagonale eines Micro-Four-Thirds-Sensors ist ungef&auml;hr halb so gro&szlig; wie die eines Kleinbildsensors. Daraus ergibt sich gegen&uuml;ber Kleinbild ein Cropfaktor von ungef&auml;hr <strong>2<\/strong>. Die offizielle MFT-Dokumentation beschreibt entsprechend, dass f&uuml;r einen vergleichbaren Bildwinkel ungef&auml;hr die doppelte Kleinbild-<a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/brennweite\/\" target=\"_self\" title=\"Die Brennweite ist ein wichtiger Begriff in der Fotografie und bezieht sich auf die Entfernung zwischen dem Brennpunkt einer Linse und dem Sensor oder Film in einer Kamera. Die Brennweite wird in Millimetern gemessen und gibt an, wie stark die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Brennweite<\/a> anzusetzen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein <strong>25-mm-Objektiv an MFT<\/strong> liefert also ungef&auml;hr den Bildwinkel, den ein <strong>50-mm-Objektiv an Kleinbild<\/strong> zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein 12-mm-Objektiv entspricht hinsichtlich des Bildwinkels ungef&auml;hr 24 mm an Kleinbild, ein 150-mm-Tele ungef&auml;hr 300 mm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist die Formulierung: Die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/brennweite\/\" target=\"_self\" title=\"Die Brennweite ist ein wichtiger Begriff in der Fotografie und bezieht sich auf die Entfernung zwischen dem Brennpunkt einer Linse und dem Sensor oder Film in einer Kamera. Die Brennweite wird in Millimetern gemessen und gibt an, wie stark die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Brennweite<\/a> selbst ver&auml;ndert sich nicht. Ein 25-mm-Objektiv bleibt optisch ein 25-mm-Objektiv. Der kleinere Sensor erfasst lediglich einen kleineren Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildkreises. Dadurch entsteht der engere Bildwinkel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei langen Brennweiten ist das praktisch. F&uuml;r Natur-, Tier- und Sportfotografie l&auml;sst sich mit vergleichsweise kurzen realen Brennweiten ein Bildwinkel erreichen, f&uuml;r den an Kleinbild l&auml;ngere Brennweiten erforderlich w&auml;ren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure data-wp-context='{\"imageId\":\"6a8b657883066\"}' data-wp-interactive=\"core\/image\" data-wp-key=\"6a8b657883066\" class=\"wp-block-image size-full wp-lightbox-container\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on--pointerdown=\"actions.preloadImage\" data-wp-on--pointerenter=\"actions.preloadImageWithDelay\" data-wp-on--pointerleave=\"actions.cancelPreload\" data-wp-on-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" src=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12790\" srcset=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web.jpg 1536w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web-400x267.jpg 400w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web-768x512.jpg 768w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web-18x12.jpg 18w, https:\/\/juergenpubanz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Micro-Four-Thirds3-Web-1140x760.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1536px) 100vw, 1536px\"><button class=\"lightbox-trigger\" type=\"button\" aria-haspopup=\"dialog\" data-wp-bind--aria-label=\"state.thisImage.triggerButtonAriaLabel\" data-wp-init=\"callbacks.initTriggerButton\" data-wp-on--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-style--right=\"state.thisImage.buttonRight\" data-wp-style--top=\"state.thisImage.buttonTop\">\n\t\t\t<svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"12\" height=\"12\" fill=\"none\" viewbox=\"0 0 12 12\">\n\t\t\t\t<path fill=\"#fff\" d=\"M2 0a2 2 0 0 0-2 2v2h1.5V2a.5.5 0 0 1 .5-.5h2V0H2Zm2 10.5H2a.5.5 0 0 1-.5-.5V8H0v2a2 2 0 0 0 2 2h2v-1.5ZM8 12v-1.5h2a.5.5 0 0 0 .5-.5V8H12v2a2 2 0 0 1-2 2H8Zm2-12a2 2 0 0 1 2 2v2h-1.5V2a.5.5 0 0 0-.5-.5H8V0h2Z\"><\/path>\n\t\t\t<\/svg>\n\t\t<\/button><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und was passiert mit der Sch&auml;rfentiefe?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird der Cropfaktor gerne etwas zu gro&szlig;z&uuml;gig eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/blendenzahl\/\" target=\"_self\" title=\"Die Blendenzahl ist eine Ma&szlig;einheit, die in der Fotografie verwendet wird, um die Gr&ouml;&szlig;e der Blende eines Objektivs zu beschreiben. Sie wird normalerweise durch eine f-Zahl angegeben, z. B. f\/2.8 oder f\/11. Die Blendenzahl ist ein Verh&auml;ltnis zwischen der Brennweite&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Blendenzahl<\/a> eines Objektivs ver&auml;ndert sich durch die Sensorgr&ouml;&szlig;e zun&auml;chst nicht. Ein Objektiv mit <strong>25 mm f\/1,4 bleibt ein 25 mm f\/1,4<\/strong>. Auch seine <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/lichtstaerke\/\" target=\"_self\" title=\"Was Lichtst&auml;rke bei einem Objektiv wirklich bedeutet Ein 50 mm f\/1,4 gilt als lichtstark, ein 50 mm f\/4 eher nicht. Schon an diesem einfachen Vergleich wird deutlich: Wenn Fotografen von Lichtst&auml;rke sprechen, geht es um eine Eigenschaft des Objektivs. Sie&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Lichtst&auml;rke<\/a> wird nicht pl&ouml;tzlich zu f\/2,8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Du allerdings mit unterschiedlichen Sensorformaten <strong>denselben Bildwinkel, denselben Bildausschnitt und vergleichbare Aufnahmebedingungen<\/strong> herstellen m&ouml;chtest, ergeben sich Unterschiede bei der Sch&auml;rfentiefe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vereinfacht kannst Du f&uuml;r solche Vergleiche auch hier mit dem Faktor 2 rechnen: Ein 25 mm f\/1,4 an MFT liefert hinsichtlich Bildwinkel und Sch&auml;rfentiefe ungef&auml;hr eine Bildwirkung, f&uuml;r die Du bei Kleinbild 50 mm und etwa f\/2,8 verwenden w&uuml;rdest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass aus f\/1,4 technisch f\/2,8 wird. Es ist lediglich eine hilfreiche &Auml;quivalenzbetrachtung, wenn Du die gestalterische Wirkung verschiedener Sensorformate vergleichen m&ouml;chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F&uuml;r die Praxis kann die gr&ouml;&szlig;ere Sch&auml;rfentiefe durchaus ein Vorteil sein. Bei Makro-, Natur-, Reise- oder Landschaftsfotografie m&ouml;chtest Du schlie&szlig;lich nicht zwangsl&auml;ufig m&ouml;glichst wenig, sondern h&auml;ufig m&ouml;glichst viel vom Motiv scharf abbilden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet MFT in der fotografischen Praxis?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stell Dir vor, Du m&ouml;chtest auf einer Wanderung Tiere fotografieren. Ein weiter entfernter Vogel verlangt nach einem engen Bildwinkel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem 300-mm-Objektiv an einer MFT-Kamera erh&auml;ltst Du ungef&auml;hr den Bildwinkel, den ein 600-mm-Objektiv an Kleinbild liefern w&uuml;rde. Gerade im Telebereich kann daraus ein mobiles System entstehen, das f&uuml;r Naturfotografen interessant ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am anderen Ende steht beispielsweise die Portr&auml;tfotografie. Ein 42,5-mm-Objektiv liefert an MFT ungef&auml;hr den Bildwinkel eines 85-mm-Objektivs an Kleinbild &ndash; eine klassische Portr&auml;tperspektive, sofern auch der Aufnahmeabstand entsprechend gew&auml;hlt wird. M&ouml;chtest Du gleichzeitig eine sehr geringe Sch&auml;rfentiefe erreichen, spielt die kleinere Sensorfl&auml;che jedoch gegen Dich: F&uuml;r eine vergleichbare Freistellung ben&ouml;tigst Du bei MFT eine gr&ouml;&szlig;ere relative &Ouml;ffnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau daran zeigt sich, dass Sensorformate nicht sinnvoll mit einem einfachen &bdquo;besser&ldquo; oder &bdquo;schlechter&ldquo; bewertet werden k&ouml;nnen. Eine Eigenschaft, die in einer Aufnahmesituation nachteilig ist, kann in einer anderen ausgesprochen n&uuml;tzlich sein.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Micro Four Thirds und Four Thirds sind nicht dasselbe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die &auml;hnlichen Namen sorgen gelegentlich f&uuml;r Verwirrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Four Thirds<\/strong> war ein f&uuml;r digitale Spiegelreflexkameras entwickeltes System. <strong>Micro Four Thirds<\/strong> &uuml;bernahm das grundlegende Sensorformat, verzichtete jedoch auf den Spiegelkasten und f&uuml;hrte einen daf&uuml;r angepassten Objektivanschluss ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Four-Thirds-Objektive lassen sich deshalb nicht einfach direkt an eine MFT-Kamera setzen. Sie k&ouml;nnen jedoch mit einem entsprechenden Bajonettadapter verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn heute von MFT gesprochen wird, ist normalerweise das spiegellose Micro-Four-Thirds-System gemeint.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein kurzer Blick zur&uuml;ck<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds wurde am <strong>5. August 2008<\/strong> gemeinsam von Olympus und Panasonic angek&uuml;ndigt. Das Ziel war eine digitale Systemkamera, die kleiner und leichter konstruiert werden konnte als die damaligen Spiegelreflexsysteme. Bereits im September 2008 folgte mit der Panasonic Lumix DMC-G1 die erste Kamera des neuen Systems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Schritt war fotografisch durchaus bedeutsam. Heute sind spiegellose Systemkameras selbstverst&auml;ndlich. 2008 war eine Kamera mit elektronischem Sucher, Wechselobjektiven und ohne Spiegelkasten dagegen noch ein ungew&ouml;hnliches Konzept.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds geh&ouml;rt damit zu den Systemen, die fr&uuml;h gezeigt haben, dass eine hochwertige Systemkamera nicht zwangsl&auml;ufig nach dem klassischen Spiegelreflexprinzip aufgebaut sein muss.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vorteile und Nachteile von Micro Four Thirds<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den St&auml;rken von MFT geh&ouml;rt vor allem die M&ouml;glichkeit, ein vergleichsweise kompaktes Gesamtsystem aufzubauen. Besonders bei Teleobjektiven kann das interessant sein. Der Cropfaktor von ungef&auml;hr 2 sorgt zudem daf&uuml;r, dass bereits moderate reale Brennweiten einen engen Bildwinkel liefern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die gr&ouml;&szlig;ere Sch&auml;rfentiefe bei vergleichbarem Bildwinkel kann praktisch sein &ndash; etwa bei Makro-, Landschafts- oder Reisefotografie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der kleinere <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildsensor\/\" target=\"_self\" title=\"Das digitale Herz der Kamera Objektiv, Blende und Verschlusszeit bekommen beim Fotografieren viel Aufmerksamkeit. Doch am Ende ihrer Reise trifft das Licht auf ein Bauteil, ohne das eine Digitalkamera kein Bild aufzeichnen k&ouml;nnte: den Bildsensor. Er &uuml;bernimmt vereinfacht gesagt die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildsensor<\/a> bringt allerdings ebenfalls Grenzen mit sich. Bei vergleichbarem technischen Entwicklungsstand hat ein gr&ouml;&szlig;erer Sensor grunds&auml;tzlich mehr Fl&auml;che zur Verf&uuml;gung, um Licht zu erfassen. Das kann sich insbesondere bei wenig Licht und hohen <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/iso\/\" target=\"_self\" title=\"Was der ISO-Wert wirklich bedeutet ISO 100, ISO 800, ISO 3200 &ndash; kaum eine Kamera kommt ohne diese Zahlen aus. Besonders praktisch wird ISO immer dann, wenn das vorhandene Licht knapp wird: Du erh&ouml;hst den Wert und kannst pl&ouml;tzlich mit&hellip;\" class=\"encyclopedia\">ISO<\/a>-Werten bemerkbar machen. Wie gro&szlig; der Unterschied tats&auml;chlich ausf&auml;llt, h&auml;ngt jedoch stark von Sensorgeneration, <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/aufloesung\/\" target=\"_self\" title=\"Was Pixel, Megapixel und PPI in der Fotografie wirklich bedeuten. Aufl&ouml;sung geh&ouml;rt zu den Begriffen, die in der Fotografie st&auml;ndig auftauchen. Kameras werden mit 24, 45 oder 60 Megapixeln beworben, beim Drucken begegnen Dir pl&ouml;tzlich 300 ppi und beim Export&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Aufl&ouml;sung<\/a>, <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/belichtung\/\" target=\"_self\" title=\"Belichtung geh&ouml;rt zu den Begriffen, an denen in der Fotografie kein Weg vorbeif&uuml;hrt. Denn unabh&auml;ngig davon, ob Du mit einer modernen Systemkamera, einer analogen Spiegelreflexkamera oder dem Smartphone fotografierst: Am Anfang eines Fotos steht immer Licht. Dabei geht es bei&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Belichtung<\/a> und Bildverarbeitung ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch sehr geringe Sch&auml;rfentiefe l&auml;sst sich mit gr&ouml;&szlig;eren Sensorformaten bei vergleichbarem Bildwinkel leichter erreichen. Wer m&ouml;glichst starke Freistellung als wesentliches Gestaltungsmittel nutzt, findet bei <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/vollformat\/\" target=\"_self\" title=\"Wer sich mit Digitalkameras besch&auml;ftigt, begegnet fr&uuml;her oder sp&auml;ter dem Begriff Vollformat. H&auml;ufig klingt er dabei ein wenig nach einer Qualit&auml;tsstufe: Vollformat als gro&szlig;e, professionelle Variante &ndash; und alles darunter als Kompromiss. Ganz so einfach ist es nicht. Vollformat bezeichnet&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Vollformat<\/a> daher g&uuml;nstigere Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">MFT spielt seine St&auml;rken eher dort aus, wo <strong>Mobilit&auml;t, Reichweite, Sch&auml;rfentiefe und Systemgr&ouml;&szlig;e<\/strong> wichtiger sind als maximale Freistellung oder die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Sensorfl&auml;che.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:10px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Micro Four Thirds ist weit mehr als die Kurzform f&uuml;r einen kleinen <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/bildsensor\/\" target=\"_self\" title=\"Das digitale Herz der Kamera Objektiv, Blende und Verschlusszeit bekommen beim Fotografieren viel Aufmerksamkeit. Doch am Ende ihrer Reise trifft das Licht auf ein Bauteil, ohne das eine Digitalkamera kein Bild aufzeichnen k&ouml;nnte: den Bildsensor. Er &uuml;bernimmt vereinfacht gesagt die&hellip;\" class=\"encyclopedia\">Bildsensor<\/a>. Es ist ein komplettes spiegelloses Kamerasystem, bei dem Sensorformat, Objektivanschluss und Konstruktion aufeinander abgestimmt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Cropfaktor von ungef&auml;hr 2 macht lange Bildwinkel mit vergleichsweise moderaten Brennweiten m&ouml;glich und kann dadurch besonders f&uuml;r Reise-, Natur-, Makro- und Telefotografie interessant sein. Gleichzeitig bedeutet die kleinere Sensorfl&auml;che Kompromisse, beispielsweise bei extremer Freistellung und unter schwierigen Lichtbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob MFT besser oder schlechter als <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/aps-c-sensor\/\" target=\"_self\" title=\"Ein APS-C-Sensor ist ein digitaler Bildsensor, dessen Fl&auml;che kleiner als das Kleinbild- beziehungsweise Vollformat von 36 &times; 24 Millimetern ist. Er wird vor allem in spiegellosen Systemkameras und digitalen Spiegelreflexkameras eingesetzt. APS-C bietet einen guten Mittelweg zwischen Bildqualit&auml;t, Kameragr&ouml;&szlig;e, Gewicht&hellip;\" class=\"encyclopedia\">APS-C<\/a> oder <a href=\"https:\/\/juergenpubanz.de\/en\/enzyklopaedie\/vollformat\/\" target=\"_self\" title=\"Wer sich mit Digitalkameras besch&auml;ftigt, begegnet fr&uuml;her oder sp&auml;ter dem Begriff Vollformat. 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Wer MFT versteht, versteht deshalb auch ein gutes St\u00fcck davon, warum unterschiedliche Kamerasysteme so unterschiedlich aufgebaut sind. Was bedeutet Micro Four Thirds? Micro Four Thirds, h\u00e4ufig als MFT oder Micro 4\/3 abgek\u00fcrzt, ist ein Standard f\u00fcr spiegellose Kameras mit Wechselobjektiven. Er wurde 2008 von Olympus und Panasonic vorgestellt und basiert auf dem \u00e4lteren Four-Thirds-System. Typische MFT-Sensoren besitzen eine Bildfl\u00e4che von etwa 17,3 \u00d7 13,0 Millimetern. Damit sind sie deutlich kleiner als ein Kleinbild- beziehungsweise Vollformatsensor mit ungef\u00e4hr 36 \u00d7 24 Millimetern. Der Name \u201eFour Thirds\u201c sollte dabei nicht als direkte Angabe der Sensorbreite oder -h\u00f6he verstanden werden. Die Gr\u00f6\u00dfenbezeichnung geht auf eine \u00e4ltere, historisch gewachsene Art der Formatangabe zur\u00fcck. Charakteristisch ist au\u00dferdem das native Seitenverh\u00e4ltnis von 4:3 \u2013 daher wirkt ein unbearbeitetes MFT-Foto etwas weniger breit als das bei vielen APS-C- und Vollformatkameras \u00fcbliche 3:2-Format. Micro Four Thirds bezeichnet allerdings mehr als die Sensorgr\u00f6\u00dfe. Zum Systemstandard geh\u00f6rt auch ein gemeinsamer Objektivanschluss. Dadurch k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich MFT-Objektive verschiedener Hersteller an MFT-Kameras verwendet werden. Bestimmte herstellerspezifische Funktionen k\u00f6nnen sich dennoch unterscheiden, denn der Standard vereinheitlicht nicht jede einzelne Funktion eines Kamera-Objektiv-Gespanns. Was steckt technisch dahinter? Der entscheidende Gedanke hinter Micro Four Thirds ist das Zusammenspiel aus vergleichsweise kleinem Sensor und spiegelloser Konstruktion. Beim vorherigen Four-Thirds-System kamen noch digitale Spiegelreflexkameras zum Einsatz. F\u00fcr Micro Four Thirds fiel der Spiegelkasten weg. Dadurch lie\u00df sich der Abstand zwischen Objektivanschluss und Sensor gegen\u00fcber Four Thirds erheblich reduzieren. Panasonic beschreibt f\u00fcr die Entwicklung des Systems eine Verringerung auf ungef\u00e4hr 20 Millimeter. Das er\u00f6ffnete neue M\u00f6glichkeiten bei der Konstruktion kompakter Kameras und Objektive. Dabei ist wichtig: MFT bedeutet nicht automatisch, dass jede Kamera und jedes Objektiv besonders klein sein muss. Gerade lichtstarke Objektive, lange Telebrennweiten oder auf professionelle Videoanwendungen ausgelegte Kamerageh\u00e4use k\u00f6nnen durchaus stattlich ausfallen. Der Standard schafft lediglich g\u00fcnstigere Voraussetzungen f\u00fcr kompakte Konstruktionen. Der Cropfaktor von Micro Four Thirds Besonders h\u00e4ufig begegnet Dir bei MFT der sogenannte Cropfaktor. Die Diagonale eines Micro-Four-Thirds-Sensors ist ungef\u00e4hr halb so gro\u00df wie die eines Kleinbildsensors. Daraus ergibt sich gegen\u00fcber Kleinbild ein Cropfaktor von ungef\u00e4hr 2. Die offizielle MFT-Dokumentation beschreibt entsprechend, dass f\u00fcr einen vergleichbaren Bildwinkel ungef\u00e4hr die doppelte Kleinbild-Brennweite anzusetzen ist. Ein 25-mm-Objektiv an MFT liefert also ungef\u00e4hr den Bildwinkel, den ein 50-mm-Objektiv an Kleinbild zeigt. Ein 12-mm-Objektiv entspricht hinsichtlich des Bildwinkels ungef\u00e4hr 24 mm an Kleinbild, ein 150-mm-Tele ungef\u00e4hr 300 mm. Wichtig ist die Formulierung: Die Brennweite selbst ver\u00e4ndert sich nicht. Ein 25-mm-Objektiv bleibt optisch ein 25-mm-Objektiv. Der kleinere Sensor erfasst lediglich einen kleineren Ausschnitt des vom Objektiv erzeugten Bildkreises. Dadurch entsteht der engere Bildwinkel. Gerade bei langen Brennweiten ist das praktisch. F\u00fcr Natur-, Tier- und Sportfotografie l\u00e4sst sich mit vergleichsweise kurzen realen Brennweiten ein Bildwinkel erreichen, f\u00fcr den an Kleinbild l\u00e4ngere Brennweiten erforderlich w\u00e4ren. Und was passiert mit der Sch\u00e4rfentiefe? Hier wird der Cropfaktor gerne etwas zu gro\u00dfz\u00fcgig eingesetzt. Die Blendenzahl eines Objektivs ver\u00e4ndert sich durch die Sensorgr\u00f6\u00dfe zun\u00e4chst nicht. Ein Objektiv mit 25 mm f\/1,4 bleibt ein 25 mm f\/1,4. Auch seine Lichtst\u00e4rke wird nicht pl\u00f6tzlich zu f\/2,8. Wenn Du allerdings mit unterschiedlichen Sensorformaten denselben Bildwinkel, denselben Bildausschnitt und vergleichbare Aufnahmebedingungen herstellen m\u00f6chtest, ergeben sich Unterschiede bei der Sch\u00e4rfentiefe. Vereinfacht kannst Du f\u00fcr solche Vergleiche auch hier mit dem Faktor 2 rechnen: Ein 25 mm f\/1,4 an MFT liefert hinsichtlich Bildwinkel und Sch\u00e4rfentiefe ungef\u00e4hr eine Bildwirkung, f\u00fcr die Du bei Kleinbild 50 mm und etwa f\/2,8 verwenden w\u00fcrdest. Das bedeutet nicht, dass aus f\/1,4 technisch f\/2,8 wird. Es ist lediglich eine hilfreiche \u00c4quivalenzbetrachtung, wenn Du die gestalterische Wirkung verschiedener Sensorformate vergleichen m\u00f6chtest. F\u00fcr die Praxis kann die gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4rfentiefe durchaus ein Vorteil sein. Bei Makro-, Natur-, Reise- oder Landschaftsfotografie m\u00f6chtest Du schlie\u00dflich nicht zwangsl\u00e4ufig m\u00f6glichst wenig, sondern h\u00e4ufig m\u00f6glichst viel vom Motiv scharf abbilden. Was bedeutet MFT in der fotografischen Praxis? Stell Dir vor, Du m\u00f6chtest auf einer Wanderung Tiere fotografieren. Ein weiter entfernter Vogel verlangt nach einem engen Bildwinkel. Mit einem 300-mm-Objektiv an einer MFT-Kamera erh\u00e4ltst Du ungef\u00e4hr den Bildwinkel, den ein 600-mm-Objektiv an Kleinbild liefern w\u00fcrde. Gerade im Telebereich kann daraus ein mobiles System entstehen, das f\u00fcr Naturfotografen interessant ist. Am anderen Ende steht beispielsweise die Portr\u00e4tfotografie. Ein 42,5-mm-Objektiv liefert an MFT ungef\u00e4hr den Bildwinkel eines 85-mm-Objektivs an Kleinbild \u2013 eine klassische Portr\u00e4tperspektive, sofern auch der Aufnahmeabstand entsprechend gew\u00e4hlt wird. M\u00f6chtest Du gleichzeitig eine sehr geringe Sch\u00e4rfentiefe erreichen, spielt die kleinere Sensorfl\u00e4che jedoch gegen Dich: F\u00fcr eine vergleichbare Freistellung ben\u00f6tigst Du bei MFT eine gr\u00f6\u00dfere relative \u00d6ffnung. Genau daran zeigt sich, dass Sensorformate nicht sinnvoll mit einem einfachen \u201ebesser\u201c oder \u201eschlechter\u201c bewertet werden k\u00f6nnen. Eine Eigenschaft, die in einer Aufnahmesituation nachteilig ist, kann in einer anderen ausgesprochen n\u00fctzlich sein. Micro Four Thirds und Four Thirds sind nicht dasselbe Die \u00e4hnlichen Namen sorgen gelegentlich f\u00fcr Verwirrung. Four Thirds war ein f\u00fcr digitale Spiegelreflexkameras entwickeltes System. Micro Four Thirds \u00fcbernahm das grundlegende Sensorformat, verzichtete jedoch auf den Spiegelkasten und f\u00fchrte einen daf\u00fcr angepassten Objektivanschluss ein. Four-Thirds-Objektive lassen sich deshalb nicht einfach direkt an eine MFT-Kamera setzen. Sie k\u00f6nnen jedoch mit einem entsprechenden Bajonettadapter verwendet werden. Wenn heute von MFT gesprochen wird, ist normalerweise das spiegellose Micro-Four-Thirds-System gemeint. Ein kurzer Blick zur\u00fcck Micro Four Thirds wurde am 5. August 2008 gemeinsam von Olympus und Panasonic angek\u00fcndigt. Das Ziel war eine digitale Systemkamera, die kleiner und leichter konstruiert werden konnte als die damaligen Spiegelreflexsysteme. Bereits im September 2008 folgte mit der Panasonic Lumix DMC-G1 die erste Kamera des neuen Systems. Dieser Schritt war fotografisch durchaus bedeutsam. Heute sind spiegellose Systemkameras selbstverst\u00e4ndlich. 2008 war eine Kamera mit elektronischem Sucher, Wechselobjektiven und ohne Spiegelkasten dagegen noch ein ungew\u00f6hnliches Konzept. Micro Four Thirds geh\u00f6rt damit zu den Systemen, die fr\u00fch gezeigt haben, dass eine hochwertige Systemkamera nicht zwangsl\u00e4ufig nach dem klassischen Spiegelreflexprinzip aufgebaut sein muss. Vorteile und Nachteile von Micro Four Thirds Zu den St\u00e4rken von MFT geh\u00f6rt vor allem die M\u00f6glichkeit, ein vergleichsweise kompaktes Gesamtsystem aufzubauen. Besonders bei Teleobjektiven kann das interessant sein. Der Cropfaktor von ungef\u00e4hr 2 sorgt zudem daf\u00fcr, dass bereits moderate reale Brennweiten einen engen Bildwinkel liefern. Auch die gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4rfentiefe bei vergleichbarem Bildwinkel kann praktisch sein \u2013 etwa bei Makro-, Landschafts- oder Reisefotografie. Der kleinere Bildsensor bringt allerdings ebenfalls Grenzen mit sich. Bei vergleichbarem technischen Entwicklungsstand hat ein gr\u00f6\u00dferer Sensor grunds\u00e4tzlich mehr Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung, um Licht zu erfassen. Das kann sich insbesondere bei wenig Licht und hohen ISO-Werten bemerkbar machen. Wie gro\u00df der Unterschied tats\u00e4chlich ausf\u00e4llt, h\u00e4ngt jedoch stark von Sensorgeneration, Aufl\u00f6sung, Belichtung und Bildverarbeitung ab. Auch sehr geringe Sch\u00e4rfentiefe l\u00e4sst sich mit gr\u00f6\u00dferen Sensorformaten bei vergleichbarem Bildwinkel leichter erreichen. Wer m\u00f6glichst starke Freistellung als wesentliches Gestaltungsmittel nutzt, findet bei Vollformat daher g\u00fcnstigere Voraussetzungen. MFT spielt seine St\u00e4rken eher dort aus, wo Mobilit\u00e4t, Reichweite, Sch\u00e4rfentiefe und Systemgr\u00f6\u00dfe wichtiger sind als maximale Freistellung oder die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Sensorfl\u00e4che. Micro Four Thirds ist weit mehr als die Kurzform f\u00fcr einen kleinen Bildsensor. Es ist ein komplettes spiegelloses Kamerasystem, bei dem Sensorformat, Objektivanschluss und Konstruktion aufeinander abgestimmt wurden. Der Cropfaktor von ungef\u00e4hr 2 macht lange Bildwinkel mit vergleichsweise moderaten Brennweiten m\u00f6glich und kann dadurch besonders f\u00fcr Reise-, Natur-, Makro- und Telefotografie interessant sein. Gleichzeitig bedeutet die kleinere Sensorfl\u00e4che Kompromisse, beispielsweise bei extremer Freistellung und unter schwierigen Lichtbedingungen. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob MFT besser oder schlechter als APS-C oder Vollformat ist. Interessanter ist die Frage, welches Verh\u00e4ltnis aus Bildqualit\u00e4t, Objektivgr\u00f6\u00dfe, Gewicht und fotografischen M\u00f6glichkeiten zu Deiner Art zu fotografieren passt.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":12791,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"pgc_sgb_lightbox_settings":""},"tags":[707,710,655,711,474,708,303,709],"encyclopedia-category":[622],"class_list":["post-12788","encyclopedia","type-encyclopedia","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","tag-cropfaktor","tag-four-thirds","tag-kamerasensor","tag-mft","tag-micro-four-thirds","tag-sensorformat","tag-spiegellose-kamera","tag-systemkamera","encyclopedia-category-fotografie"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Micro Four Thirds (MFT) einfach erkl\u00e4rt: Sensor, Cropfaktor und Vorteile - Fotografie &amp; Vinyl<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was ist Micro Four Thirds? 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